Nach Auftritt von Skandal-Künstlerin an Kunstakademie: Jüdische Gemeinde fordert Rücktritt

Von Frank Christiansen

Düsseldorf - Nach dem Auftritt der umstrittenen palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif (43) an der Düsseldorfer Kunstakademie fordert die Jüdische Gemeinde den Rücktritt der Rektorin.

Die Architektin Donatella Fioretti leitet die renommierte Kunstakademie in Düsseldorf seit April 2023. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Notfalls müsse die Landesregierung die Professorin Donatella Fioretti (64) abberufen, betonen die Jüdische Gemeinde und das Jüdische Forum der NRW-CDU.

Bei al-Sharif handele es sich demnach um eine Terrorverherrlicherin, so die Jüdische Gemeinde. Politische Konsequenzen seien unumgänglich. Das Verhalten der Akademieleitung stelle eine massive Ignoranz dar.

Trotz zahlreicher Warnungen und Gesprächsangebote habe die Akademieleitung unter Verweis auf die Kunstfreiheit an der Veranstaltung festgehalten. "Unter dem Deckmantel akademischer Freiheit werden Personen eingeladen, die antisemitische Gewalt glorifizieren und sich offen mit terroristischen Organisationen solidarisieren", sind sich die Gemeinde und das Jüdische Forum sicher.

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Al-Sharif glorifiziere die Hamas-Täter des Massakers vom 7. Oktober 2023. Social-Media-Beiträge der Künstlerin dokumentieren nach Ansicht jüdischer Organisationen Terrorverherrlichung und israelbezogenen Antisemitismus.

Die Kunstfreiheit finde dort ihre Grenzen, wo andere Verfassungsgüter berührt würden, insbesondere die Menschenwürde, hieß es zuvor in einem offenen Brief, den das Netzwerk jüdischer Hochschullehrender am Donnerstag veröffentlicht hat.

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Studierenden soll freier Diskurs ermöglicht werden

Die Kunstakademie Düsseldorf zählt zu den renommiertesten und international bekanntesten Kunsthochschulen Europas.  © Oliver Berg/dpa

Die Kunstakademie hatte die Forderung nach Absage der Veranstaltung zurückgewiesen.

Antisemitismus, Relativierung oder Verherrlichung terroristischer Gewalt sowie die Infragestellung des Existenzrechts Israels hätten an der Akademie keinen Platz, hatte die renommierte Kunsthochschule in einer Stellungnahme betont.

"Der terroristische Angriff der Hamas stellt ein schweres Verbrechen dar, das in keiner Weise relativiert werden darf."

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Die Freiheit der Kunst setze aber einen freien Diskurs über das Werk von Künstlern voraus. "Als Kunstakademie Düsseldorf ermöglichen wir deshalb studentischen Initiativen, durch eigene Veranstaltungen einen Diskursraum zu eröffnen. Dies gilt auch, wenn es um kontroverse Themen geht."

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