Kartellamt schlägt Alarm: Große Stromanbieter haben zu viel Marktmacht

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Von Helge Toben

Bonn - Die Marktmacht der führenden Stromerzeuger in Deutschland RWE, LEAG und EnBW hat laut Bundeskartellamt erheblich zugenommen.

Bei den drei großen Stromanbietern RWE, LEAG und EnBW liegt laut dem Bundeskartellamt eine zu große Marktmacht. (Symbolbild)
Bei den drei großen Stromanbietern RWE, LEAG und EnBW liegt laut dem Bundeskartellamt eine zu große Marktmacht. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Dies zeige eine Untersuchung für den Zeitraum Mai 2024 bis April 2025, berichtete die Behörde in Bonn am Donnerstag in einer Mitteilung.

Kraftwerksbetreiber könnten demnach bereits bei niedrigen Marktanteilen die Marktpreise erheblich beeinflussen. Untersucht worden sei daher, wie häufig ein Stromerzeuger unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage ist.

Überschreite der Anteil dieser Stunden eine Schwelle von fünf Prozent der Jahresstunden, spreche dies für eine marktbeherrschende Stellung.

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"Nach den aktuellen Ergebnissen des Marktmachtberichts liegt RWE deutlich über dieser Schwelle. Auch für LEAG werden Werte oberhalb der Vermutungsschwelle festgestellt. Die Werte für EnBW liegen in der Nähe der Schwelle, überschreiten sie jedoch nicht", so die Wettbewerbshüter.

Kurzfristige Entspannung auf Strommarkt laut Bundeskartellamt nicht in Sicht

Wegen der Energiekrise durften alte Kohlekraftwerke wie das RWE-Werk in Grevenbroich zeitweise wieder Storm produzieren. Ein Glücksfall für die großen Anbieter, meint das Bundeskartellamt.
Wegen der Energiekrise durften alte Kohlekraftwerke wie das RWE-Werk in Grevenbroich zeitweise wieder Storm produzieren. Ein Glücksfall für die großen Anbieter, meint das Bundeskartellamt.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Eine kurzfristige Entspannung der Marktmachtverhältnisse ist laut Kartellamt nicht in Sicht. Die von der Bundesregierung angekündigten Ausschreibungen für den geförderten Neubau steuerbarer Kraftwerkskapazitäten könnten frühestens in einigen Jahren zu einer spürbaren Ausweitung des Angebots führen.

Die Auswirkungen auf den Wettbewerb hängen dabei laut Behörde davon ab, welche Anbieter die neuen Kapazitäten betreiben werden. "Die Ausschreibungen sollten daher gezielt dazu genutzt werden, bestehende Marktmacht abzubauen", erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt.

Mehr Wettbewerb auf den Stromerzeugungsmärkten zahle sich nachhaltig aus, "insbesondere in Form von niedrigeren Preisen für die Verbraucherinnen und Verbraucher".

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Hintergrund für die Entwicklung ist die Energiekrise nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022, als die Erdgasversorgung unsicher wurde. Um den Gasverbrauch durch Gaskraftwerke zu begrenzen, durften alte Kohlekraftwerke bis zum Frühjahr 2024 wieder Strom produzieren und am Markt verkaufen.

Mit dem Auslaufen dieser Regelung und weiteren Abschaltungen im Zuge des Kohleausstiegs sei das inländische Angebot spürbar knapper geworden. "Diese Verknappung führt tendenziell zu höheren Preisen, erhöht die Abhängigkeit von großen Anbietern im Stromerstabsatz und verstärkt die Bedeutung von Stromimporten in Zeiten geringer Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen", stellte die Behörde fest.


Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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