Polizei startet Großeinsatz: Fünfter Atommüll-Transport steht bevor

Von Volker Danisch, Christian Rothenberg, Niklas Graeber

Jülich/Ahaus - Wegen eines weiteren Atommüll-Transportes müssen Autofahrer auf Autobahnabschnitten im Rheinland und im Münsterland in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit Sperrungen rechnen.

Fahrtroute und Alternativstrecken der Atommüll-Transporte bleiben bis zuletzt geheim. (Archivbild)  © David Ebener/dpa

Ein Castor-Behälter mit hoch radioaktiver Altlast wird derzeit mit einem Schwerlasttransporter aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte.

Es ist der fünfte Castor seit dem Start der Transporte quer durch NRW seit Ende März.

Der Transport findet in einem Konvoi von Fahrzeugen statt. Die Polizei schützt die unangekündigte Aktion mit schätzungsweise Hunderten Beamten auf der Strecke sowie am Start- und Zielpunkt.

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Die Fahrtroute und Alternativstrecken werden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Die Polizei sperrt dann jeweils Autobahnabschnitte während der Durchfahrt des Transports. Für die etwa 170 Kilometer lange Route werden etwa vier Stunden benötigt. 

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Castor-Transporte bislang ohne Zwischenfälle

In den Castor-Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße und radioaktive Brennelemente gelagert. (Archivbild)  © Andreas Endermann/dpa

Wie bei den vergangenen Transporten waren auch diesmal an mehreren Stellen Proteste gegen die Verlagerung des hoch radioaktiven Atommülls angekündigt worden. Das Aktionsbündnis "Stop Westcastor" veranstaltet in Jülich eine Mahnwache, die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" eine weitere in Ahaus. Bislang seien alle Teilnehmer friedlich und es habe keine Probleme gegeben, sagte der Polizeisprecher am Abend. 

Zuvor waren bereits die ersten vier nächtlichen Transporte von jeweils einem Castor-Behälter quer durch NRW in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitete sie jeweils mit einem Großaufgebot.

In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb. 

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Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil dort eine Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei dem Transport durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

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