Lokführer lässt Fahrgäste am Bahnhof stehen und wird in Psychiatrie eingewiesen

Von Julius Wacker

Rheda-Wiedenbrück - Trunkenheitsfahrt sorgt für Chaos! Am Sonntagnachmittag musste ein Lokführer (53) in Nordrhein-Westfalen aus dem Verkehr gezogen werden. Laut Zugbetreiber National Express handelte es sich um einen "bedauerlichen Einzelfall".

Ein RE6-Lokführer in Nordrhein-Westfalen hatte vor seiner Fahrt heftig "getankt" und musste anschließend in eine Klinik gebracht werden. (Archivfoto)
Ein RE6-Lokführer in Nordrhein-Westfalen hatte vor seiner Fahrt heftig "getankt" und musste anschließend in eine Klinik gebracht werden. (Archivfoto)  © Henning Kaiser/dpa

Nach Schilderung der Bundespolizei soll der 53-jährige Triebfahrzeugführer scheinbar grundlos seinen Zug am Sonntagnachmittag auf freier Strecke angehalten haben. Zuvor habe es Unregelmäßigkeiten bei Türschließungen gegeben.

Zudem soll der Lokführer vor dem Stopp auf freier Strecke den Bahnhof Rheda-Wiedenbrück durchfahren haben, statt planmäßig zu halten. Ein Zugbegleiter bemerkte laut Bundespolizei eine deutliche Alkoholfahne, verhinderte die Weiterfahrt und informierte die Notfallleitstelle der Bahn.

Das Unternehmen National Express erklärte hingegen, nach Auffälligkeiten im Fahrbetrieb hätten die Kundenbetreuer eingegriffen und für den sicheren Halt des Zuges auf offener Strecke zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde gesorgt.

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Alle rund 250 Fahrgäste seien bis zur Evakuierung von den für Notfälle geschulten Kundenbetreuern angeleitet und unverletzt durch die Feuerwehr in einen anderen Zug überführt worden. "Das schnelle Handeln unseres Zugpersonals und die abgestimmten Notfallprozesse haben entscheidend dazu beigetragen, die Sicherheit der Fahrgäste jederzeit zu gewährleisten."

National Express sprach in der Stellungnahme von einem äußerst bedauerlichen Einzelfall

Das Unternehmen National Express äußerte sich inzwischen zum Vorfall. (Archivbild)
Das Unternehmen National Express äußerte sich inzwischen zum Vorfall. (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

Der Fahrbetrieb im Schienenpersonennahverkehr unterliege strengen Sicherheitsvorschriften, einschließlich eines absoluten Alkohol- und Drogenverbots.

"Triebfahrzeugführende durchlaufen zudem vorgeschriebene medizinische und psychologische Beurteilungen", erklärte das Unternehmen. Die laufenden Ermittlungen würden vollumfänglich unterstützt. National Express dankte Feuerwehr und Polizei für die Unterstützung auch bei der Evakuierung.

Wie die Bundespolizei weiter mitteilte, dauerte der Einsatz insgesamt fast drei Stunden und führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

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Einsatzkräfte der Bundespolizei hatten den Triebfahrzeugführer in Gewahrsam genommen und ihn zur Polizeiwache nach Rheda-Wiedenbrück gebracht.

Bei dem Triebfahrzeugführer sei nach dem Atemalkoholtest eine Blutprobe angeordnet worden. Weil der Mann Anzeichen einer psychischen Ausnahmesituation aufgewiesen habe, sei er in eine Fachklinik eingewiesen worden. Gegen ihn werde wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt.

Erstmeldung, 24. November, 14.53 Uhr; aktualisiert um 20.12 Uhr.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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