Nachtsicht-Superhelden: So gut können Hunde im Dunkeln sehen

Können Hunde im Dunkeln sehen oder sind sie genauso "nachtblind" wie Menschen? TAG24 klärt Euch über die erstaunliche Sehkraft der pelzigen Vierbeiner auf.

Weitere interessante Beiträge unter: Hundegesundheit.

Die Augen von Hunden sind sehr lichtempfindlich.
Die Augen von Hunden sind sehr lichtempfindlich.  © 123RF/vasilin01

Besonders in der kalten Jahreszeit sind die abendlichen Gassirunden finster. Menschen müssen sich im Dunkeln gut orientieren, da sie kaum etwas sehen - wie ist das bei Vierbeinern? Können Hunde im Dunkeln sehen oder müssen sie sich auf ihre Nase und Ohren verlassen?

Auch die Wissenschaft hat dieses Thema genauer unter die Lupe genommen und so weiß man inzwischen, dass sich die Augen von Hunden an ihre speziellen Bedürfnisse anpassen.

Hunde können im Dunkeln sehen - sogar besser als Menschen. Die Nase steht aber grundsätzlich im Fokus ihrer Sinne.

Denn obwohl sie auch im Dunkeln eine beachtliche Sehkraft aufweisen, verlassen sie sich mehr auf ihren ausgezeichneten Gehör- und Geruchssinn.

Wie das funktioniert und mit welchen Maßnahmen Hundebesitzer sicherer bei Dunkelheit mit dem Hund unterwegs sind, erfahrt Ihr jetzt.

Damit Hunde im Dunkeln sehen können, genügen kleinste Lichtquellen

Hunde können bei Dunkelheit besser sehen als Menschen.
Hunde können bei Dunkelheit besser sehen als Menschen.  © 123RF/ingramsingles

Hunde laufen die meiste Zeit mit der Nase am Boden. So viele unterschiedliche Gerüche wollen aufgenommen, genauer inspiziert und bewertet werden. Schnell denkt man, Hunde sind nahezu blind und ihre Nase ist das Kompensationsinstrument für diese Einschränkung.

Lange hielt sich auch der Mythos, Hunde würden nur Schwarz-Weiß sehen. Auch das wurde wissenschaftlich hinreichend widerlegt, denn Hunde können Farben sehen. Nicht so gut wie Menschen, da sie statt drei nur zwei sogenannte Zapfentypen besitzen, aber ihre Welt ist bunter, als man annehmen würde.

Mehr über dieses Thema:

Können Hunde Farben sehen?

Zurück zur Hundesicht bei Dunkelheit: Hunde sehen schärfer als Menschen und sind ihnen besonders in der Dämmerung weit überlegen. Sind Hunde hingegen vollkommen von Licht abgeschottet, sehen sie genauso wenig wie Menschen.

Aber eine minimale Lichtquelle reicht bereits aus, um die heldenhafte Sehkraft bei Dunkelheit unter Beweis zu stellen. Ein kleines biologisches Element inmitten der Hundeaugen macht es möglich: das Tapetum Lucidum.

So sehen Hunde im Dunkeln - mit Stäbchen und Tapetum lucidum

Hundeaugen sind sehr feinfühlig.
Hundeaugen sind sehr feinfühlig.  © 123RF/vauvau

Aber warum können Hunde im Dunkeln sehen und das derart gut? Der Grund hierfür liegt in der erhöhten Lichtempfindlichkeit ihrer Augen. Denn Hundeaugen weisen etliche Rezeptoren und lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut auf. Zwar haben sie weniger Zapfen, aber wesentlich mehr sogenannter Stäbchen. Mit ihrer Hilfe können die pelzigen Schätze wesentlich mehr Licht in ihren Augen aufnehmen als Menschen.

Hinzu kommt eine zusätzliche reflektierende Schicht, die das einfallende Licht ein zweites Mal auf die Netzhaut projiziert: das Tapetum Lucidum. Im Gegensatz zu den Stäbchen und Zapfen haben Menschen diese feine Schicht nicht und genau hier liegt der wesentliche Unterschied.

Durch das Tapetum Lucidum wird das einfallende Licht in Hundeaugen quasi verdoppelt, was zu einer besseren und schärferen Sicht führt. Somit sind Dinge, die für das menschliche Auge kaum noch oder gar nicht mehr sichtbar sind, für die Vierbeiner deutlich erkennbar.

Funfact: Das Tapetum Lucidum ist im Übrigen der Grund, weshalb die Pupillen von Hunden bei Dunkelheit in geheimnisvollen grün-gelben Farbnuancen changieren, sobald die Tiere mit Blitzlicht fotografiert werden.

Für mehr Sicherheit mit Hunden im Dunkeln

Trotz guter Sicht sind Leine und Leuchtehalsband bei Dunkelheit ein solider Schutz für Tier und Mensch.
Trotz guter Sicht sind Leine und Leuchtehalsband bei Dunkelheit ein solider Schutz für Tier und Mensch.  © 123RF/alexeitm

Auch wenn Hunde in der Dunkelheit gut sehen können, bestehen dennoch Gefahren. Schließlich können Auto- und Radfahrer die haarigen Fellnasen zu spät erkennen und zu einem großen Gesundheitsrisiko werden.

Aus diesem Grund ist es ratsam, Hunde bereits im Welpenalter darauf zu trainieren, niemals ohne Erlaubnis auf die Straße zu laufen. Zudem können Leuchtehalsbänder helfen, den Hund stets sichtbar zu machen - besonders Hunde mit dunklem Fell.

Um auch den Jagdtrieb zu kontrollieren, empfiehlt es sich, den Hund stets an die Leine zu nehmen - egal, ob in der Stadt oder Natur.

Sonderfall Grauer Star bei Hunden

Der Graue Star gehört zu den Hundekrankheiten im Alter. Diese Augenkrankheit mindert die Sehkraft des Tieres und bedarf hoher Umsichtigkeit der Besitzer. Leiden Hunde am Grauen Star, sollten ihre Menschen besonders achtsam während den Hunderunden bei Dunkelheit sein. Zudem sollte man den Vierbeinern Sicherheit vermitteln, um ihnen die Unsicherheit zu nehmen.

Fazit: Hunde können mit Einschränkungen im Dunkeln sehen

Hundeaugen sind durch eine zusätzliche und spezielle Schicht, dem Tepetum Lucidum, auf der Netzhaut in der Lage, auch bei Dunkelheit gut und scharf zu sehen. Ein kleiner Lichteinfall reicht aus, um eine beachtliche Sehkraft zu genießen. Fällt dieser allerdings weg, sehen Hunde genauso wenig wie wir Menschen.

Aber einen großen Vorteil haben Hunde uns gegenüber: Ihr ausgeprägter Gehör- und Geruchssinn lässt sie auch bei vollkommener Finsternis nicht im Stich. Egal, ob andere Hunde in der Ferne oder das kleinste Rascheln im Gebüsch - Hundeohren und -nasen entgeht nichts.

Titelfoto: 123RF/vasilin01

Mehr zum Thema Hundegesundheit: