Von Oliver Auster
Düsseldorf - Die Polizei in Nordrhein-Westfalen sucht für ihre künftige Recherche eine Nachfolger-Software für das umstrittene US-Unternehmen Palantir.
Laut des Innenministeriums läuft der noch bestehende Vertrag mit den Amerikanern Mitte Oktober aus.
Theoretisch kann dann auch Palantir bei der Ausschreibung wieder mitmachen, heißt es.
Kritiker nennen die bestehende Software "Datenkrake", Innenminister Herbert Reul (73, CDU) hatte das Programm zur datenbankübergreifenden Analyse und Recherche – so der offizielle Titel – im Grundsatz allerdings stets verteidigt.
Da Palantir enge Kontakte mit US-Geheimdiensten pflegt, hatte man in NRW bereits reagiert und unter anderem eine Fernwartung ausgeschlossen. Betrieben wird die Software in einem Hochsicherheitsrechenzentrum.
Dank des DAR können Ermittler laut Ministerium in viel kürzerer Zeit Millionen Daten aus verschiedenen Quellen auswerten und verknüpfen. Bewährt habe sich die Software vor allem dort, wo massenhaft Daten anfallen – etwa, um Pädokriminellen auf die Spur zu kommen, heißt es von der Polizei.
Laut der jüngst veröffentlichten Ausschreibung für die neue Software entfällt durch eine Gesetzesnovelle nun auch "das Verbot des Einsatzes künstlicher Intelligenz und Möglichkeiten des Dataminings werden eröffnet".
Das Innenministerium betonte auf Anfrage aber: "Ob und wie KI im Rahmen einer datenbankübergreifenden Analyse und Recherche letztlich eingesetzt werden kann, wird sich im Rahmen des Vergabeverfahrens zeigen."