NRW sagt Ja zu Olympia: Das sind jetzt die nächsten Schritte
Von Jana Glose und Christian Hollmann
Köln - Noch bis in die Nacht wurden in Köln die Stimmzettel gezählt, doch die Olympia-Planer in Nordrhein-Westfalen hatten längst den Partybefehl von Ministerpräsident Hendrik Wüst (50) erhalten.
"Wir können mit Fug und Recht sagen: Ein historischer Rückhalt für eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute Abend aus Nordrhein-Westfalen", sagte der CDU-Politiker zum Votum der Bürgerinnen und Bürger über eine Kandidatur der Region "KölnRheinRuhr" für Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
In 16 von 17 Kommunen wurde die erforderliche Zustimmung erreicht, rund zwei Drittel der 1,4 Millionen Teilnehmenden votierten laut Wüst mit Ja.
In Köln stand das Ergebnis erst kurz nach 3 Uhr am Montagmorgen fest. Auch hier votierte eine Mehrheit für eine Bewerbung - wenngleich mit 57,39 Prozent die geringste Zustimmung aller Städte ermittelt wurde.
"Dass der Rückhalt so stark ist, damit hätte auch ich nicht gerechnet", sagte Wüst. Nur in Herten stimmten nicht genügend Menschen ab.
Diese Kriterien entscheiden über Olympia
Der Bürgerentscheid ist ein wichtiger Schritt für die Bewerbung aus NRW, aber noch nicht die nationale Vorentscheidung.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden, mit welchem der vier deutschen Konzepte Deutschland ins internationale Bewerbungsverfahren geht.
Der Verband bewertet alle Kandidaten mithilfe einer Matrix. Dabei fließt auch das Ergebnis der Bürgerentscheide ein.
Daneben entscheidend sind aber auch etwa Kriterien wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit, die sportfachliche und operative Eignung oder Kosten und Finanzierung.
Bis Anfang Juni können alle deutschen Kandidaten ihre Konzepte noch nachbessern.
Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

