Von der Haarkur bis zum Putzmittel – darum gehört Essig in jeden Haushalt

Essig als Reinungsmittel, okay, aber Essig auf Haut und Haaren? Was klingt wie eine ätzende Flüssigkeit kann tatsächlich viel mehr als nur Kalk entfernen. 5 Tipps für die Verwendung von Essig:

1. Essig fürs Haar: die saure Rinse als pflegende Haarspülung

Die saure Rinse mit Essig wirkt wahre Wunder bei sprödem Haar.
Die saure Rinse mit Essig wirkt wahre Wunder bei sprödem Haar.  © 123RF/Roman Samborskyi

Essig soll gut für das Haar sein? Ja, tatsächlich. Essig hat eine enorme Pflegewirkung, denn es wirkt antibakteriell, fungizid (pilztötend) und kann den pH-Wert der Kopfhaut ausgleichen nach dem Waschen. Wer an Schuppen oder schnell fettenden Haaren leidet, für den kann Essig ein wahres Wundermittel aus der Natur darstellen.

Darüber hinaus kann Essig sprödem Haar zu mehr Glanz verhelfen, denn Essig wirkt astringierend. Das bedeutet, dass sich die Hornschuppen des Haars zusammenziehen, wenn man eine saure Rinse, also eine Haarspülung mit Essig, darüber laufen lässt. Danach ist das einzelne Haar glatter, reflektiert mehr Licht und lässt sich besser kämmen. Langfristig verwendet kann es Haarspliss vorbeugen, allerdings ist für gesundes, glänzendes Haar vor allem eine gesunde Kopfhaut wichtig – sind die Längen kaputt, sind sie nicht mehr zu retten. Mit einer sauren Rinse sehen sie aber zumindest schöner aus dank der astringierenden Wirkung.

Wer Essig äußerlich anwendet, sollte nur zu Apfelessig greifen. Denn es hat einen deutlich geringeren Säuregehalt und ist somit sanfter.

Essig-Haarspülung-Rezept:

Am besten schnappt man sich einen großen Messbecher, füllt ihn mit etwa einem Liter Wasser und gibt anschließend etwa fünf Esslöffel Apfelessig hinzu. Die Mischung wird dann über das Haar gegossen, nachdem man seine Haare gewaschen hat.

Dabei nicht die Kopfhaut vergessen. Einfach eine große Menge über den Kopf gießen, die saure Rinse sanft in die Kopfhaut einmassieren, dann den Rest der Mischung über die Längen gießen. So gelangt die natürliche Haarspülung mit Essig von der Haarwurzel bis in die Spitzen.

Der Essiggeruch verfliegt, sobald die Haare trocken sind, es bleibt höchstens ein leicht fruchtiger Geruch zurück, wenn man zu viel Essig dazugetan hat.

Falls einen doch ein leichter Geruch bleibt oder man das Gefühl hat, es hat zu wenig Wirkung erzielt, kann man vorsichtig mit dem Mischverhältnis von Wasser und Essig herumprobieren.

2. Essig für die Haut – gegen Bakterien und Pilze

Ebenso wie auf der Kopfhaut wirkt Essig natürlich auch an anderen Stellen des Körpers fungizid und bakterizid.

Die entzündungshemmende Wirkung kann zum Beispiel bei Pickeln etwas Linderung verschaffen. Dafür gibt man etwas Apfelessig auf ein mit Wasser getränktes Wattepad und tupft die unreine Gesichtshaut ab. Wer eine trockene und empfindliche Haut hat, sollte erst mal an einer kleinen Stelle testen, ob die Haut die Prozedur verträgt.

Sogar gegen Fuß- oder Nagelpilz soll Essig helfen. Dazu einfach die betroffenen Stellen mit einem Essig-Wasser-Gemisch abtupfen oder einen guten Schuss Essig direkt ins lauwarme Fußbad geben.

3. Essig trinken: Verdünnt entfaltet es von innen seine Wirkung

Viele schwören auf den Apfelessig-Trunk am Morgen. Doch zu viel greift die Zähne an.
Viele schwören auf den Apfelessig-Trunk am Morgen. Doch zu viel greift die Zähne an.  © 123RF/yelenayemchuk

Viele schwören auf das tägliche Glas warmes Wasser, Tee oder Saft mit einem Esslöffel Essig versüßt mit Honig. Essig soll die Arbeit der Leber unterstützen und Verdauungsprozesse fördern.

Doch Vorsicht! Essig kann den Zähnen schaden.

Man sollte es mit der inneren Essigkur nicht übertreiben. Zwar kann sich die Einnahme von verdünntem Essig positiv auf die Gesundheit auswirken, doch gleichzeitig greift es auch den Zahnschmelz an - wie alle Säuren. Man sollte also immer auf ein gesundes Mittelmaß setzen – viel hilft viel, stimmt hier absolut nicht!

Auch keine gute Idee: mit Essig abnehmen.

Immer wieder liest man im Netz von diesem Geheimtipp, doch wie so viele angepriesene Diäten kann eine reduzierte Kost zusammen mit Apfelessig als Nahrungsersatz einen extremen Jo-Jo-Effekt hervorrufen. Zwar kann Apfelessig den Appetit zügeln, doch gleichzeitig gerät die Verdauung und der Stoffwechsel durch die Apfelessig-Diät ins Stocken und es wird zu wenig Energie fürs Muskelwachstum aufgenommen (Muskeln verbrennen aber Fett).

Isst man normal weiter und gönnt sich zusätzlich regelmäßig ein Glas verdünntes Essiggetränk, kann es zwar positive Prozesse fördern, von denen man auch im Abnehm-Prozess profitiert. Doch abnehmen wird man durch die Einnahme von Essig an sich ganz sicher nicht.

Zudem kommt bei einem hohen Essig-Konsum wieder das Problem mit den Zähnen ins Spiel – also Finger weg von abstrusen Essig-Diäten!

4. Essig als Reinigungsmittel: die (Putz-)Kraft der Natur

Wer ökologisch putzen möchte, sollte auf jeden Fall Essig zu Hause haben.
Wer ökologisch putzen möchte, sollte auf jeden Fall Essig zu Hause haben.  © 123RF/dolgachov

Essig hat eine enorme Kalklösungskraft und kann daher fast überall im Haushalt verwendet werden. Zudem kann man mit einer Essig-Wasser-Mischung auch Flächen und Gegenstände desinfizieren, da es, wie erwähnt, antibakteriell und fungizid wirkt. Allerdings sollte man es nie unverdünnt verwenden und nur auf säureresistenten Materialien verwenden. Natursteine -beispielsweise Marmor - können durch Essigreiniger beschädigt werden.

Essig kann sehr gut beim Putzen im Bad gegen den Kalk oder zur Desinfektion und Geruchsneutralisierung bei der Kühlschrankreinung verwendet werden.

Haushalts-Tipp: Essig kann Weichspüler ersetzen!

Denn Essig enthärtet und entkalkt und ist somit eine ökologische Alternative zum umweltbelastenden Weichspüler. Wer es schön duftend möchte, kann ein paar Tropfen ätherischer Öle, zum Beispiel Vanille oder Lemongras, hinzufügen.

Aber Vorsicht: Essig sollte nur sehr stark verdünnt zur Wäsche hinzugegeben werden, da die Säure die Gummiteile (z.B. Schläuche und Manschette) angreifen kann. Im Zweifelsfall lieber vorab einen Techniker fragen.

5. Essig im Essen: Ein Schuss gibt Speisen den letzten Pfiff

Essig kann man in der Küche vielfältig einsetzen: zum Verfeinern oder auch Konservieren.
Essig kann man in der Küche vielfältig einsetzen: zum Verfeinern oder auch Konservieren.  © 123RF/Tatjana Baibakova
  • Essig im Dressing

Ein kleiner Schuss im Salatdressing gibt dem Salat eine spritzige Säure und verleiht ihm damit geschmackliche Frische. Kombiniert mit süßen Komponenten wie etwas Honig oder einer süß-scharfen wie Feigensenf, wird das Dressing zum Festival für den Gaumen. Außerdem ist der Klassiker Essig-Öl als Dressing natürlich nach wie vor unschlagbar, insbesondere in der mediterranen Küche.

  • Essig in Suppen und Eintöpfen

Beim Kochen von Suppen und Eintöpfen gehört Essig bei vielen Gerichten zur Standardrezeptur.

Tipp: Ein halber Teelöffel Senf und ein kleiner Spritzer Essig in der warmen Linsensuppe verleiht dem Gericht eine besondere und würzige Note.

  • Essig als Konservierungsmittel

Obst und Gemüse können prima in Essig konserviert werden. Das liegt daran, dass der hohe Säuregrad dafür sorgt, dass das Wachstum von Bakterien und  Schimmelpilzen verhindert bzw. gehemmt wird. 

Also nichts wie ran an die alten Einmach-Rezepte von Oma und Opa!

Titelfoto: 123RF/Roman Samborskyi

Mehr zum Thema Ratgeber:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0