NRW-Städte in Geld-Not: Jetzt drohen spürbare Einschnitte für Bürger

Von Christian Rothenberg

Köln/Düsseldorf - Die Finanzkrise der Kommunen in Nordrhein-Westfalen hat aus Sicht eines Bündnisses eine bedrohliche Dimension erreicht.

Die Finanzlage vieler Städte und Gemeinden in NRW spitzt sich weiter zu. Verbände warnen vor spürbaren Folgen für die Bürger. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa

Städtetag NRW, Landkreistag NRW und der Städte- und Gemeindebund NRW warnen zum bundesweiten Aktionstag "Kommunen am Limit" vor der schwierigen Situation von Städten und Kommunen. 

Steigende Ausgaben – vor allem im sozialen Bereich – setzten die Haushalte zunehmend unter Druck und Sparzwang, beklagen die Verbände. Trotz aller Bemühungen sei das Ergebnis ein "beispielloses Rekorddefizit", das die kommunale Selbstverwaltung im Kern bedrohe. 

Die Finanznot drückt sich nach Angaben des Bündnisses nicht nur in roten Zahlen in den Haushalten aus. "Ganz konkret entscheidet sie nämlich darüber, ob im Alltag der Menschen Leistungen wegbrechen, Schwimmbäder schließen, Bibliotheken zugänglich sind oder Straßen saniert werden."

Nordrhein-Westfalen Gute Ernte, schlechte Ernte: Das sagen Spargel-Bauern über diesjährige Ausbeute

Die Lage habe Einfluss auf die Lebensqualität vor Ort, weil Städten und Gemeinden Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit genommen werde.

Anzeige

Kommunen rutschen immer weiter ins Defizit

Sollte sich die Lage weiter verschlimmern, drohen Kürzungen in Kitas, Schulen sowie in Kultur- und Jugendangeboten. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Menschen verlören das Vertrauen in staatliches Handeln, wenn Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Jugendangebote und Kultureinrichtungen unter Druck gerieten, mahnt der Verband.

"Vor Ort verwalten wir nur noch einen Mangel, den Bund und Land durch immer neue Aufgabenpakete und Rechtsansprüche verursachen", heißt es weiter. Die Schmerzgrenze sei längst überschritten.

Laut dem kürzlich veröffentlichten kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung ist das Defizit der Städte und Gemeinden in NRW 2025 um 4 Milliarden auf den Höchststand von über 11 Milliarden Euro gestiegen.

Nordrhein-Westfalen Entscheidung da: Bonner Nordbrücke bleibt dicht und wird abgerissen

Damit hat das Bundesland den Experten der Stiftung zufolge pro Einwohner gerechnet im Ländervergleich den mit Abstand höchsten Wert. 

Trotz eingeleiteter Einsparungen sei absehbar, dass die Defizite in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Hauptgrund seien Personal- und Sozialausgaben. Laut Studie sind inzwischen auch wirtschaftsstarke Regionen wie Ostwestfalen oder das Münsterland betroffen.

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: