Traurige Bilanz: NRW verzeichnet die meisten Badetoten in Deutschland
Von Celine Frohnapfel
Düsseldorf/Bad Nenndorf - Die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen ist im Hitzemonat Juni im Vergleich zum Vorjahr deutlich größer geworden.
Während es in dem Monat 2025 noch 12 tödliche Unfälle im Wasser gab, zählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt im Juni 22 Badetote.
Das ist ein Anstieg um über 80 Prozent. In keinem anderen Bundesland zählte die DLRG in diesem Zeitraum mit der Rekordhitze mehr Opfer.
In den vergangenen Jahren hatte es vor allem am Rhein aufgrund der starken Strömungen und Sogwirkungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe immer wieder tödliche Badefälle gegeben.
Laut DLRG starben im vergangenen Jahr allein 12 Menschen bei Badeunfällen am Rhein in NRW.
So viele Badetote wie seit mehr als 20 Jahren nicht
Bundesweit gab es im vergangenen Monat den Angaben nach mindestens 99 Badetote. So viele Menschen ertranken seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr.
Viele Menschen würden die Gefahr von Strömung und Temperaturunterschieden im Wasser unterschätzen, betonte die DLRG. Hinzu komme oftmals eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und mitunter der Einfluss von Alkohol.
Über 90 Prozent der dokumentierten Todesopfer im Juni waren den Angaben nach männlich, 40 Menschen außerdem nicht älter als 30 Jahre alt. "Man stellt fest, dass junge Männer sich öfter nicht an die Regeln halten", sagte der Sprecher der DLRG Nordrhein.
Die DLRG rät, grundsätzlich nur an geeigneten und bewachten Stellen baden zu gehen - und dabei die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. In der Nähe von Wasser müssten Kinder zudem stets aufmerksam beaufsichtigt werden. Auf Alkohol sollte im und am Wasser verzichtet werden.
Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

