Hund leckt Pfoten: Was ist daran so gefährlich?

Ganz entspannt leckt der Hund nach dem Spaziergang seine Pfoten. Doch was hat es zu bedeuten, wenn er mit dem scheinbar harmlosen Verhalten kaum noch aufhört? Der TAG24-Hunde-Ratgeber klärt auf.

Ein Hund leckt seine Pfoten aus unterschiedlichen Gründen. Nicht immer ist dieses Verhalten harmlos.
Ein Hund leckt seine Pfoten aus unterschiedlichen Gründen. Nicht immer ist dieses Verhalten harmlos.  © 123RF/tevarak11

Lecken Hunde ihre Pfoten, ist das in erster Linie ein normales Verhalten. Jedoch sollten Hundebesitzer wachsam bleiben und diese Angewohnheit nicht unterschätzen. Es kann verschiedene Gründe haben, warum der Hund die Pfoten leckt. Manchmal ist das Lecken ein Zeichen für psychische Probleme oder lebensbedrohliche Krankheiten.

Wichtig ist es, zu unterscheiden, ob der Vierbeiner seine Pfoten selten oder ständig leckt. Wenn er die Pfoten nicht in Ruhe lässt und die ganze Zeit lecken will, dann sollte man dringend die Ursache abklären.

Der Hund könnte von Parasiten befallen oder krank sein. Hinzu kommt, dass Hundespeichel auf die Dauer die Haut an den Pfoten schädigt.

Beobachte Deinen tierischen Begleiter und achte darauf, wie oft er an den Pfoten leckt.

Warum leckt mein Hund seine Pfoten?

Beißen und lecken Hunde ihre Pfoten und Zehen, dann kühlt das ihre Pfoten und lindert anfangs Juckreiz oder Ähnliches. Wenn es kurz kribbelt, dann ist das Lecken harmlos. Aber es sollte auf keinen Fall zu Gewohnheit werden.

Leckt der Hund regelmäßig seine Pfoten, hat er eventuell bereits psychische oder körperliche Beschwerden.

Anderenfalls zerstört der Speichel mit der Zeit die natürliche Schutzbarriere der Haut an den Pfoten, wodurch z. B. Krankheitserreger leicht die Pfoten infizieren könnten. Eine Untersuchung der Pfoten durch den Besitzer oder den Tierarzt gibt Aufschluss über die Gründe des Pfotenleckens.

Potenzielle Ursachen für das Lecken der Hundepfoten können in der Psyche des Hundes liegen. Manche Hunde lecken sich aus Langeweile die Pfoten. Hunde schütten beim lecken Glückshormone (Endorphine) aus, weswegen sie das gerne tun und sich gut dabei fühlen.

Außerdem kann das Lecken zur Kompensation von Angst und Unsicherheit dienen. Sind Hunde zu lange alleine, löst das Stress aus. Dieser kann ebenfalls dazu führen, dass sie sich die Pfoten wund lecken und beißen.

Bei Hunden sollte das Lecken der Pfoten nicht unterschätzt werden, denn das Tier könnte ernsthaft krank sein.
Bei Hunden sollte das Lecken der Pfoten nicht unterschätzt werden, denn das Tier könnte ernsthaft krank sein.  © 123RF/Iuliia Zemtsova

Möglicherweise geht das Lecken aber auf körperliche Ursachen zurück. Diese können sein:

  • Entzündungen
  • Pilzinfektionen
  • Bakterien
  • Wunden
  • Wucherungen, Tumore
  • Abszesse
  • verfilztes Fell
  • Allergien
  • lange Krallen
  • Krallenbruch
  • Hitze
  • Juckreiz aufgrund von trockener Haut
  • Parasiten wie Zecken oder Herbstgrasmilben
  • Verunreinigungen
  • Fremdkörper wie Steine oder Glas
  • Verbrennungen z. B. im Sommer durch heißen Asphalt
  • Reizungen durch Pflanzen wie Brennnesseln oder Bärenklau
Hat der Hund eventuell körperliche Beschwerden, dann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Unbehandelte Krankheiten und Infektionen können für den Hund lebensgefährlich werden.

Dein Hund leckt sich die Pfoten? Hausmittel und weitere Tipps

Je nach Ursache des Leckens besteht unterschiedlicher Handlungsbedarf. Bei allen gesundheitlichen Problemen empfiehlt es sich auf jeden Fall den Tierarzt aufzusuchen.

Leidet der Hund unter Juckreiz, können einige Hausmittel Linderung verschaffen. Eine Möglichkeit wäre es, Aloe-Vera-Gel dreimal täglich auf die betroffenen Stellen aufzutragen.

Auch ein abgekühlter Sud aus getrockneten Ringelblumenblättern kann dreimal täglich einmassiert helfen. Dafür einen halben Liter Wasser mit einer Handvoll Blätter aufkochen, anschließend die Blätter entfernen und kalt werden lassen.

Ebenfalls wirkungsvoll ist Kamillentee mit Fenchelsamen. Den kalten Tee über Nacht mit ungefähr zwei Esslöffeln zerkleinerten Fenchelsamen ziehen lassen und anschließend auf die juckenden Stellen einmassieren.

Hat der Hund sich die juckenden Pfoten wund geleckt, verschafft ihm Kamillentee Linderung.
Hat der Hund sich die juckenden Pfoten wund geleckt, verschafft ihm Kamillentee Linderung.  © unsplash/Vitolda Klein

Bei trockener Haut oder Flöhen schafft verdünnter Apfelessig Abhilfe. Wichtig ist es, diesen auf keinen Fall bei offenen Wunden oder Entzündungen zu verwenden. Apfelessig kann als Spray, Spülung oder Bad angewendet werden.

Hat man bei der Untersuchung einen Fremdkörper entdeckt, dann sollte man ihn mit einer Pinzette vorsichtig entfernen. Davor sollte die Stelle enthaart und die Wunde gewaschen sowie desinfiziert werden. Anschließen sollte man einen Verband anlegen, welcher nicht zu fest sitzen darf. Wichtig ist es, bei dem Verband auf die Polsterung zu achten. Bei starker Blutung, Entzündungen oder wenn man den Fremdkörper selbst nicht entfernen kann, ist ein Besuch beim Tierarzt erforderlich.

Wenn es sich um offene Wunden handelt, sollte man den Hund am Lecken hindern, da sich sonst die Stellen noch weiter entzünden und nicht abheilen können. Verbände sollten, solange der Hund lecken möchte, dranbleiben.

Wie kann man dem Hund das Lecken der Pfoten abgewöhnen?

Es bringt nichts, wenn man versucht, dem Hund das Lecken der Pfoten zu verbieten. Vielmehr bietet es sich an, lohnenswerte Alternativen zu schaffen.

Hat der Hund Schwierigkeiten, wenn er allein zu Hause ist, dann muss es mit ihm trainiert werden. Generell sollten Hunde nie zu lange allein sein, aber es gibt Tricks und Übungen, die helfen, dass der Hund einige Zeit alleine bleiben kann.

Ist Dein Hund gelangweilt, versucht er sich durch das Lecken zu beschäftigen und Spaß zu haben. In diesem Fall braucht er nicht immer mehr Auslauf. Wenn Hunde viel draußen und fast nie allein sind, können sie sich dennoch langweilen. Ihnen fehlt es an Herausforderungen und Lernaufgaben.

Besitzer können mehr Spiele, die den Hund fordern, in den Alltag integrieren. Geht man mit dem Hund immer wieder neue Runden durch unbekannte Gebiete, ist das für ihn spannender, als jeden Tag den gleichen Weg zu laufen. Zudem ist es hilfreich, die Spielsachen und Spielpartner des Tieres abzuwechseln.

Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Hundepfoten beugt dem Lecken vor und trägt zur Gesundheit des Tieres bei.
Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Hundepfoten beugt dem Lecken vor und trägt zur Gesundheit des Tieres bei.  © unsplash/Shane

Wie kann ich dem Lecken der Pfoten beim Hund vorbeugen?

1. Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Hundepfoten

Nach jedem Spaziergang sollte man die Pfoten des Hundes kontrollieren und reinigen. Das Kommando "Gib Pfötchen" und ein Leckerli im Anschluss helfen, diese Routine für den Hund zu erleichtern.

Zum Reinigen und Pflegen eignen sich lauwarmes Wasser, mildes Hundeshampoo und pflegender Balsam. Durch das regelmäßige Eincremen bleiben die Pfotenballen elastisch.

Sind die Pfoten nass, dann sollten sie immer gut abgetrocknet werden.

Wenn aufgrund der Haarlänge des Hundes nötig, dann sollte das Fell an den Pfoten und vor allem zwischen den Zehen zurechtgeschnitten werden.

Ein Teil der Pflege ist es, die Krallen zu stutzen. Dafür gibt es spezielle Krallen-Scheren. Jedoch muss man darauf achten, dass man nicht in das Leben hinein schneidet. Auf keinen Fall sollte man die Krallen zu weit wegschneiden. Bei Unsicherheiten hilft der Tierarzt oder Hundefrisör.

2. Gesunde Ernährung des Hundes

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf das Immunsystem des Hundes aus. Bei Hundefutter sollten Besitzer auf gute Qualität achten. Im Fall von Unverträglichkeiten oder Allergien könnte man auf allergen- oder getreidefreies Hundefutter umsteigen.

Sind im Hundefutter Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren enthalten, dann wirkt sich das positiv auf die Haut und das Immunsystem des Hundes aus.

Für die Wahl des richtigen Futters ist die Rasse und der Nährstoffbedarf des Hundes ausschlaggebend. Ist man sich unsicher, dann kann man sich beim Tierarzt oder Hundezüchter beraten lassen. Optional kann man Hundefutter selber machen.

Die richtige Ernährung trägt einen wichtigen Teil zur Gesundheit des Hundes und damit auch der Pfoten bei.
Die richtige Ernährung trägt einen wichtigen Teil zur Gesundheit des Hundes und damit auch der Pfoten bei.  © unsplash/Mathew Coulton

3. Reinigung der Umgebung des Hundes

Hund werden ebenso im Haushalt Reizen und Schadstoffen ausgesetzt. Um diese zu minimieren, bedarf es einer regelmäßigen Reinigung von Liegestellen und der Umgebung des Tieres. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass Hunde sich im Haushalt keine Fremdkörper wie Glassplitter eintreten können.

Reagiert der Hund allergisch auf Allergene und andere Chemikalien, dann empfiehlt es sich, natürliche und schonende Reiniger zu verwenden. Hundedecken, Stofftiere und Kissen sollten öfter heiß gewaschen werden. Im Idealfall verzichtet man auf chemisches Waschmittel, da dieses ebenfalls Allergien und Irritationen auslösen kann.

Tipp: Klimatisierte Räume und Luftbefeuchter beugen starkem Schwitzen und trockener Haut beim Hund vor.

Ein sauberes Zuhause verringert für Hunde das Risiko, sich im Haushalt mit Parasiten zu infizieren und Allergien zu entwickeln.
Ein sauberes Zuhause verringert für Hunde das Risiko, sich im Haushalt mit Parasiten zu infizieren und Allergien zu entwickeln.  © unsplash/Jexo

4. Vorkehrungen beim Spaziergang mit dem Hund

Die Hitze im Sommer und die Kälte im Winter belasten die Hundepfoten. Um Verbrennung, Erfrierungen oder Reaktionen auf Streusalz bei empfindlichen Hunden zu verhindern, bieten sich Hundeschuhe an. Wenn man den Hund schon in jungen Jahren daran gewöhnt, dann stören die Schuhe ihn nicht. Weitere Infos dazu unter: "Hundeschuhe: Wann Hunde im Winter einen Pfotenschutz tragen sollten".

Im Winter können Ringelblumensalbe, etwas Speiseöl und Vaseline schützend für die Pfoten sein. Achte darauf, dass sie keine giftigen Stoffe enthalten. Spezielle Cremes vom Tierarzt schützen die Pfoten im Sommer vor Verbrennungen. Befürchtet man, dass der Asphaltweg zu heiß ist, kann man sieben Sekunden lang die Hand auf die Fläche legen, um das zu überprüfen. Im Sommer müssen Halter einiges beachten, wenn die mit dem Hund unterwegs sind. Mehr erfährst du unter: "5 Dinge, die Du im Sommer nie mit Deinem Hund machen solltest".

Um Gefahren aus dem Weg zu gehen, eignen sich natürliche Wege wie z. B. Waldwege. Für die Sicherheit und Abwechslung können Hundehalter sich saisonale Routen überlegen, wo im Sommer das Gras und Brennnesseln nicht zu hoch ist oder im Winter eventuell nicht zu viel Schnee liegt.

Spezielle Hundeschuhe schützen die Pfoten auf anspruchsvollen Routen.
Spezielle Hundeschuhe schützen die Pfoten auf anspruchsvollen Routen.  © 123RF/photoboyko

5. Aufmerksamkeit und Abwechslung für den Hund

Um den psychischen Ursachen des Pfotenleckens vorzubeugen, sollten Hundehalter versuchen, Stress und Angst für den Hund zu minimieren, besser zu vermeiden. Hunde können nicht zu lange allein gelassen werden und brauchen viel Aufmerksamkeit, da sie Rudeltiere sind.

Außerdem ist ein strukturierter Tag mit einem Gleichgewicht zwischen Aktivitäten und Ruhezeiten die Grundlage für einen ausgeglichenen Hund. Beschäftige Deinen Hund ausreichend und gestalte den Alltag durch Abwechslung spannend.

Beachte die Bedürfnisse des Hundes. Geeignete Spiele und Aktivitäten hängen von der Rasse und somit von der Veranlagung des Hundes ab.

Ein achtsamer Umgang mit dem Hund sowie die Einhaltung von Körperhygiene und Sauberkeit im Umfeld beugen dem Pfotenlecken vor. Leckt der Hund dennoch die Pfoten und ist man bezüglich der Gründe unsicher, sollte man immer den Tierarzt aufsuchen.

Titelfoto: 123RF/tevarak11

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