Das schlauste Tier der Welt: Sind es die Delfine?

Im Tierreich gibt es zahlreiche schlaue Tiere, die zu verblüffenden Dingen fähig sind. Was Intelligenz bei Tieren wirklich bedeutet, welche zu den Top 10 der schlausten Tiere gehören und welches man als das schlauste Tier der Welt bezeichnen kann, erfährst Du in diesem Artikel.

Delfine sind besonders auf sozialer Ebene intelligent und pflegen Beziehungen.
Delfine sind besonders auf sozialer Ebene intelligent und pflegen Beziehungen.  © 123RF/divedog

In Sachen Intelligenz gibt es eine Reihe an Tieren, die zu beeindruckenden Tricks und Kniffen fähig sind. Zu den Schlaubergern des Tierreichs zählen Krähen, Ratten, Elefanten, Hunde, Bienen, Papageien und einige mehr.

Dabei eilt einigen Tieren ein schlechter Ruf voraus, der ihrer Intelligenz nicht gerade gerecht wird. Wir kennen alle den sogenannten Saustall abseits vom Bauernhof und die Bezeichnung der Rabeneltern ist auch ein geläufiger Begriff.

TAG24 zeigt, was einige Tiere Großartiges draufhaben und klärt die Frage:

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Welches ist denn nun das schlauste Tier der Welt?

Weitere verblüffende Tiere findest Du übrigens auf der Themenseite Tierrekorde.

Es gibt viele Favoriten für die Spitze der cleversten Tiere der Welt. Da es allerdings über eine Million bekannte Tierarten gibt und diese unterschiedlicher nicht sein könnten, gibt es hier keine eindeutige Antwort - Äpfel können schließlich auch nicht mit Birnen verglichen werden. Vorab zur Eingrenzung die Definition von Intelligenz bei Tieren:

Wie intelligent sind Tiere wirklich?

Elefanten sind wahre Orientierungsmeister. Sie finden Wege immer wieder, auch wenn sie erst einmal vorbeigekommen sind.
Elefanten sind wahre Orientierungsmeister. Sie finden Wege immer wieder, auch wenn sie erst einmal vorbeigekommen sind.  © 123RF/norbertbaum

Es gibt mehrere Merkmale, an denen festgestellt werden kann, wie es um die kognitiven Eigenschaften einer Spezies bestellt ist.

1. Forscher definieren Intelligenz bei Tieren über die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Zusammenhänge zu erkennen.
Ein entscheidender Aspekt ist auch, dass intelligentere Tiere sich grundsätzlich erinnern können. Sie lernen aus Erfahrungen und können diese auf neue Situationen anwenden, indem sie brillante Schlüsse ziehen.

Ein gutes Beispiel sind Raben und Krähen. Man kann sie tatsächlich trainieren und dabei zusehen, wie sie raffinierte Dinge tun. Sie lernen zum Beispiel das Sammeln von Zigarettenstummeln oder merken sich, dass Autos am Zebrastreifen stehenbleiben.

Nur 0,00001 Stundenkilometer! Das langsamste Tier der Welt ist keine Schnecke
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2. Damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Intelligenz-Merkmal: dem Einschätzen der Umwelt und ihrer Einflüsse. So vermeiden clevere Tiere beispielsweise Gefahren, sparen sich Kräfte und Mühen und können Eigenschaften von Gegenständen einschätzen.

3. Doch es muss unterschieden werden: Intelligenz und genetisch vorbestimmtes Triebverhalten sind manchmal leicht zu verwechseln.

Beispiel: Bienen und ihre Bienenstaaten. Durch das umfangreiche Erbprogramm wird unter anderem die Arbeit im Bienenstaat gesteuert oder sogar die Größe der Waben definiert. Das Meisterwerk eines Bienenstaates ist aber reine genetisch angelegte Intuition und keine Intelligenz.

Wichtig: Aufgrund der vielen verschiedenen Arten von Tieren mit ihren unterschiedlichen Lebensräumen, Fähigkeiten und Umgebungen, können nicht alle Tiere miteinander verglichen werden. Die Intelligenz muss bei jeder Art individuell gemessen und erforscht werden. Schließlich benötigt eine Ratte ganz andere kognitive Fähigkeiten als ein Seepferdchen.

Die Top 10 der schlausten Tiere der Welt

Im Schwarm oder alleine - Tiere leisten und schaffen Bemerkenswertes. Die folgenden zehn Tiere sind teilweise in ihrer Intelligenz verblüffend ähnlich und einige könnten auch unterschiedlicher nicht sein. Von kleinen Insekten bis hin zu tonnenschweren Giganten, sie alle sind auf ihre Art schlau. (Diese Top 10 sind keine Rangliste!)

1. Ameisen

Alleine ist eine Ameise gar nicht so beeindruckend und schlau. Das wird ziemlich deutlich, wenn man sich anschaut, wie lange das Gedächtnis des kleinen Insekts anhält: mickrige 10 Sekunden. Großes wird aber in der Gruppe geleistet. Die Rede ist von Schwarmintelligenz. In der Kolonie arbeiten sie schnell und effizient, reagieren individuell auf Umwelteinflüsse und betreiben Arbeitsteilung sowie Schutzmaßnahmen für ihr Terrain.

Ameisenschwärme sind bekannt für ihre Kraft und die harte Arbeit - aber eben nur im Team.
Ameisenschwärme sind bekannt für ihre Kraft und die harte Arbeit - aber eben nur im Team.  © 123RF/pumppump

2. Bienen

Das Gehirn von Bienen ist winzig. Trotzdem sind sie beeindruckend schlau und besitzen sogar die Fähigkeit zu lernen. Mit ihrer besonderen Form der Kommunikation sind sie in der Lage, Informationen auszutauschen, zum Beispiel über prächtige Blüten und Wasserstellen. Bienen alleine, aber auch im Schwarm sind ausgesprochen schlau und zu Recht unter den Top 10 der schlauesten Tiere.

Bienen können mit dem sogenannten Schwänzeltanz kommunizieren, um sogar Abstimmungen über einen neuen Nistplatz zu treffen.
Bienen können mit dem sogenannten Schwänzeltanz kommunizieren, um sogar Abstimmungen über einen neuen Nistplatz zu treffen.  © Unsplash/bobajaglicic

3. Rabenvögel

Von hoch oben betrachten die Improvisationstalente die Umwelt und das Geschehen ganz genau. Das alles ist natürlich Strategie, denn die Rabenvögel merken sich, was sie sehen und verwandelt diese Informationen in nützliche Schlüsse und Lösungen. Hinzu kommt, dass Raben, Krähen, Elstern und Dohlen, die zu den Rabenvögeln gehören, ein soziales Verständnis haben. So kümmern sie sich beispielsweise liebevoll um kranke und Jungvögel, oder wissen einander auszutricksen und täuschen ein Nahrungsversteck auch gerne mal vor.

Rabenvögel nutzen Werkzeuge aus der Umgebung wie Äste und Drähte, um an schwer erreichbare Nahrung heranzukommen.
Rabenvögel nutzen Werkzeuge aus der Umgebung wie Äste und Drähte, um an schwer erreichbare Nahrung heranzukommen.  © 123rf/backyardphotography

4. Papageien

Forschungen ergaben, dass Vögel generell eine hohe Dichte an Nervenzellen im Gehirn haben. Trotz ihres kleinen Gehirns sind sie also dennoch ziemlich clever. Die Papageien können laut Forschern mit dem Verstand eines vierjährigen Kindes mithalten. Sie sind ebenfalls sozial sehr intelligent, kennen keinen Neid unter Artgenossen und können teilweise sogar mit einem beachtlichen Vokabular sprechen.

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Papageien können komplexe Aufgaben lösen und sind ausgesprochen hilfsbereit - eine Gegenleistung erwarten sie dafür nicht.
Papageien können komplexe Aufgaben lösen und sind ausgesprochen hilfsbereit - eine Gegenleistung erwarten sie dafür nicht.  © 123RF/ltdedigos

5. Kraken

Die Wirbellosen Tiere sind in der Lage, verschiedene Schraubverschlüsse zu öffnen und werden von Mal zu Mal schneller, was ein Hinweis dafür ist, dass sie lernen können. Im Schlaf wechseln einige blitzschnell ihre Farbe, was vermuten lässt, dass sie träumen und ähnlich wie Raben nehmen sie Werkzeuge zu Hilfe, um an schwer erreichbare Nahrung heranzukommen - offenbar echte Intelligenzbestien.

Kraken sind wirbellose Tiere mit einem ausgeprägten Spielverhalten und der Fähigkeit, andere Meeresbewohner zu imitieren.
Kraken sind wirbellose Tiere mit einem ausgeprägten Spielverhalten und der Fähigkeit, andere Meeresbewohner zu imitieren.  © 132RF/pr2is

6. Hunde

Von den hier genannten Tieren sind uns Hunde sicherlich am vertrautesten und umgekehrt genauso. Diese Vierbeiner haben sich perfekt in die menschliche Gesellschaft eingefügt. Wie kein anderes Tier lesen sie unsere Emotionen ab, ordnen diese ein und passen Handlungen an. Hunde sind dazu absolut lernfähig und hören im Durchschnitt auf 89 Begriffe, was jedoch je nach Rasse schwanken kann. Das ergab eine Studie der Dalhousie University in Kanada (Hinweis: Quelle auf Englisch) aus dem Jahr 2022. Border Collies bilden die Spitze und gelten als die schlausten Tiere ihrer Art.

Wenn Du mehr über die Intelligenz der einzelnen Hunderassen erfahren möchtest, ließ hier weiter über schlaue Hunde.

Mit ihren kognitiven Fähigkeiten sollen Hunde Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren entsprechen, wobei das je nach Rasse und Hund individuell sein kann.
Mit ihren kognitiven Fähigkeiten sollen Hunde Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren entsprechen, wobei das je nach Rasse und Hund individuell sein kann.  © 123rf/huettenhoelscher

7. Menschenaffen

Zu ihnen gehören einige Arten, unter anderem Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen. Orang-Utans sind fähig, Vor- und Nachteile von Entscheidungen zu bedenken. Dazu gehört zum Beispiel die Erwägung von Mehraufwand für besseres Futter.

Menschenaffen sind generell in der Lage, Werkzeuge zu benutzen und stellen sie sogar selbst her. Auch ihre Umgebung können sie gut wahrnehmen, einschätzen und sich entsprechend anpassen. Sie planen auch schon mal die Mitnahme eines Werkzeugs zum späteren Gebrauch und lösen Schwierigkeiten individuell.

Menschenaffen sind sehr sozial und können sich Dinge gut merken.
Menschenaffen sind sehr sozial und können sich Dinge gut merken.  © 123RF/alcarrera

8. Delfine

Delfine haben teilweise ein Ich-Bewusstsein. Die eleganten Meeresbewohner geben sich untereinander Namen und können sich grundsätzlich gut unterscheiden, was dafür spricht, dass sie eine Merkfähigkeit besitzen. Delfine handeln planvoll, lernen aus Erfahrungen und sind ausgesprochen intelligent in ihrem Verhalten untereinander.

Ihre Kommunikation ist umfangreich und eindrucksvoll. Sie quietschen, pfeifen, klicken, zwitschern und unterstreichen all das noch mit ihrer Körpersprache.

Delfine helfen einander, kennen gute sowie schlechte Gefühle und können individuell darauf reagieren.
Delfine helfen einander, kennen gute sowie schlechte Gefühle und können individuell darauf reagieren.  © 123rf/balinature

9. Elefanten

Sie haben ein gigantisches Erinnerungsvermögen. Weggefährten erkennen die Dickhäuter nach zehn Jahren wieder und sogar Menschen können sie erstaunlich gut lesen. Elefanten können uns nach Alter, Geschlecht oder sogar Sprache unterscheiden.

Ihre emotionale Intelligenz erinnert an die der Menschen, wenn sie um verstorbene Elefanten trauern und sie immer wieder an ihrer Todesstelle besuchen.

Der Orientierungssinn verknüpft mit einem erstaunlichen Gedächtnis lässt Elefanten Wege immer wieder finden.
Der Orientierungssinn verknüpft mit einem erstaunlichen Gedächtnis lässt Elefanten Wege immer wieder finden.  © 123rf/henkbogaard

10. Wale

Wie Delfine können auch Wale vieles lernen und das Erlernte sogar weitergeben. Damit unterscheiden sie sich von vielen Tierarten, die lediglich Überlebensstrategien an ihren Nachwuchs vermitteln. Der Großteil ihres Verhaltens ist erlernt und angeeignet. Daraus entstehen in den Gruppen, in denen Wale ein sehr soziales Leben führen, beispielsweise auch Kulturen und Traditionen.

Wale haben eine große Persönlichkeit, was bedeutet, dass sie sehr individuell sind und sich im Laufe ihres Lebens eine einzigartige Persönlichkeit formt - ähnlich wie bei uns Menschen.
Wale haben eine große Persönlichkeit, was bedeutet, dass sie sehr individuell sind und sich im Laufe ihres Lebens eine einzigartige Persönlichkeit formt - ähnlich wie bei uns Menschen.  © 123RF/vladoskan

Fazit: Delfine sind auf Platz 1 der schlausten Tiere der Welt

Wenn man auf die Summe der Fähigkeiten schaut, wie z. B. Lern- und Merkfähigkeit, soziales Verständnis, Selbstwahrnehmung, planvolles Handeln, dann kann der Delfin als das schlauste Tier der Welt betrachtet werden.

Allerdings muss man bedenken, dass Intelligenz generell in mehrere Bereiche eingeteilt werden kann.

All diese Tiere sind in verschiedenen Bereichen und in unterschiedlichem Maße intelligent. Die Intelligenz der Delfine oder auch der Menschenaffen ist uns Menschen aber eben besonders vertraut.

Titelfoto: 123RF/divedog

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