So redet man richtig mit Hunden

Wenn Menschen mit ihren Hunden sprechen, hat jeder so seinen eigenen Stil. Die einen verfallen in eine Babystimme, während die anderen nur kurze Befehle ausstoßen.

Doch was ist aus Hundesicht eigentlich am besten? Auf welche Stimme hört der Deutschen Lieblingshaustier am liebsten? Der Hunde-Ratgeber klärt auf.

Stört es Hunde, wenn wir zu ihnen in Baby-Stimme sprechen? Nö.
Stört es Hunde, wenn wir zu ihnen in Baby-Stimme sprechen? Nö.  © 123RF/Ivan Kmit

Wie Hunde auf unsere Sprache reagieren, untersuchen Forscher bereits seit Jahren. Wissenschaftler der Universität von York fanden beispielsweise heraus, dass Hunde mehr verstehen als bisher gedacht.

Demnach können Hunde nicht nur Kommandos befolgen, sondern verstehen durchaus auch den Zusammenhang zwischen Worten und Tonfall.

Die Forscher kamen nach einem Experiment zu dem Schluss, dass Hunde jene Personen bevorzugten, die etwas in Babysprache sagen und darin aber einen relevantem Inhalt verpacken.

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Spricht Herrchen in normalem Tonfall und noch dazu über unwichtige Dinge, hat der Hund kein Interesse.

Die Vermutung liegt nahe, dass sozialisierte Hunde gelernt haben, dass sie beim Klang einer kindlichen Stimme angesprochen werden und die gesagten Wörter für sie relevant sind.

Darüber hinaus sind Hunde in der Lage, kleinste Unterschiede in der Stimme wahrzunehmen.

Somit ist eine kindliche Sprache mit hoher Stimmlage in der Regel kein Problem für Hunde, eher interessant.

Hunde können Sprache der Menschen erlernen

Schmusen mögen Hunde verständlicherweise lieber als tiefgreifende Gespräche.
Schmusen mögen Hunde verständlicherweise lieber als tiefgreifende Gespräche.  © Unsplash/Sweet Ice Cream Photography

Je nachdem, in welch engem Kontakt Hunde zum Menschen aufgewachsen sind, können diese ein Stück weit ihre Sprache lernen.

So merken sie sich neben einzelnen Worten auch Wortkombinationen und können diese in gesprochenen Sätzen herausfiltern.

Dennoch sollte das nicht als Einladung verstanden werden, den Hund permanent vollzuquatschen. Dann nämlich schaltet Fiffi schnell auf Durchzug und reagiert nicht mehr auf die wirklich wichtigen Kommandos.

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Tatsächlich fanden Wissenschaftler der Universität von Florida heraus, dass Hunde getrost auf Gespräche und verbales Lob verzichten können.

In dem durchgeführten Experiment war es den Vierbeinern demnach viel wichtiger, von ihrer Bezugsperson gestreichelt, als gelobt zu werden.

Auch Schreien oder Brüllen führt bei Hunden zu keinem Erfolg. Der Vierbeiner versteht nicht, was gerade von ihm verlangt wird und der Rudelführer macht sich unglaubwürdig, wenn niemand mehr auf ihn hört.

Das Training mit Hunden ist demnach viel effektiver, wenn Kommandos mit einer ruhigen und klar verständlichen Stimme vorgetragen werden und man viel mit positiver Bestärkung arbeitet.

Blickkontakt ist wichtiger als gedacht

Doch nicht nur die Tonlage und das gesprochene Wort sind für Hunde von Bedeutung. Japanische Wissenschaftler konnten in einer Studie nachweisen, dass bei Hunden das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt wird, wenn diese den Blick ihres Herrchens oder Frauchens einfangen. Übrigens verhält es sich genauso verhält bei Menschen.

Um die Bindung zum Hund zu stärken, ist es demnach ratsam, den Blickkontakt zwischen Mensch und Hund also bewusst zu pflegen.

"Schau mir in die Augen, Kleines!" Hundebesitzer tun gut daran, öfter mal in Hundeaugen, statt aufs Smartphone zu blicken.
"Schau mir in die Augen, Kleines!" Hundebesitzer tun gut daran, öfter mal in Hundeaugen, statt aufs Smartphone zu blicken.  © Unsplash/Chloe Andrews

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