T-Stellung Hund: Hundeerziehung durch die richtige Körpersprache

Hunde, die quer zueinander stehen, scheinen sich durch diese Position etwas mitzuteilen. Manchmal passiert nichts, aber in anderen Situationen bekämpfen sich die Tiere plötzlich. Der Hunderatgeber erklärt, was die T-Stellung bei Hunden zu bedeuten hat und warum sie im Training nützlich sein kann.

Bei der T-Stellung erinnert die Position der Hunde zueinander an den Buchstaben "T" und das kann verschiedene Bedeutungen haben.
Bei der T-Stellung erinnert die Position der Hunde zueinander an den Buchstaben "T" und das kann verschiedene Bedeutungen haben.  © 123RF/vizland

Anders als Menschen kommunizieren Hunde hauptsächlich nonverbal durch ihre Körpersprache. Schon kleine Veränderungen in der Körperhaltung z. B. die Position der Rute sind für die Tiere ein klares Signal.

Die T-Stellung beschreibt die Position von zwei Hunden zueinander, wobei diese Aufstellung an den Buchstaben "T" erinnert. Jedoch lässt sich erst an weiteren körperlichen Signalen und der aktuellen Situation erkennen, was die T-Stellung bei den Hunden zu bedeuten hat.

Bei der Hundeerziehung ist es von Vorteil, wenn Halter die Zeichen des Hundes verstehen und ihm durch ihre eigene Körpersprache Trainingshilfen geben können. Steht das Kommando im Widerspruch zur eigenen Körperhaltung, dann ist das für Hunde irreführend und die gewünschte Reaktion bleibt aus.

Wer die T-Stellung als Hundesprache richtig versteht, kann sie sich in der Hundeerziehung zunutze machen.

T-Stellung von Hunden richtig verstehen

Um die Körpersprache von Hunden richtig zu verstehen, ist es wichtig, neben der Körperhaltung und Position der Tiere auch die gesamte Situation zu betrachten. Es erfordert etwas Übung und Erfahrung, denn Hunde kommunizieren recht schnell.

So wie das Schwanzwedeln beim Hund kann auch die T-Stellung als Signal zwischen zwei Tieren verschiedene Bedeutungen haben, welche folgend genauer erklärt werden.

1. Abschirmende T-Stellung

Die abschirmende T-Stellung nutzen Hunden, um einem oder mehreren unsicheren Hunden z. B. Welpen beim Fressen Schutz zu bieten.

2. Defensive T-Stellung

Führungsstarke Tiere zeigen die defensive T-Stellung, um eine Interaktion mit anderen Hunden zu vermeiden. Es handelt sich um eine klare Präsenz, welche weder Dominanz noch offensives Verhalten erfordert.

3. Offensive T-Stellung mit Blickkontakt

Durch eine offensive T-Stellung mit Blickkontakt zum anderen Hund demonstrieren die Vierbeiner ihre eigene Stärke. Es kann auch ein Zeichen sein, um die eigenen Grenzen zu verdeutlichen. Die offensive T-Stellung stoppt und blockiert andere Vierbeiner in ihrer Bewegung. Hunde, welche unsicher sind oder wenig Kontakt zu anderen haben, zeigen diese Gestik und Körpersprache ebenso, was die Hundebegegnungen des Öfteren eskalieren lässt.

4. Submissive T-Stellung

Hunde zeigen ihre Zuneigung, indem sich ein Hund unter den Kopf-Hals-Bereich des anderen schiebt und in dieser submissiven T-Stellung verharrt. Bleiben beide Hunde ruhig und ist deren Körperhaltung jeweils entspannt, dann handelt es um eine harmlose Kontaktaufnahme.

5. T-Stellung vor dem Aufreiten

Eine läufige Hündin oder ein fortpflanzungswilliger Rüde signalisiert mittels T-Stellung, dass sie oder er bereit zur Fortpflanzung ist. Unter Rüden ist die T-Stellung ein Zeichen für Dominanz.

6. Spielauffordernde T-Stellung

Als Spielaufforderung ist die T-Stellung bei Hunden zu verstehen, wenn die Tiere quer zueinander stehen oder einer der beiden quer zum anderen liegt und der eine das Kinn auf den Nacken des anderen legt. Manchmal greift er auch in dessen Nackenfell oder rempelt dessen Schulter an.

Ein Hund fordert in der T-Stellung zum Spielen auf, wenn er das Kinn auf den Nacken des Querstehenden legt.
Ein Hund fordert in der T-Stellung zum Spielen auf, wenn er das Kinn auf den Nacken des Querstehenden legt.  © 123RF/Soloway

T-Stellung Hund zu Mensch erkennen und nutzen

Stehen Hunde mit vertrauten Menschen in der T-Stellung, dann kann das ein freundliches Zeichen, aber auch Kontrollverhalten des Hundes sein. Bei Fremden handelt es sich um eine abgrenzende Geste, die den anderen verdrängen soll.

Hundehalter sollten sich den Unterschied vor Augen führen, um zu verhindern, dass sich der Hund als bestimmenden Teil der Beziehung wahrnimmt. Zu beachten ist, dass der Hund die eigene Bewegungsfreiheit nicht ungewollt einschränkt oder einen am Kontakt zu anderen Personen und Hunden hindert. Mehr zu diesem Thema unter: "Vorsicht, wenn Bello einen auf Rudelführer macht".

Bei der T-Stellung steht der Hund quer zum Hundehalter und lehnt sich manchmal gegen dessen Bein. Diese Position ist auch im Sitzen möglich. In diesem Fall legt der Hund den Kopf auf die Beine oder Füße der Besitzer.

Hundehalter können selbst von der T-Stellung Gebrauch machen, um den Hund in der Bewegung zu stoppen. Das kann nützlich sein, um zu verhindern, dass der Hund weiterläuft, wenn die Besitzer beim Spaziergang kurz stehen bleiben.

Möchte man während des Spaziergangs mit Hund stehen bleiben, dann sollte man das nicht einfach mit Blick und Körper nach vorne gerichtet tun. Sinnvoller ist es, sich quer zum Hund zu stellen, sodass dieser in seiner Bewegung blockiert wird. Das Ganze kann anschließend noch mit einem Kommando wie "Sitz" vollendet und bei erfolgreicher Ausführung belohnt werden.

Wie stark die eigene Positionierung gegenüber des Hundes erfolgen muss, hängt von der Sensibilität des Vierbeiners ab. Manche Hunde reagieren sehr schnell auf die geringsten Bewegungen, wohingegen andere deutlichere Gestiken zum Verstehen benötigen.

Blockieren Halter ihren Hund beim Spaziergang mittels T-Stellung, dann läuft dieser nicht unaufmerksam weiter.
Blockieren Halter ihren Hund beim Spaziergang mittels T-Stellung, dann läuft dieser nicht unaufmerksam weiter.  © unsplash/Ugur Arpaci

Hilfreich ist es, den eigenen Hund in der Interaktion mit anderen Tieren und auch Menschen zu beobachten, um dessen Reaktionen auf körpersprachliche Signale einschätzen zu können.

Titelfoto: 123RF/vizland

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