Hund stubenrein bekommen: Mit diesen Tipps klappt es

Kleine Welpen sollen möglichst schnell stubenrein werden. Manchmal haben bereits erwachsene Hunde auch Probleme mit der Sauberkeit. Wie bringt man dem Hund bei, stubenrein zu werden und woran liegt es, wenn es nicht klappt?

Hunde stubenrein zu bekommen erfordert viel Zeit und Geduld.
Hunde stubenrein zu bekommen erfordert viel Zeit und Geduld.  © unsplash/Robert Larsson

Es ist nicht schwer, Hunden beizubringen, ihr Geschäft draußen zu verrichten, denn grundsätzlich wollen die Tiere ebenso ihr Zuhause sauber halten.

Dein Hund hat keine bösen Absichten, wenn er in die Wohnräume uriniert oder kotet. Die Bedürfnisse des Hundes zu verstehen, hilft ihm beizubringen, das Geschäft draußen zu verrichten und eventuelle Probleme des Haustieres zu erkennen.

Aus der Jägersprache übernommen wird es als "sich lösen" bezeichnet, wenn ein Hund sein Geschäft verrichtet.

Wie lange Dein Hund braucht, um stubenrein zu werden, lässt sich nicht allgemein sagen. Gib Deinem Vierbeiner und Dir geduldig Zeit, denn am besten kappt es ohne Druck und Stress.

Wie bekomme ich Welpen oder junge Hunde stubenrein?

Welpen können meist im Alter von 14 Wochen ihren Schließmuskel kontrollieren. Gerade in der ersten Zeit schafft man die entscheidenden Grundlagen, dass der Hund stubenrein wird. Bei der Welpen-Erziehung ist vieles zu beachten. Damit der Hund in der Wohnung sauber bleibt, sind einige Punkte zu berücksichtigen.

1. Die richtige verantwortliche Person

Die Erziehung des Welpen sollte allgemein nicht die Aufgabe von Kindern sein. Natürlich können sie beim Prozess unterstützen, aber vorrangig braucht der Hund eine autoritäre Konsequenz. Kinder halten den Hund manchmal eher für ein Spielzeug und senden die falschen Signale an das Tier. Ein ruhiger und sicherer Umgang mit dem Tier ist sehr wichtig, da Welpen bei großer Aufregung, Freude genauso wie bei Stress die Kontrolle über ihren Schließmuskel verlieren können.

2. Beobachten und Bedürfnisse erkennen

Wenn Dein Welpe unruhig wird, winselt, schnüffelnd herum läuft, dann solltest Du ihn nach draußen bringen. Sein Verhalten signalisiert Dir, wann er sich lösen muss. Ein Laufen im Kreis ist ein eindeutiges Signal, dass der Hund sein Geschäft verrichten möchte.

Hunde signalisieren Dir durch ihr Verhalten, wenn sie sich lösen müssen.
Hunde signalisieren Dir durch ihr Verhalten, wenn sie sich lösen müssen.  © unsplash/Leohoho

3. Ein fester Ort zum Lösen

Dein Hund benötigt draußen einen festen Ort, wo er sich lösen kann. Gehe mit ihm immer dahin, sodass er sich daran gewöhnen und Routine entwickeln kann. Wähle einen Platz nahe der Wohnung, damit er in wenigen Minuten zu erreichen ist, wenn es mal schnell gehen muss.

4. Akustische Signale als Bestätigung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, akustische Signale einzusetzen. Die einfachste ist, ihn zu loben, nachdem er sich draußen erleichtert hat. Man sollte es mit dem Lob nicht übertreiben, da der Hund sich dann eventuell nicht komplett entleert und später ein weiteres Mal muss. Ein "Fein gemacht!" ist z. B. völlig ausreichend. Wenn man dem Hund das Lösen auf Kommando beibringen möchte, dann kann man ihn beim Urinieren oder Koten z. B. mit der Anweisung "Mach fein!" unterstützen. Auch kann ein Clicker zum Einsatz kommen. Man sollte jedoch darauf achten, dass man das Kommando oder Signal nicht in der Wohnung sagt. Wichtig ist es, Lob, Leckerli und Kommando immer direkt an die Handlung des Hundes zu knüpfen, weil er nur so für sich den Zusammenhang herstellen kann.

Um Welpen schnell stubenrein zu kriegen, bedarf es in der ersten Zeit einer intensiven Betreuung und Ausdauer.
Um Welpen schnell stubenrein zu kriegen, bedarf es in der ersten Zeit einer intensiven Betreuung und Ausdauer.  © unsplash/Daniël Maas

5. Regelmäßiges Gassigehen

Je öfter der Hund die Chance zum Lösen hat, desto besser. Gerade nach dem Spielen, Trinken, Fressen, vor oder nach dem Schlafen müssen die Hunde ihr Geschäft verrichten. Hunde achten auf die Sauberkeit des eigenen Zuhauses. Sie verschmutzen es nur, wenn sie dringend müssen und keine andere Möglichkeit haben. Wenn Du regelmäßig mit dem Welpen nach draußen gehst, entspannt sich Dein Hund, da er weiß, dass ihm ausreichend Gelegenheiten zum Lösen gegeben werden.

6. Nicht nur zum Geschäft-Verrichten rausgehen

Wenn Du nur mit dem Hund rausgehst, damit er sich erleichtern kann und ihr danach gleich zurück nach Hause geht, wird Dein Hund nicht mehr sofort können. Er merkt sich, dass es wieder rein geht, sobald er sich erleichtert hat, deswegen wird er es hinauszögern. Für Deinen Hund ist es schön, draußen zu sein. Gehe noch eine Runde mit Deinem Hund, nachdem er fertig ist.

7. Fehlschläge sind erlaubt

Sollte der Welpe doch mal in die Wohnung machen, reinige die Stelle sehr gründlich und kommentarlos. Beschimpfe oder bestrafe den Hund nicht. In diesem Fall würde er nur Angst bekommen, was ihn stresst. Steht er unter Stress, kann er seinen Schließmuskel erst recht nicht mehr kontrollieren. Eine Verknüpfung von Urinieren und Koten mit negativen Emotionen kann für den Hund sehr qualvoll sein. Außerdem zeigen Hunde ihre Unsicherheit, indem sie Urin hinterlassen.

Weitere Tipps für Interessierte im Hunde-Ratgeber:

Hundehalter sollten mit ihrem Vierbeiner draußen spielen und sich Zeit nehmen. Das Gassigehen sollte nicht nur dem Lösen dienen.
Hundehalter sollten mit ihrem Vierbeiner draußen spielen und sich Zeit nehmen. Das Gassigehen sollte nicht nur dem Lösen dienen.  © unsplash/Chris Andrawes

Warum ist oder wird mein Hund nicht stubenrein?

Es kann vorkommen, dass Dein erwachsener Hund trotz regelmäßigem Gassigehen in die Wohnung macht. Wenn Dein Hund noch oder wieder nicht stubenrein ist, kann das unterschiedliche Ursachen haben.

Zuerst solltest Du abklären, dass es nichts Körperliches ist. Suche am besten einen Tierarzt auf. Wenn ein Hund plötzlich sein Geschäft in der Wohnung verrichtet, ist das ein Indiz für eine mögliche Erkrankung. Mögliche Gründe sind Blasenentzündungen, Darminfekte oder Verdauungsprobleme. Ältere Hunde neigen zu Muskelschwäche, wodurch sie den Schließmuskel nicht mehr kontrollieren können. Suche einen Tierarzt auf und lasse aus medizinischer Sicht Deinen Hund untersuchen.

Weitere Ursachen können jedoch auch in der Psyche des Hundes liegen. Er kann sich z. B. Verhaltensmuster angewöhnt haben, die das Entleeren in der Wohnung beinhalten.

Veränderungen in der Position des Hundes innerhalb der Gruppe (Familie) führen zur Unsicherheit. Der Hund möchte daraufhin sein Revier markieren. Dafür bevorzugt er senkrechte Stellen in der Wohnung wie das Sofa oder den Türrahmen. In diesem Fall verlangt es nach einer eindeutigen Führung oder einer Kastration des Tieres.

Bei Aufregung oder Freude können Hunde die Kontrolle über ihren Schließmuskel verlieren. Eine typische Situation ist die Begrüßung, auch wenn das meist eher jüngere Hunde betrifft. Ein einfacher Tipp ist, den Hund ruhig zu begrüßen oder ihn anfangs zu ignorieren, damit er sich etwas beruhigen kann.

Urinpfützen in den Wohnräumen zu hinterlassen, kann auch ein Zeichen von Unterwürfigkeit sein. Zeigen die Besitzer eine starke Dominanz, macht das den Hund extrem unsicher. Den Hund zwischen den Vorderbeinen statt auf dem Kopf zu streicheln, wirkt dem entgegen.

Wenn man den Hund oft und lange alleine lässt, kann es passieren, dass er Angst vor Trennung bekommt. Verlässt man die Wohnung, dann steht das Tier unter Stress und kann seinen Schließmuskel nicht kontrollieren. Hundetrainer und Verhaltenstherapien helfen dabei, dem Hund die Angst wieder zu nehmen.

Eventuell werden dem Tier zu wenig Gelegenheiten, sich außerhalb der Wohnung zu entleeren, geboten. Hunde können den Urin und Kot nicht sehr lange anhalten. Nach dem Spielen, Trinken, Fressen sowie vor und nach dem Schlafen müssen sie sich meistens lösen.

Möglicherweise wurde es dem Hund nicht beigebracht, das Geschäft draußen zu verrichten. Holt man sich einen erwachsenen Hund z. B. aus dem Tierheim, kann es sein, dass er stubenrein zu sein nie richtig gelernt hat.

Wenn erwachsene Hunde nicht stubenrein sind, können körperliche oder psychische Probleme die Ursache sein.
Wenn erwachsene Hunde nicht stubenrein sind, können körperliche oder psychische Probleme die Ursache sein.  © unsplash/Linoleum Magazine

Wie werden erwachsene Hunde stubenrein?

Wenn Dein Hund sich in der Wohnung gelöst haben sollte, dann reinige die Stellen sehr gründlich. Hunde bevorzugen Orte, die bereits nach Urin riechen. Denk daran, dass Du den Hund nicht bestrafst, da das nur Stress beim Tier verursacht.

Ein Besuch beim Tierarzt, welcher den Hund auf medizinische Probleme untersucht, ist in jedem Fall empfehlenswert. Außerdem kann ein Gespräch mit dem Arzt Dir helfen, die Bedürfnisse Deines Hundes zu verstehen. Lass Dich beraten, ob Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente eine mögliche Option für Deinen Vierbeiner wären.

Hat der Hund sich bestimmte Verhaltensmuster angewöhnt, dann können diese wieder abtrainiert werden. Zeit, Geduld und Konsequenz sind entscheidende Grundlagen für ein erfolgreiches Training. Entscheide je nach Ursache für das Lösen in der Wohnung, was Dein Hund braucht.

Hat Dein Hund nie gelernt, stubenrein zu sein, dann nimm Dir ein paar Tage frei und trainiere mit ihm die Grundlagen. Übe mit dem Hund, das Geschäft draußen zu verrichten wie mit einem Welpen.

Suche einen Ort nahe Deiner Wohnung für Deinen Hund zum Lösen aus. Ist der Platz in wenigen Minuten zu erreichen, weiß Dein Hund, dass er es nicht mehr lange anhalten muss. Für die Hundebesitzer ist das ebenfalls vorteilhaft, da man schnell mal mit dem Hund vor die Tür gehen kann. Beachte aber nicht nur deswegen, mit dem Hund rauszugehen.

Hundehalter sollten sich für ein erfolgreiches Training mit dem Hund freinehmen.
Hundehalter sollten sich für ein erfolgreiches Training mit dem Hund freinehmen.  © unsplash/Manuel Meza

Möglicherweise kann das Aufstellen einer Hundetoilette für Notfälle oder als Trainingsunterlage helfen, aber diese ersetzt es auf keinen Fall, mit dem Hund rauszugehen.

Durch regelmäßiges Füttern zu gleichen Zeiten kann der Stoffwechsel des Hundes routiniert werden. Fütterung, Spielen, zum Geschäft verrichten, Gassi gehen und Schlafrhythmus sollten für mindestens zwei Wochen konstant bleiben. Ein strukturierter und klarer Tagesablauf hilft dem Tier, Gewohnheiten zu entwickeln, sich auf Kommando zu lösen und entspannt zu werden.

Ist das nächtliche Urinieren das Problem, dann wäre es möglich, die Wasserschüssel vor dem Schlafen wegzustellen und sie am Morgen wieder hinzustellen. Diese Maßnahme sollte allerdings unbedingt mit einem Tierarzt abgesprochen werden. Dieser gibt Dir eine Einschätzung, wie viel Wasser und Futter dein Hund benötigt.

Wenn es ein tieferliegendes Problem wie Verlustangst ist, dann suche Dir Hilfe bei einem Hundetrainer. Überlege auch, ob der Besuch einer Hundeschule für den Hund und Dich infrage kommen würde. Dort lernst Du, wie Du das Verhalten des Hundes richtig deutest und ihm die passenden Signale sendest.

Möchtest Du Deinen Hund stubenrein bekommen, dann ist vor allem Geduld, Konsequenz und viel Zeit für das Tier gefragt.

Titelfoto: unsplash/Robert Larsson

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