Kopfläuse erkennen und bekämpfen: Was hilft wirklich?

Kopfläuse: Der juckende Albtraum von Groß und Klein. Das ist zu tun, wenn sich die blutsaugenden Läuse bereits auf Deinem Kopf eingenistet haben.

Kopfläuse Ursache – Wissenswertes über die Insekten

Das Kopfläuse-Bekämpfen erfordert viel Geduld und Ausdauer.
Das Kopfläuse-Bekämpfen erfordert viel Geduld und Ausdauer.  © 123rf / Hootie2710

Kopfläuse (lateinisch Pediculus humanus capitis) sind keine Schande. Es kann jeden Menschen zu jeder Zeit treffen. Der kleine flügellose Parasit überträgt sich von Mensch zu Mensch und das leider so unbemerkt, dass es oft einige Zeit braucht, bis der Befall erkannt wird.

Die Bekämpfung der Kopfläuse sollte schnellstmöglich erfolgen, bevor sich andere Menschen im näheren Umfeld ebenso anstecken.

Kopfläuse machen es sich auf der Kopfhaut bequem, stechen zu und ernähren sich so vom Blut des Menschen.

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Vor einem Kopflausbefall ist niemand geschützt, das hat absolut nichts mit einer mangelnden Körperhygiene zu tun.

Weitere Tipps gegen Ungeziefer gibt's auf der Themenseite "Ungezieferbekämpfung".

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Kopfläuse übertragen sich bei engem Kontakt.
  • Kopfläuse sind flügellose Insekten, die nicht springen können.
  • Die Bekämpfung der Kopfläuse muss mit einem entsprechendem Kopflauspräparat erfolgen.
  • Regelmäßiges nasses Auskämmen mit einem Läusekamm hilft, die Parasiten zu vertreiben.
  • Kopfläuse ernähren sich vom Blut des Menschen und überleben auf Kuscheltieren, Bettzeug etc. nicht lang.
  • Die Parasiten übertragen keine Krankheiten.
  • Ein Befall hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun.

Kopfläuse erkennen – das sind erste Anzeichen

Die zwei bis drei Millimeter großen Parasiten sind oft mit bloßem Auge schwer zu entdecken.
Die zwei bis drei Millimeter großen Parasiten sind oft mit bloßem Auge schwer zu entdecken.  © 123rf / Duben

Eine ausgewachsene Kopflaus ist ungefähr drei Millimeter lang. Mit ihren sechs Beinen können sich diese Insekten bestens an den menschlichen Haaren festhalten. Die Bisse der Läuse verursachen einen unangenehmen Juckreiz an der Kopfhaut, das gilt oft als erstes Indiz.

Wird ein Befall bemerkt, befinden sich neben den erwachsenen Tieren je nach Stadium des Befalls meist auch schon ein Millimeter große Lauseier, Larven und leere Eihüllen auf dem Kopf. Die Eihüllen der Kopfläuse werden als Nissen bezeichnet.

Oft fällt es schwer, Nissen von Schuppen zu unterscheiden. Dabei ist es gut zu wissen, dass die Eier der Kopflaus mit einem wasserunlöslichen Kitt an die Haare geheftet werden. Schuppen hingegen können herausgekämmt werden.

Kopfläuse Übertragung

Da Kopfläuse bzw. deren Nissen und Larven über Wochen unentdeckt bleiben können, ist es wichtig, die Menschen, zu denen man näheren Kontakt hatte, über den Befall zu informieren. Innerhalb von acht bis zehn Tagen reifen die Larven zu erwachsenen Tieren heran, die sich ebenso wieder fortpflanzen können.

Nur den erwachsenen Kopfläusen gelingt es, per direktem Kontakt von Kopf zu Kopf zu wandern. Dieser Übertragungsweg wird als "Haar-zu-Haar-Kontakt" bezeichnet. Da besonders Kinder beim Spielen recht nah beisammen sind, ereignet sich hier oft eine Verbreitung der Läuse.

Die regelmäßige Kontrolle des Kopfes und das schnelle Reagieren sind entscheidend für die Bekämpfung der Kopfläuse.

Kopfläuse Behandlung: Schritt für Schritt lausfrei werden

Das für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten zuständige Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, besonders in der Schläfen- und Nackengegend nach den Tierchen zu forschen. Hier fühlen sie sich ganz besonders wohl. Da Läuse mit einem handelsüblichen Shampoo leider nicht vertrieben werden können, braucht es ein Mittel, das zur Tötung der Läuse führt.

1. Schritt: Sofort nach dem Entdecken der Tierchen ist eine erste Behandlung mit einem speziellen Kopflausmittel notwendig. Dabei sollte sich streng an die Hinweise der Packungsbeilage gehalten und ein direkter Augenkontakt mit dem Mittel vermieden werden.

2. Schritt: Ein spezieller Nissenkamm kommt zum Einsatz. Die stabilen engen Zinken erwischen sowohl Läuse wie auch deren Larven, Eier und Nissen. Das nasse Auskämmen sollte regelmäßig erfolgen.

3. Schritt: Bettwäsche und Kleidung bei über 50 Grad Celsius waschen oder alternativ Dinge wie Kuscheltiere für drei Tage in einem Plastikbeutel verschließen.

4. Schritt: Sehr wichtig ist die zweite Behandlung mit dem Präparat, die nach ungefähr 8, 9 oder 10 Tagen stattfinden sollte. Larven, die die erste Behandlung überlebt haben, könnten nach einigen Tagen schlüpfen und zu einem erneuten Befall führen. Um das zu verhindern, ist eine zweite Prozedur dringend notwendig.

Tipp: Damit die Übertragung der Kopfläuse sich im Kreise der Liebsten nicht unbemerkt ausweitet, sollten sich alle Familienmitglieder einer Behandlung unterziehen, auch wenn noch keine Läuse zu sehen sind.

Was gegen Kopfläuse definitiv hilft, ist das nasse Auskämmen mit einem speziellen Nissenkamm.
Was gegen Kopfläuse definitiv hilft, ist das nasse Auskämmen mit einem speziellen Nissenkamm.  © 123rf / Yukosach

Kopfläuse Hausmittel – gibt es alternative Methoden?

Hausmittel wie eine Essig-Mischung oder andere alternative Methoden wie das heiße Föhnen helfen in den meisten Fällen wenig, um die Kopfläuse zu bekämpfen. Ein spezielles Läusemittel und das nasse Auskämmen der Haare alle 5 Tage nach der Behandlung ist dagegen erfolgversprechender.

Muss ich einen Kopflausbefall melden?

Eltern von Schulkindern und Kindergartenkindern sind dazu verpflichtet, ihre Einrichtung umgehend zu informieren. Werden die entsprechenden Personen des näheren Umfelds nicht informiert, kann sich das Ungeziefer schnell verbreiten.

Die betroffenen Eltern sollten in den nächsten 14 Tagen den Kopf des Kindes regelmäßig kontrollieren und beim Bemerken eines Befalls ihre Einrichtung informieren. Es empfiehlt sich, das Kind zumindest einen Tag nach der Behandlung zu Hause behalten, um eine Weiterverbreitung der Parasiten zu verhindern. Weiteres entscheiden Schule bzw. Kindergarten.

Fazit Kopfläuse: Das gehört ins Reich der Sagen und Mythen

Um Kopfläuse ranken sich die wildesten Mythen und Schreckensgeschichten. Das sollte jeder über dieses Ungeziefer wissen:

  • Kopfläuse können nicht springen oder fliegen.
  • Kopfläuse verhungern abseits des Kopfes spätestens nach zwei bis drei Tagen.
  • Kopfläuse überleben nicht auf dem Fell des Haustieres und sind auch nicht vom Tier auf den Menschen übertragbar.
  • Die Behandlung mit einer Essigmischung ist nur mäßig von Erfolg gekrönt.
  • Ein Kopflausbefall hat nichts mit der eigenen Hygiene zu tun. Jeder Mensch kann sich zu jeder Jahreszeit anstecken.

Das Entscheidende beim Bekämpfen von Kopfläusen ist ein schnelles Reagieren und Behandeln. Sind Ansteckungsquellen ausfindig gemacht, können die Betroffenen aktiv werden und etwas gegen die schnelle Weiterverbreitung tun.

Titelfoto: 123rf / Hootie2710

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