Anwohner genervt von Frauenschreien: Geburtshaus muss Raum schließen

Trier (Rheinland-Pfalz) - Das Trierer Geburtshaus muss sein Angebot einschränken. Grund ist die Klage eines Nachbarn, der sich von den gebärenden Frauen massiv gestört fühlte.

Im Trierer Geburtshaus sind aktuell keine Wassergeburten mehr möglich. (Symbolbild)
Im Trierer Geburtshaus sind aktuell keine Wassergeburten mehr möglich. (Symbolbild)  © 123rf/miljanzivkovic

Die Wohnung des Mannes liegt nur etwa zehn Meter entfernt von einem Geburtsraum, in dem Frauen ihre Kinder bislang in einer Badewanne zur Welt bringen konnten.

Doch ausgerechnet dieser beliebte Raum mit Gebärwanne muss nun schließen, wie unter anderem der Trierische Volksfreund berichtete.

Denn: Die lauten Schreie der Frauen während der Geburt stellten für den Anwohner eine unzumutbare Lärmbelästigung dar, weshalb er vor das Trierer Verwaltungsgericht gezogen war und gegen die Genehmigung der Stadt für das Geburtshaus geklagt hatte.

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Vor Gericht einigten sich beide Seiten schließlich auf einen Vergleich: Der große Geburtsraum mit Wanne darf künftig nicht mehr für Entbindungen genutzt werden, im Gegenzug verzichtet der Kläger auf weitere rechtliche Schritte.

Für die Betreiberinnen des Geburtshauses bedeutet diese Entscheidung einen enormen Rückschlag. Auf Instagram suchen sie nun gemeinsam nach Lösungen und versichern, nicht aufgeben zu wollen.

Trierer Geburtshaus hatte gerade erst eröffnet

Besonders bitter: Die Einrichtung hatte erst im Juli vergangenen Jahres Eröffnung gefeiert. Nur wenige Kinder kamen dort bislang pro Monat zur Welt - rund 90 Prozent von ihnen jedoch im großen Geburtsraum mit Badewanne, der von nun an für Entbindungen nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Im Netz betonen die Betreiberinnen, dass Geburten in ihrem Haus dennoch weiterhin möglich seien, auch wenn der Wegfall des zentralen Raumes das Angebot stark einschränkt.

Viele Nutzer zeigten sich betroffen und "sprachlos". Sie hoffen nun auf eine neue Lösung.

Titelfoto: 123rf/miljanzivkovic

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