Todesfalle Mähroboter: So macht Ihr Euren Rasenroboter sicher für Igel, Haustiere und Co.

Deutschland - Rasenroboter, die ganz automatisch das Gras trimmen, werden immer beliebter. Doch Naturschützer schlagen Alarm. Denn Mähroboter stellen eine tödliche Gefahr für tierische Gartenbewohner dar. Besonders Igel sind betroffen, doch längst nicht nur. 

Erfahrt hier, wie Ihr die Mähroboter-Gefahr für Igel minimieren könnt und dadurch auch vielen anderen kleinen Tieren das Leben rettet.

Mähroboter sind große Gefahr für Igel und andere Wildtiere

Dieser Igel ist zwar mit dem Leben davongekommen, hat jedoch eine gefährliche Kopfverletzung erlitten
Dieser Igel ist zwar mit dem Leben davongekommen, hat jedoch eine gefährliche Kopfverletzung erlitten  © Marius Becker/dpa

Beine wurden abgeschlagen, die Schnauze wirkt wie weggesäbelt und die Schädeldecke ist zertrümmert. 

Was wie die Beschreibung aus einem Horrorfilm klingt, ist in vielen Igelstationen Deutschlands mittlerweile trauriger Alltag. 

Denn immer öfter fallen Igel im heimischen Garten den Mährobotern zum Opfer. Während sich einige Stachler unter professioneller Pflege von ihren Blessuren erholen, wurde für viele und besonders junge Igel der Rasenroboter bereits zur Todesfalle. 

Und sie sind längst nicht die einzigen Betroffenen. Auch Kröten, Eidechsen, Schlangen und ähnliche schützenswerte Wildtiere werden von den leisen Gartenhelfern unbemerkt zerfetzt.

Doch warum geht von Mährobotern eine solche Gefahr aus?

Das Problem liegt darin, dass viele Mähroboter nachts ihre Arbeit verrichten, während die Hausbewohner schlafen. Doch auch Igel und Co. sind nachtaktiv. Sie wagen sich erst in den Abendstunden aus ihrem Versteck und tippeln los, um sich auf die Suche nach Würmern und Insekten zu begeben. Droht Gefahr, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen und bewegen sich nicht mehr. 

Dieses Verhalten wird ihnen jedoch bei der Konfrontation mit einem Rasenroboter zum Verhängnis. Anstatt den Mähern auszuweichen, erstarren sie und geraten auf diese Weise unter die scharfen Messer des Roboters. Vor allem Jungtiere sind aufgrund ihrer geringen Körpergröße gefährdet. 

Umso schlimmer, dass die massiven Verletzungen oft gänzlich unbemerkt bleiben. Schließlich stoßen Wildtiere keine Schmerzenslaute aus und ziehen sich stattdessen ins Gestrüpp oder Unterholz zurück, um hier qualvoll und langsam zu verenden. 

Beste Lösung für Wildtiere: Rasenroboter nur tagsüber fahren lassen

Mähroboter sind zwar bei den Deutschen beliebt, nicht jedoch bei Igel, Kröte und Co.
Mähroboter sind zwar bei den Deutschen beliebt, nicht jedoch bei Igel, Kröte und Co.  © Soeren Stache/dpa

Doch das Massaker im heimischen Garten muss nicht sein. Die einfachste Lösung, um Mähroboter für Igel unschädlich zu machen, ist es, die Geräte nur tagsüber und unter Aufsicht fahren zu lassen.

Denn Unfälle mit Igeln und anderen Tieren ereignen sich in erster Linie mit Einbruch der Dämmerung.

So lässt sich der Mähplan beispielsweise so einrichten, dass der Roboter fährt, während die Kinder Mittagsschlaf machen oder bereits in der Frühe, wenn weder Kind noch Tier auf dem Rasen unterwegs sind. 

In der Nacht hingegen sollte grundsätzlich kein Rasenroboter sein Werk verrichten, um Igeln und anderen Tieren den nötigen Schutz zu bieten.

Selbst Stiftung Warentest bescheinigt Mährobotern schlechtes Urteil

Selbst moderne Rasenroboter haben immer noch große Mängel, was die Sicherheit angeht
Selbst moderne Rasenroboter haben immer noch große Mängel, was die Sicherheit angeht  © Sebastian Gollnow/dpa

Selbst die aktuelle Stiftung Warentest-Ausgabe von April 2020 sieht hinsichtlich der Sicherheit bei Rasenrobotern noch großen Nachholbedarf.

Demnach würden die Sensoren an den Geräten Hindernisse, seien es Haustiere, Spielzeug oder Gliedmaßen von Kindern, nur unzureichend erkennen. 

Stießen die elf getesteten Modelle gegen ein Test-Hindernis, wurde der Stoßsensor oft nicht ausgelöst. 

In der Folge versuchte das Gartengerät immer weiter zu fahren. Ein Igel, ein krabbelnder Kinderfuß oder eine ausgestreckte Hand im Gras würden demnach im Zweifelsfall stark verletzt werden.

Hier hilft es zukünftig nur, dass die Hersteller von Mährobotern die Sensorik ihrer Technik verbessern und bei zukünftigen Modellen deutlich sensibler machen. 

Doch bis es so weit ist, kann jeder verantwortungsvolle Rasenroboter-Besitzer selbst aktiv werden.

Mähroboter mit Igel-Schutz: Diese weiteren Möglichkeiten gibt es

Wer einen Mähroboter besitzt, kann diesen aufrüsten und somit sicherer für Wildtiere, aber auch die eigenen Haustiere und Kinder machen.

Mähroboter mit Apfelschürze ausstatten

Um Igel vor der Mähroboter-Gefahr zu schützen, lässt sich eine sogenannte Apfelschürze am Gerät anbringen. Dabei handelt es sich um ein weit gespanntes Gitter, das eigentlich den Zweck erfüllen soll, den Rasenroboter auf Abstand zu heruntergefallenen Äpfeln und anderem Fallobst zu halten. 

Leider haben sich die namhaften Mähroboter-Hersteller noch nicht dazu entschlossen, eigene Aufsätze als Apfelschürzen ins Sortiment aufzunehmen. Glücklicherweise lassen sich diese jedoch mit geringem Aufwand selbst herstellen. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Lochblech oder eine flexible Kunststoffleiste

Am besten wird die Apfelschürze in der passenden Größe mit doppelseitigem Klebeband angebracht. Alternativ dazu könnt Ihr das Blech bzw. die Kunststoffleiste mit Schrauben am Frontbereich des Mähroboters anbringen. Allerdings erlischt in diesem Fall höchstwahrscheinlich die Gewährleistung.

Achtet auch darauf, dass die Apfelschürze am Rasenroboter nicht zu tief befestigt wird, da dieser sonst in hügeligen Bereichen des Gartens Probleme beim Mähen bekommt. Auch ist im Internet die Rede von sogenannten Gleittellern bzw. Gleitplatten. Was für das eigene Roboter-Modell am besten geeignet ist, kann sehr unterschiedlich sein.

Rasenroboter mit Ultraschallsensor kaufen

Wer aktuell noch mit der Anschaffung eines Mähroboters liebäugelt, kann sich von vornherein für ein Modell entscheiden, der mit einem Ultraschallsensor ausgestattet ist. Auf diese Weise werden Lebewesen und Objekte in unmittelbarer Nähe rechtzeitig erkannt und umfahren. 

Leider gehört ein solcher Sensor noch nicht zur Standardausstattung von Mährobotern. Allerdings gibt es Hersteller, die Exemplare dieser Art sehr wohl bereits im Sortiment haben.

Igel gehören unlängst zu den bedrohten Tierarten in Deutschland. Umso wichtiger ist es, sie vor vermeidbaren Gefahren zu schützen.
Igel gehören unlängst zu den bedrohten Tierarten in Deutschland. Umso wichtiger ist es, sie vor vermeidbaren Gefahren zu schützen.  © Unsplash/Bill Fairs

Übereifrige Mähroboter bedrohen heimische Ökosysteme im Garten

Naturbelassene Flecken im Garten sind eine Oase für Insekten und Igel.
Naturbelassene Flecken im Garten sind eine Oase für Insekten und Igel.  © Unsplash/Kristine Cinate

Wer seinen Garten und die darin gebotene Artenvielfalt nicht mehr als nötig stören möchte, sollte seinen Rasenmähroboter nicht täglich, sondern in so großen zeitlichen Abständen wie möglich fahren lassen.

Wer hingegen die elektrischen Gartenhelfer jeden Tag ihre Arbeit verrichten lässt, vernichtet regelmäßig die für das Ökosystem so wichtigen Insekten und andere Kleinlebewesen. 

Wer die räumlichen Möglichkeiten dazu hat, tut gut daran, eine möglichst naturbelassene Ecke im Garten zu belassen. 

Auch das Aussäen von bunten Wildblumen und insektenfreundlichen Pflanzen stellt für Gartenbesitzer eine hervorragende Möglichkeit dar, wichtige Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für Wildbienen, Hummeln und viele andere nützliche Insekten zu schaffen. 

Das hat zur Folge, dass auch Igel ein ausreichend großes Futterangebot vorfinden. 

So werden die kleinen Stachler nicht gezwungen, noch längere und gefährlichere Wege zurückzulegen, um an Nahrung zu gelangen. 

Nicht zuletzt ist es für Igel wichtig, für den Winterschlaf genügend Fettreserven anzufressen. Wer die Nahrungsknappheit mit seinem Rasenroboter nicht zusätzlich befeuern möchte, kann ganz einfach Ausgleichsmaßnahmen schaffen, die für Mensch und Tier gleichermaßen einen Mehrwert schaffen. 

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Fazit

Da die Rasenroboter hinsichtlich ihrer Sensorik noch nicht so sensibel auf Hindernisse reagieren, wie sie eigentlich müssten, sollten aufmerksame Gartenbesitzer vorsichtig im Umgang mit dem Gartengerät sein.

Um die Mähroboter-Gefahr für Igel und andere (Wild-)Tiere so klein wie möglich zu halten, sollten diese grundsätzlich nur tagsüber und unter Aufsicht ihre Arbeit verrichten. Darüber hinaus kann das Anbringen einer sogenannten Apfelschürze an den Rasenroboter für zusätzliche Sicherheit sorgen. Auch ein Modell mit Ultraschallsensoren ist bei dem Kauf eines neuen Roboters eine Überlegung wert.

Auf diese Weise gelingt es jedem, einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz im eigenen Garten zu leisten.

Titelfoto: dpa/Sebastian Gollnow/Unsplash/Bill Fairs/TAG24-Fotomontage

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