Freier Fall in die Tiefe: Apnoetaucher wird bei Rekord-Versuch bewusstlos

Von Sabine Dobel

Starnberg - Die Spannung war groß - doch der Apnoetaucher Minja Marinković (29) hat den neuen deutschen Tiefenrekord im Starnberger See ganz knapp verfehlt.

Der Apnoetaucher Minja Marinković (29) bedankt sich applaudierend nach seinem gescheiterten Rekordversuch.  © Stefan Puchner/dpa

Der 29-Jährige tauchte am Samstag an der Allmannshauser Steilwand mit einem Atemzug auf die angestrebten 85 Meter ab. Doch beim Auftauchen aus dem gut dreiminütigen Tauchgang wurde er kurz vor der Oberfläche in etwa drei Metern Tiefe ohnmächtig – damit zählt der Rekord nicht. 

Bei der Rückkehr ans Ufer wurde er dennoch mit viel Applaus begrüßt - wäre der Rekord gewertet worden, wäre er der Erste in Deutschland gewesen, der in einen See dieser Tiefe erreicht.

Es gehe ihm gut, es sei nicht dramatisch, sagte er kurz nach dem Tauchgang. Dass man scheitere, "das gehört zum Sport". Er werde es wieder versuchen.

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Die große Herausforderung in Seen sind die Dunkelheit und die Kälte von 4 Grad. Der bisherige deutsche Rekord in der Disziplin liegt bei 80 Metern und stammt aus dem Jahr 2011. Im Meer wurden schon größere Tiefen erreicht.

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Helfer bergen Apnoetaucher Minja Marinković im Starnberger See.  © Stefan Puchner/dpa

Marinković wurde von einem Sicherungstaucher sicher nach oben gebracht, kurzzeitig Mund-zu-Nase beatmet und bekam dann Sauerstoff. Er war jedoch gleich wieder bei Bewusstsein. 

Drei Sicherungstaucher und eine Ärztin hatten den Versuch begleitet. Wettkampfrichter des Apnoe-Tauch-Verbandes Aida International konnten Marinković den Rekord nicht bestätigen. Denn Voraussetzung ist unter anderem, dass der Taucher aus eigener Kraft nach oben kommt und bei Bewusstsein ist.

"Es ist sehr anspruchsvoll, mental ruhig zu bleiben, während der Körper eigentlich auf Alarm schalten sollte", sagt Nils Heininger, Vizevorsitzender von Aida Deutschland. "Das sind die Tauchgänge, nach denen Freediver irgendwann beinahe süchtig werden."

Die Hauptgefahr beim Freitauchen ist Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel. Wettkämpfe finden deshalb unter streng kontrollierten Bedingungen statt, mit Sonar, Gegengewichtssystem und mehreren Sicherungstauchern.

Erstmeldung 8.19 Uhr, zuletzt aktualisiert 14.39 Uhr

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