Leipzig - Wer auf Anlagebetrüger hereinfällt, der verliert nicht selten Zehntausende Euro. Zwei solcher Fälle in einem Gesamtvolumen von fast 140.000 Euro bekommt MDR-Legende Peter Escher (72) serviert.
"Die machen den ganzen Tag nichts anderes, als Wege finden, wie sie an unser Geld kommen", warnt Präventions-Experte Rico Reichel von der Daporo Academy in der aktuellen Folge des Podcasts "Achtung Alltag", in der er wieder mit Escher spricht.
Jährlich stecken sich die Betrüger Hunderte Millionen Euro in die eigene Tasche. Für Betroffene wird es auch durch den Einsatz von KI immer schwieriger, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.
Auch ein Senior aus dem Leipziger Umland sei um 92.000 Euro gebracht worden, die er einem unbekannten Boten übergeben hatte, berichtet Reichel. Doch von Verzweiflung und Trauer sei bei ihm keine Spur gewesen: "Der alte Mann sagte zu uns: 'Eigentlich kann ich denen gar nicht böse sein, er hat sich so lieb um mich gekümmert und endlich mal einer, der länger als zehn Minuten mit mir gesprochen hat.' Man merkt die Verbitterung und die Einsamkeit."
Auch ein Mittfünfziger sei um mehr als 40.000 Euro gebracht worden. Er ist über eine Mail in seinem Postfach an Betrüger geraten, hinterlegte seine persönlichen Daten. "Am nächsten Tag bekam er einen Anruf eines sehr netten Beraters, der ihn zu diesem Schritt beglückwünschte und sagte, dass dieses Erfolgsmodell nur noch wenige Wochen läuft, er aber noch dabei ist und die Chance hat, aus seinem Geld deutlich mehr zu machen."
500 Euro seien zunächst investiert worden, die sich nach einem Monat verdoppelt hätten. Als das Opfer von einem Erbe spricht, wird er zu noch höheren Zahlungen animiert. Weitere 40.000 Euro machen sich auf den Weg. Irgendwann will er sich das Geld auszahlen lassen, doch die Webseite ist down, er erreicht niemanden mehr. Die 40.500 Euro sind futsch.
Anlagebetrug: Erst checken, dann investieren!
Wenn bei der aktuellen Finanzlage direkt Renditen von sieben bis zehn Prozent versprochen werden, sollten die ersten Alarmglocken schrillen, meint Präventions-Experte Rico Reichel.
Bevor man Zahlungen in die Wege leitet, rät er, mit Experten und der eigenen Bank zu sprechen und die Blacklist des Bundesamts für Finanzdienstleistungen (BaFin) zu checken. Dort werden viele Betrüger-Homepages gelistet.
Auch Firmennamen samt Erfahrungen sowie die Handelsregisternummer solle man googeln, die hinterlegte Telefonnummer anrufen, Beratungsstellen fragen. Und wenn es doch zu spät ist und schon Geld geflossen ist: Umgehend die eigene Bank informieren und Anzeige erstatten.
Dass durch KI jetzt auch Promis eingebunden werden, die scheinbar Werbung für die Anlage machen, ist noch gefährlicher. Peter Escher berichtet von einem Video, das Peter Maffay in einer Sendung von Markus Lanz zeigte und über Geldvermehrung sprach. Auch das sei ein Fake gewesen. Der Sänger war nie in der Talkshow.
Neue Folgen "Achtung Alltag! Der Präventions-Podcast" werden zunächst an jedem letzten Freitag im Monat unter anderem bei Spotify veröffentlicht.