Von Oliver Auster
Nordrhein-Westfalen - Der Knast-Skandal in der JVA Euskirchen erschüttert Nordrhein-Westfalen. Nun wurde bekannt, dass auch in einem weiteren Gefängnis ein Generalschlüssel verschwunden ist.
Offenbar wurde er aber nicht gestohlen, sondern verschlampt. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Justizministeriums an den Rechtsausschuss des Landtags hervor.
In welcher Einrichtung der Schlüssel abhandenkam, wird in dem Bericht des Ministeriums von Benjamin Limbach (56, Grüne) allerdings nicht gesagt. Es handele sich aber um eine Anstalt des geschlossenen Vollzugs.
Der Schlüssel sei nur für die Büros gewesen, so der Bericht: "Demnach können weder Hafträume noch sicherheitsrelevante Durchgangsbereiche mit diesem Schlüssel geöffnet werden. Der Schlüssel allein ermöglicht mithin nicht ein Verlassen der Anstalt."
Kurios: Nachdem in der JVA Euskirchen der mutmaßliche Diebstahl von zwei elektronischen Generalschlüsseln bekannt geworden war, sollten alle Strafanstalten ihren Bestand prüfen. Das jetzt betroffene Gefängnis teilte zunächst mit, das alle da seien. Die Leiterin des Bereichs Sicherheit und Ordnung schaute aber selbst noch mal nach und entdeckte nachträglich den Verlust.
Suche nach Schlüssel läuft
"Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand liegen keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Entwendung oder einen missbräuchlichen Einsatz des Schlüssels vor", heißt es in dem Bericht des Ministeriums.
"Ungeachtet dessen wurden unverzüglich sämtliche für einen derartigen Sachverhalt vorgesehenen sicherheitsrelevanten und organisatorischen Maßnahmen eingeleitet, um etwaigen Risiken wirksam zu begegnen." Der Schlüssel werde gesucht.
Vor drei Wochen waren durch Razzien Ermittlungen gegen Bedienstete der JVA Euskirchen bekannt geworden. Sie sollen Inhaftierten gegen Geld Hafterleichterungen beschafft oder sie vor Kontrollen gewarnt haben.
In dem Kontext war auch aufgefallen, dass an einem Teil der elektronischen Generalschlüssel der JVA das Innenleben entwendet worden war.