Solingen - Ein Chemieunfall hat am Mittwochvormittag für einen größeren Feuerwehreinsatz in Solingen (NRW) gesorgt. Drei Personen wurden verletzt.
Wie ein Sprecher der Solinger Feuerwehr auf Nachfrage von TAG24 bestätigt, ereignete sich der Gefahrstoffaustritt gegen 11.25 Uhr in einem Betrieb für Reinigungsmittel an der Martinstraße im Stadtteil Merscheid.
Demnach hatte ein Gabelstapler einen mit 1000 Litern Reinigungsmittel gefüllten IBC-Behälter umgestoßen, in dem sich zu etwa zehn Prozent auch hochgiftige Flusssäure befunden habe. Schätzungsweise 250 Liter der Flüssigkeit traten in der Folge aus.
Ein Mitarbeiter befand sich bewusstlos im Gefahrenbereich. Zwei Kollegen handelten daraufhin umgehend und brachten die Person in Sicherheit. Bei der Rettung kamen sie jedoch selbst mit dem Gefahrstoff in Kontakt.
Alle drei Personen wurden vor Ort behandelt und anschließend in Krankenhäuser gebracht.
Unternehmen leitet Sofortmaßnahmen ein
Die Hintergründe sind laut der zuständigen Polizei Wuppertal bislang noch unklar. Ersten Informationen zufolge habe sich demnach zunächst eine Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern des Unternehmens ereignet, wodurch es in der Folge zu dem Austritt des Gefahrstoffs kam.
Noch vor Eintreffen der Feuerwehrkräfte hat das Unternehmen zudem bereits erste Sofortmaßnahmen eingeleitet: Die Chemikalie wurde mit Bindemitteln abgestreut und Mitarbeiter richteten den umgekippten Behälter mithilfe eines Gabelstaplers wieder auf, um ein weiteres Austreten zu verhindern.
Die Feuerwehr war mit speziellen Schutzanzügen und mit starken Kräften im Einsatz. Inzwischen laufen die letzten Aufräumarbeiten, berichtet der Sprecher. Nachdem keine weitere unmittelbare Gefahr festgestellt werden konnte, wurde die Einsatzstelle am Nachmittag an den Betreiber übergeben.
Erstmeldung: 8. Juli, 14.04 Uhr; zuletzt aktualisiert: 8. Juli, 14.30 Uhr