Nachhaltigkeit im Badezimmer? So leicht vermeidet Ihr Müll und spart dabei!

Von Gina Gadis

Welt - Nachdem es im letzten Artikel um nachhaltige Produktalternativen rund ums Waschbecken ging (TAG24 berichtete), soll es sich in diesem um den sonstigen Badezimmerbedarf drehen.

Das Nutzen von fester Seife und Rasierhobel spart jede Menge Müll.
Das Nutzen von fester Seife und Rasierhobel spart jede Menge Müll.  © Gina Gadis

Denn schließlich entsteht fast überall im Bad jede Menge Müll und das nicht nur durch die Verpackung, sondern auch durch die chemie- und mikroplastikhaltigen Produkte selbst.

Das Schlimme daran? Die Verpackungen können kaum recycelt werden und die Schadstoffe, die wir die Leitungen runterspülen, können durch die Kläranlagen nur unzureichend gefiltert werden und verseuchen unsere Umwelt.

Zero-Waste-Alternativen sind nicht nur umweltschonend, sondern meistens auch langlebiger. Zudem kann man damit jede Menge Geld sparen!

FESTES SHAMPOO

Eine normale Shampoo-Flasche ist zu 80 Prozent mit Wasser gefüllt und enthält gerade einmal 20 Prozent Shampoo. Dieses ist zudem häufig mit Mikroplastikpartikeln versehen, welche wir dann unbewusst auch noch in die Kanalisation und somit ins Grundwasser spülen. All das ist nicht nötig.

Festes Shampoo (auch Shampoobar genannt) oder Haarseife ist eine geniale Alternative und funktioniert genauso gut. Ob schäumend oder nicht, mit Conditioner oder ohne - mittlerweile gibt es für alle Bedürfnisse das passende Produkt.

Wer es doch lieber flüssig mag, sollte sich wenigstens für nachhaltige Produkte entscheiden und in Großverpackungen einkaufen. Ich selber habe lange Haarprodukte von der umweltbewussten Marke Aveda benutzt (gibt es sogar in recycelten Ein-Liter-Flaschen). Und für die ganz besonderen Sparfüchse da draußen gibt es auch noch die Roggenmehl-Apfelessig-Variante.

FESTE SEIFE

Das gleiche Spiel wie bei den Shampoos: Feste Seife spart jede Menge Müll und hier gibt es sogar richtige Alleskönner, wie zum Beispiel Duschgel, Shampoo, Handseife und Bodymilk in einem Stück! Und noch einen Vorteil hat es diese flüssigen Badprodukte durch Feste zu ersetzten: Sie können nicht auslaufen. Denn wer kennt das nicht, wenn man nach Ankunft im Urlaub erstmal seinen ganzen Kulturbeutel von Seife befreien muss.

Auch Peelingschwämme und Massagebürsten gibt es aus Naturmaterialien.
Auch Peelingschwämme und Massagebürsten gibt es aus Naturmaterialien.  © Gina Gadis

RASIERHOBEL

Bei den Großeltern findet man sie vielleicht noch im Schrank: die guten alten Rasierhobel. Ein wenig teurer in der Anschaffung (meiner hat 24€ gekostet), aber dafür sind die Klingen wesentlich günstiger (fünf Stück für 0,50€ - 1,50€).

Außerdem haben diese seit jeher die gleiche Form und es werden nicht alle paar Jahre die Einklick-Systeme geändert. So sieht man sich nicht gezwungen immer einen komplett neuen Rasierer zu kaufen.

DIY PEELING

Kennt ihr diese kleinen, bunten Krümel, die normalerweise in den Peelings sind? Ich habe auch nie darüber nachgedacht, aber genau das sind Mikroplastik-Teilchen!

Seit vielen Monaten benutze ich jetzt Kaffeesatz, den ich mit Kokosnussöl mische und als Peeling verwende. Das ist nicht nur viel billiger und umweltschonender, der Kaffee wirkt auch noch hautstraffend und kann so angeblich Cellulite bekämpfen. Wer Peelinghandschuhe/-schwämme bevorzugt, kauft diese am besten aus Naturfasern.

BIO-HANDTÜCHER

Die nachhaltigste Variante sind natürlich Second-Hand-Handtücher. Wer sich damit aber nicht wohl fühlt, sollte sich nach Handtüchern aus Bio-Baumwolle oder Bambusfasern umschauen.

Bei recyceltem Klopapier solltet ihr beim Kauf auf das "Blauer-Engel"-Siegel achten.
Bei recyceltem Klopapier solltet ihr beim Kauf auf das "Blauer-Engel"-Siegel achten.  © Gina Gadis

BIOLOGISCH ABBAUBARES WASCHMITTEL

Mikroplastik, Duftstoffe, Füllsalze, usw. all diese Inhaltsstoffe von herkömmlichen Waschmitteln können kaum in Kläranlagen rausgefiltert werden und gelangen somit in unser Grundwasser.

Deswegen ist es besonders wichtig biologisch abbaubare Waschmittel und Weichspüler zu kaufen. Dabei sollte man unbedingt auf das EU-Ecolabel und das "Blauer Engel"-Siegel achten. Im Übrigen kann man in den meisten Unverpackt-Läden Waschmittel auch einfach selber abfüllen und muss somit keine neue Plastikverpackung kaufen.

MENSTRUATIONSTASSE

Schonmal von einer Menstruationstasse gehört und auch gedacht, dass es super komisch sein muss, dieses Ding zu benutzen? Glaubt mir…ist es nicht! Ganz im Gegenteil.

Mit ein bisschen Übung bekommt man sie ganz leicht rein und raus. Kein Auslaufen mehr, kein Müll mehr und man spart jede Menge Geld. Zudem sind die kleinen Trichter aus medizinischem Silikon sehr viel gesünder als die kunststoffbeschichteten Tampons und Binden.

RECYCELTES KLOPAPIER

In der Zero-Waste-Bewegung werden Po-Duschen - ja, wirklich - immer beliebter, wer aber trotzdem nicht auf Klopapier verzichten will, sollte sich für recyceltes Klopapier entscheiden. Es kostet nicht mehr (manchmal sogar weniger) und schont die Umwelt. Auch hier gilt: unbedingt auf das "Blauer-Engel"-Siegel achten. Ein wenig teurer sind die verpackungsfreien Toilettenpapierrollen oder auch die Alternative aus Bambusfasern.

Im Guppy-Friend-Waschsack sammeln sich die abgebrochenen Synthetik-Fasern.
Im Guppy-Friend-Waschsack sammeln sich die abgebrochenen Synthetik-Fasern.  © Gina Gadis

GUPPY FRIEND

Synthetische Kleidung ist einer der Hauptverursacher für Mikroplastik in unseren Meeren. Mit jedem Waschgang brechen tausende von Fasern ab und können kaum von den Kläranlagen herausgefiltert werden.

Der Guppy Friend Waschsack reduziert nicht nur den Faserabbruch und macht somit die Kleidung länger haltbar, sondern filtert auch noch die abgebrochenen Fasern heraus.

STOFFBINDEN

Wer gerne Binden und Slipeinlagen benutzt, für den gibt es mittlerweile auch waschbare Optionen aus Baumwolle. Diese kann man auch ganz einfach selber machen.

DIY BADREINIGER

Zitronensäure und Essigessenz ersetzen jeden Badreiniger und sind zudem unschlagbar günstig. Fragt mal eure Großeltern, wie sie früher das Bad gereinigt haben. Man kommt sehr gut auch ohne Chemikalien aus.

Wer jetzt noch Wasser spart, beispielsweise indem man den Wasserdruck nicht voll aufdreht oder einfach kürzer duscht und die Temperaturen beim Wäschewaschen möglichst niedrig hält, spart nicht nur jede Menge Kröten sondern tut der Umwelt auch noch etwas Gutes.

Und jetzt seid wieder ihr, liebe Leser, gefragt: Welche Tipps fallen euch noch ein, um unsere Badezimmer nachhaltiger zu gestalten? Schreibt mir einfach unter der E-Mail-Adresse "weltluftschnuppern@gmail.com" oder über meinen Instagram-Account @weltluftschnuppern.

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