Getöteter Zugbegleiter freute sich auf seine Hochzeit: Familie trauert um Serkan Çalar (†36)

Von Oliver Pietschmann

Landstuhl - Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz hat die Familie darum gebeten, den vollen Namen von Serkan Çalar (†36) zu nennen und mitgeteilt, dass er kurz vor seiner Hochzeit stand.

Anteilnahme für Serkan Çalar (†36): Blumen und Kerzen wurden am Bahnhof in Landstuhl abgelegt.
Anteilnahme für Serkan Çalar (†36): Blumen und Kerzen wurden am Bahnhof in Landstuhl abgelegt.  © Wolfgang Jung/dpa

"Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der für seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig", teilten die Anwälte der Familie mit. Man habe am Donnerstag das Mandat von der Familie bekommen, sagte einer der Anwälte auf Anfrage.

Der 36-Jährige sei der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern gewesen.

"Zudem war er aktuell verlobt und freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten. Der Verlust wiegt unermesslich schwer", teilten die Anwälte im Auftrag der Familie mit.

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Für die Familie stünden nun zwei Interessen im Vordergrund. Zum einen die vollständige Aufklärung der Abläufe und Hintergründe. "Nur die Wahrheit ermöglicht eine Verarbeitung und kann zur Bewältigung der Trauer beitragen."

Zum anderen müsse am Ende eine spürbare Strafe stehen, die auch eine abschreckende Wirkung entfaltet, damit anderen Familien nicht ähnliches Leid passiert.

Was für ein Mensch war der Angreifer?

Kurz nach dem Bahnhof Landstuhl war es zu dem Vorfall gekommen, als Serkan Çalar einen Schwarzfahrer des Zuges verweisen wollte.
Kurz nach dem Bahnhof Landstuhl war es zu dem Vorfall gekommen, als Serkan Çalar einen Schwarzfahrer des Zuges verweisen wollte.  © Patrick von Frankenberg/dpa

"Im Laufe des Verfahrens werden voraussichtlich sowohl der Tötungsvorsatz als auch mehrere in Betracht kommende Mordmerkmale zu prüfen sein", teilten die Anwälte mit.

Ein wichtiges Anliegen sei es, das Vorleben der Person umfangreich zu beleuchten, die zu dieser Tat in der Lage gewesen ist.

"Daneben erscheint uns auch das vorherige Verhalten des Täters am Tattag von erheblicher Bedeutung, wofür - unter anderem und soweit
verfügbar - Videomaterial von den Bahnhöfen, an denen sich der Täter aufgehalten hat, auszuwerten sein wird", so die Anwälte.

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Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden.

Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdächtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.

Titelfoto: Wolfgang Jung/dpa

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