Pensionäre als Verstärkung für Ordnungshüter in NRW? Neue Polizeibeauftragte sorgt für Überraschung
Von Oliver Auster
Düsseldorf - Die neue Polizeibeauftragte von Nordrhein-Westfalen sorgt schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt am 1. Oktober für eine Überraschung: Ursula Mecklenbrauck (49) sucht derzeit pensionierte Polizisten als Unterstützung. Das geht aus einer Stellenanzeige des Landtags hervor.
In der Annonce werden "zwei pensionierte Polizeivollzugsbeamtinnen/ Polizeivollzugsbeamte" als Sachbearbeiter in Teilzeit gesucht. Als Aufgabengebiete werden unter anderem die Bearbeitung der Eingaben von Bürgern und Polizeibeamten als auch Aufträge des Innenausschusses und die "Beobachtung, Bewertung und Umsetzung von relevanten Rechtsentwicklungen" genannt.
Warum setzt Mecklenbrauck - aktuell noch Polizeipräsidentin in Krefeld - auf Pensionäre? Ein Landtagssprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Die Ausschreibung richtet sich gezielt an pensionierte Beamtinnen und Beamte, weil sie voraussichtlich kurzfristig verfügbar sind. Zudem wird hierdurch der aktive Polizei-Personalpool in den Polizeibehörden nicht belastet."
Es werde allerdings darüber nachgedacht, "das Team der Polizeibeauftragten perspektivisch durch aktive Beamtinnen und Beamte zu unterstützen - beispielsweise im Wege der Abordnung."
Insgesamt stehen im Haushalt für die Polizeibeauftragte sieben Stellen zur Verfügung, die aber nicht alle mit aktiven oder pensionierten Polizisten besetzt werden sollen.
Bürger und Polizeibeamte können sich direkt an neue Anlaufstelle von Ursula Mecklenbrauck wenden
Mecklenbrauck soll ihre Aufgabe Anfang Oktober antreten. Bei Beschwerden oder Fragen zum Polizeiverhalten können sich Bürger, aber auch Beschäftigte der Polizei, ab dann direkt an ihre Anlaufstelle wenden.
In NRW hatten CDU und Grüne den unabhängigen Polizeibeauftragten in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. In mehreren Bundesländern gibt es bereits solche Beauftragte, auch der Bundestag hatte 2024 den ersten Polizeibeauftragten des Bundes gewählt.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa
