Zwei Schulkinder tot: Unfallfahrerin trug Herz-Gerät
Von Rolf Schraa, Volker Danisch, Oliver Auster und Alina Eultgem
Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) - Die 47-jährige Frau, die am Mittwochmorgen mit ihrem Auto in eine Schülergruppe gefahren ist, trug nach dpa-Informationen ein Gerät zur langfristigen Herz-Überwachung.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Autofahrerin wegen fahrlässiger Tötung eröffnet.
Die Frau habe schon 2025 nach einer plötzlichen Ohnmacht einen Unfall verursacht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Danach sei ihr ein sogenannter Ereignisrekorder implantiert worden.
Dabei handelt es sich um ein Gerät, das die Herzaktivität kontinuierlich überwacht, um plötzliche Ohnmachtsanfälle oder Aussetzer zu erkennen. Dessen Daten würden nun ausgewertet.
Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Sie durfte aber laut den Informationen Auto fahren.
Die Frau hatte am Mittwochmorgen die Kontrolle über ihr Auto verloren und war in eine Gruppe von drei Jungen gefahren, die auf Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht im Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasium waren. Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der dritte Junge war nur leicht verletzt worden.
Schweigeminute soll Zeichen der Anteilnahme setzen
Die Frau wurde bei dem Unfall selbst schwer verletzt. Sie sei weiterhin im Krankenhaus und nicht vernehmungsfähig, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Wie genau es zu dem Unfall kam, sei weiter Gegenstand der Ermittlungen.
Am Gymnasium der drei verunglückten Jungen, an der Grundschule, vor der der Unfall passiert war, und in der ganzen Stadt herrschte am Tag danach große Betroffenheit.
Zahlreiche Menschen legten an der Unfallstelle Kerzen, Blumen und Teddybären ab, um ihre Trauer auszudrücken. "Am Freitag wird es um 9.15 Uhr eine stadtweite Schweigeminute im Gedenken an die beiden verstorbenen Jungen geben", teilte die Stadt mit.
An der Schule der Jungen seien Schulpsychologen und Notfallseelsorger im Einsatz. Besondere Zuwendung erhalte dabei die Klasse, die um ihre zwei Mitschüler trauert, sagte eine Sprecherin der Stadt.
Erstmeldung vom 28. Mai um 13.06 Uhr; Update um 18.19 Uhr.
Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

