Von Wolf-Dietrich von Dewitz
Düsseldorf - Um die heimische Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern, will Nordrhein-Westfalens Landesregierung die heimische Wissenschaft und Wirtschaft stärker mit der Rüstungsbranche verzahnen.
Das Wirtschaftsministerium teilte in Düsseldorf mit, dass es eine Plattform konzipiere, auf der Unternehmen "gemeinsam mit Forschungspartnern konkrete sicherheitsrelevante Anforderungen technologisch adressieren und in marktfähige Systeme sowie industrielle Produktionslösungen überführen".
Dabei gehe es nicht nur um Start-ups, sondern auch Großkonzerne und andere Firmen. Die Plattform heißt "Production Launch Centre Defence" (PLCD).
Deutschlands Rüstungsbranche boomt. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bestellen NATO-Staaten viel mehr Rüstungsgüter beim Panzer- und Munitionslieferanten Rheinmetall oder beim Lenkflugkörper-Hersteller Diehl. Davon profitieren auch Zulieferer wie der Kölner Motorenhersteller Deutz.
Während die klassische Industrie wie etwa der Stahlfabrikant Thyssenkrupp Steel und der Autobauer Ford angesichts einer Auftragsflaute Tausende Jobs abbauen müssen, suchen Rüstungsfirmen nach Fachkräften.
Firmen, die bislang besonders die klassische Industrie mit Bauteilen beliefern und deren Probleme nun zu spüren bekommen, wollen ihre Produktion etwas umstellen, um Produkte an die Rüstungsbranche verkaufen zu können. Die von der Landesregierung geplante Plattform soll dabei helfen, solche Zulieferer sowie universitäre Forschungsinstitute stärker mit den Waffenfirmen zu vernetzen.
NRW-Regierung hat durch neue PLCD-Plattform Hoffnung auf mehr Investitionen
"Um den Frieden zu wahren, müssen wir wieder gezielter in unsere Verteidigungsfähigkeit investieren", sagt NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (48, Grüne).
Das Fundament dafür werde in Forschungslaboren, Fabrikhallen und Innovationszentren gelegt. "Mit dem Production Launch Centre Defence sorgen wir dafür, dass technologische Innovationen schneller einsatzfähig werden, neue industrielle Wertschöpfung entsteht und Europas technologische Souveränität gestärkt wird."