Verdi-Streik im Einzelhandel: Auch viele Geschäfte in NRW betroffen
Dortmund - Wer am Freitag (15. Mai) entspannt shoppen gehen will, könnte vor verschlossenen Türen oder zumindest längeren Wartezeiten stehen: Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte im Einzel-, Außen- und Großhandel bundesweit zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen - auch in Nordrhein-Westfalen.
Ausgerechnet am Brückentag zwischen Christi Himmelfahrt und Samstag, an dem viele freihaben und durch die Innenstädte bummeln wollen, will Verdi mit den Aktionen Druck in den laufenden Tarifverhandlungen machen.
Betroffen sind Geschäfte wie H&M und IKEA, aber auch Supermärkte wie Rewe und Kaufland. Ganz leer ausgehen müssen Einkaufswillige aber wohl nicht überall. Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten wird der Streik nicht flächendeckend dazu führen, dass Geschäfte geschlossen bleiben.
Eine Verdi-Sprecherin aus NRW rechnet vor allem punktuell mit Auswirkungen: Einzelne Geschäftsschließungen, längere Wartezeiten an den Kassen oder auch unbesetzte Bedientheken sind möglich.
In mehreren Städten sind zudem Streikkundgebungen geplant. Unter anderem in Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart.
Die Gewerkschaft fordert im Einzelhandel 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro monatlich zusätzlich. Außerdem soll der Mindeststundenlohn auf 14,90 Euro steigen und die Ausbildungsvergütungen um 150 Euro erhöht werden. Die Laufzeit der Tarifverträge soll zwölf Monate betragen.
Die Tarifrunde wird am 11. Juni fortgesetzt, eine schnelle Einigung gilt laut Experten als unwahrscheinlich. Im Groß- und Außenhandel gehen die Verhandlungen bereits am 18. Mai weiter.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa
