Anrufrekord für Hilfetelefon: Immer mehr Männer berichten von psychischer Gewalt
Köln - Beim Männerhilfetelefon, das vor sechs Jahren unter anderem in NRW ins Leben gerufen wurde, hat es im vergangenen Jahr einen Rekord gegeben.
Insgesamt hätten sich 4051 Betroffene bei dem Hilfstelefon gemeldet. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" mit Bezug auf einen wissenschaftlichen Evaluationsbericht, den das NRW-Gleichstellungsministerium beauftragt hat.
"Alle Formen von Gewalt müssen verhindert werden. Gewalt an Männern darf dabei kein Tabuthema sein", betont NRW-Gleichstellungsministerin Verena Schäffer (39, Grüne).
Die aktuellen Zahlen machen demnach deutlich, dass das Angebot eine "wertvolle Unterstützung" biete, die bei den Hilfesuchenden ankomme.
Im Jahr 2023 waren 3311 Anrufe bei dem Männerhilfetelefon gezählt worden - der Zuwachs innerhalb von zwei Jahren beträgt demnach 22,3 Prozent.
Die gewaltbetroffenen Männer berichteten dem Bericht zufolge in 54 Prozent der Fälle über psychische Gewalterfahrungen. Laut der Studie beklagten vier von zehn Anrufern, beständig kontrolliert zu werden. So nahmen die Partnerinnen den Männern zum Teil das Smartphone ab und lasen eingegangene Nachrichten. 39 Prozent der Anrufer berichteten zudem über körperliche Gewalt.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
