Sind Kräuter nach der Blüte giftig? Tipps für Hobbygärtner

Vor und während der Blüte sind Gewürzkräuter besonders aromatisch. Aber tatsächlich gibt es auch einige, von denen man die Finger lassen sollte, wenn sie blühen.

Diese Kräuter sind nicht giftig, wenn sie Blüten ausbilden.
Diese Kräuter sind nicht giftig, wenn sie Blüten ausbilden.  © 123Rf/foodandmore

Immer mehr Menschen haben Lust darauf, selbst Gemüse und Kräuter anzubauen. Da Gemüse dann aber doch viel Platz wegnimmt und oftmals mehr Aufwand macht, landen vor allem Küchenkräuter im Haus und Garten.

Kräuter sind nicht nur gut für die Gesundheit, sondern unterstützen dezent die feine Komposition der Speisen oder geben dem Gericht sogar den letzten Pfiff.

Kurz vor der Blüte ist der Gehalt der ätherischen Öle, die den Kräutern hauptsächlich ihren Geschmack verleihen am höchsten – der perfekte Zeitpunkt also, um die Stängel zu ernten.

Doch einige Kräuter bilden während der Blüte ätherische Öle aus, die das Kraut ungenießbar oder sogar giftig werden lassen.

Welche Kräuter man unbesorgt vernaschen kann und bei welchen man tatsächlich vorsichtig sein muss, verrät TAG24 in diesem Ratgeber.

Diese Kräuter können trotz Blütezeit verzehrt werden

Mit diesen Kräutern kann man Speisen bedenkenlos verfeinern, auch wenn sie in voller Blüte stehen:

  • Thymian
  • Rosmarin
  • Oregano
  • Salbei
  • Basilikum
  • Dill
  • Schnittlauch
  • Bärlauch
  • Kerbel
  • Koriander
  • Majoran
  • Estragon
  • Kapuzinerkresse
  • Currykraut
  • Lavendel
  • Minze
  • Zitronenmelisse

Es kann bei einigen dieser Liste höchstens vorkommen, dass sie nicht mehr so gut schmecken wie vor der Blüte. Koriander schmeckt zum Beispiel dann nicht mehr so gut, Schnittlauch wird etwas herber. Dagegen verändern sich Kräuter wie beispielsweise Rosmarin oder Thymian geschmacklich kaum.

Würzige, ungiftige Blüten von Kräutern wie der Kapuzinerkresse machen direkt Appetit.
Würzige, ungiftige Blüten von Kräutern wie der Kapuzinerkresse machen direkt Appetit.  © 123RF/geografika

Kräuterblüten als optisches Highlight auf dem Teller

Das Tolle ist, dass es bei einigen Kräutern nicht nur ungefährlich ist, sie während der Blütezeit zu verzehren, sondern dass die Blüte selbst ein schmackhaftes Gewürz darstellt. Außerdem haben einige Kräuter so prachtvolle Blüten, dass sie als wunderschöne essbare Dekoration dienen können.

Die großen leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse oft gelb oder orange sehen beispielsweise sehr imposant aus und haben einen besonders würzigen Geschmack.

Weniger geschmacksintensiv, aber dafür sehr elegant sind die zarten lila Blüten des Rosmarins. Sie sehen nicht nur auf einem Salat, sondern auch als farblicher Hingucker auf einem dunklen Schokoladenkuchen sehr hübsch aus.

Sommertipp:

Dekoriere Deine Cocktails nicht nur mit Obst, sondern auch mit hübschen Kräuterblüten! Stecke einfach eine große Blüte an den Rand oder einen Stängel voller Blüten direkt in das Glas – das Auge trinkt schließlich mit.

Kräuterblüten im Getränk sehen nicht nur toll aus, sondern können dem Drink auch eine spannende Geschmacksnuance verleihen.
Kräuterblüten im Getränk sehen nicht nur toll aus, sondern können dem Drink auch eine spannende Geschmacksnuance verleihen.  © 123rf/ferli

Diese Kräuter sind giftig während oder nach der Blüte

Glücklicherweise sind nur wenige Blüten der üblichen Würzkräuter giftig. Dazu gehören:

Petersilie

Petersilie entwickelt während der Blütezeit Apiol, das ist ein ätherisches Öl, das das Kraut tatsächlich giftig werden lässt. Insbesondere Schwangeren wird vom Verzehr von Petersilie während oder nach der Blüte abgeraten, da das blühende Gewürzkraut Frühgeburten fördern kann.

Waldmeister

Während der Blütezeit steigt der Gehalt an Cumarin im Waldmeister. Cumarin soll in höheren Dosen Leberschäden und Krebs auslösen können.

Bärlauch und Basilikum

Es gibt Stimmen, die sagen auch Bärlauch und Basilikum entwickeln giftige Stoffe beim Blühen, wie im Artikel Blüten: essbar oder giftig? von lichtenborner-kraeuter.de berichtet wird. Hier scheiden sich die Geister, letztendlich kann man davon ausgehen, die Dosis macht das Gift – der Verzehr weniger Blüten dieser Pflanzen sollte normalerweise keine Beschwerden nach sich ziehen.

Blühende Kräuter wie die Petersilie sind tatsächlich giftig - Insekten freuen sich allerdings über das Blütenmeer, also ruhig einige Zeit stehen lassen.
Blühende Kräuter wie die Petersilie sind tatsächlich giftig - Insekten freuen sich allerdings über das Blütenmeer, also ruhig einige Zeit stehen lassen.  © Unsplash/Dave Francis

Giftige blühende Kräuter sollte man abschneiden

Keine Sorge – es muss nicht gleich der Notarzt gerufen werden, wenn man giftige blühende Kräuter gegessen hat. Der Verzehr einer kleinen Menge der ätherischen Öle hat nicht sofort schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen. Dennoch wird vom Verzehr abgeraten, da es zu Verdauungsbeschwerden kommen kann – oder das blühende Kraut einfach miserabel schmeckt.

Die blühenden Stängel sollte man von den genannten Kräutern, die giftig werden können, einfach wegschneiden und entsorgen. Das Wegschneiden regt zudem das Pflanzenwachstum an und beschert einem einen neuen kräftigen und aromatischen Kräuterwuchs.

Allerdings tut man Biene & Co. einen großen Gefallen, wenn man sie eine Zeit lang stehen lässt, damit sich die kleinen Tierchen am Nektar laben können und durch die Bestäubung erst das Fruchtwachstum ermöglichen.


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Fazit: Sind blühende Kräuter giftig? Jein, es kommt auf die Pflanze an

Die wenigen gewöhnlichen Küchenkräuter, die ungenießbare oder giftige Blüten entwickeln, sollte man während der Blütezeit tatsächlich vom Speiseplan streichen bzw. die blühenden Stängel wegschneiden.

Bei den meisten Gewürzkräutern muss man sich aber keine Sorgen machen, denn sie sind nicht giftig, auch wenn sie blühen. Und einige Kräuterblüten machen sich wunderbar als Speisedekoration.

Titelfoto: 123Rf/foodandmore

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