Meilenstein-Projekt am Düsseldorfer Flughafen: Auch deutsche Waffenschmiede ist mit an Bord

Von Wolf-Dietrich von Dewitz

Düsseldorf - Am Düsseldorfer Flughafen sollen ab Mai zwei kleine Passagiertransporter fahren, die aus der Ferne gesteuert werden und nicht mehr von einem Fahrer an Bord.

Aus der Ferne werden zwei Transporter gesteuert, die am Düsseldorfer Flughafen Passagiere transportieren.
Aus der Ferne werden zwei Transporter gesteuert, die am Düsseldorfer Flughafen Passagiere transportieren.  © Wolf von Dewitz/dpa

Die Rheinmetall-Tochter Mira und die Rheinbahn gaben ein Pilotprojekt zur sogenannten Teleoperation bekannt, bei dem die beiden Transporter auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke im öffentlichen Raum unterwegs sein sollen. Sie fahren auf Abruf, die Nutzer sollen sich vorher über eine App registrieren. 

Ein sogenannter Sicherheitsfahrer ist noch mit an Bord, um notfalls eingreifen zu können - fahren soll er aber eigentlich nicht. Das wiederum macht ein Fahrer aus der Entfernung, er ist über das Handynetz mit dem Fahrzeug verbunden und hat mehrere Monitore vor sich, um gewissermaßen die Echtzeit-Aussicht aus dem Elektrotransporter zu haben.

Bei der Robotik- und Drohnenmesse Xponential stellte Mira die Technologie vor, die im Mai zur Anwendung kommen soll: Dort saß ein Mitarbeiter in einer Messehalle und steuerte ein Fahrzeug, das außerhalb der Messehalle herumfuhr.

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Das Ziel des Projekts mit der Rheinbahn sei es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch auszuwerten. Es gehe darum, herauszufinden, wie die Akzeptanz bei Fahrgästen sei und wie stabil das System sei. Außerdem sollen Erkenntnisse zur Wirtschaftlichkeit gewonnen werden. 

Bei der Teleoperator-Technologie soll Personal gespart werden können: Fahrer sind nicht mehr an ein Fahrzeug gebunden, sondern können zeitversetzt mehrere Fahrzeuge steuern. So ist es beim Düsseldorfer Projekt: Der Fahrer soll einen Transporter steuern und nach Zielerreichung auf den anderen Transporter wechseln können. 

Test soll Brücke in Realbetrieb werden

Mira-Firmenchef Win Neidlinger sieht in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein.
Mira-Firmenchef Win Neidlinger sieht in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein.  © Wolf von Dewitz/dpa

Der öffentliche Personennahverkehr stehe vor personellen und finanziellen Herausforderungen, sagte die Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. Um Verlässlichkeit zu sichern, müssten technologische Optionen geprüft werden.

Man werde auf Basis belastbarer Daten entscheiden, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil der Betriebsstruktur werde. "Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten", sagte Grabbe.

Mira-Firmenchef Win Neidlinger wertet das Projekt als wichtigen Meilenstein.

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"Durch die effiziente Teleoperation von On-demand Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen", sagte der Manager. "Der Testbetrieb ist hierzu ein wichtiger Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen."

Die Betriebsgenehmigung für den Testbetrieb wurde nach Aussage von Neidlinger noch auf Basis eines alten Regelwerks erteilt, das die Anwesenheit eines Sicherheitsfahrers an Bord noch vorschrieb - also eines Menschen, der gewissermaßen auf die Bremse treten konnte, wenn die Fernsteuerung versagte.

Dieses Regelwerk wurde seinen Angaben zufolge Ende 2025 aber geändert - theoretisch könnten Testprojekte daher künftig auf die Sicherheitsfahrer verzichten. Beim Düsseldorfer Projekt wird das aber nicht der Fall sein: Ganz menschenleer wird der Innenraum des Transporters also nicht sein, wenn ein Passagier einsteigt.

Titelfoto: Wolf von Dewitz/dpa

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