RP-Wahl: Bitteres Debakel für SPD! CDU darf feiern, AfD auf Rang drei

Mainz - In Rheinland-Pfalz wurde gewählt, die vorläufigen Zahlen fallen deutlich aus: Für die SPD ist es ein Abend zum Vergessen, die CDU triumphiert. Auf Rang drei liegt die AfD. Alle Informationen zur Wahl findet Ihr in unserem Ticker.

Freud und Leid stehen eng beisammen: Gordon Schnieder (CDU, r.) und Alexander Schweitzer (SPD).
Freud und Leid stehen eng beisammen: Gordon Schnieder (CDU, r.) und Alexander Schweitzer (SPD).  © Florian Wiegand/dpa

Derzeit sind 39 der 52 Wahlkreise ausgezählt [Stand: 22.35 Uhr]. Die CDU kommt der jüngsten Hochrechnung von Infratest dimap zufolge dabei auf 31 Prozent der Stimmen. Die SPD ist massiv abgestürzt, steht aktuell bei lediglich bei 25,9 Prozent.

Mit einem vorläufigen Ergebnis von 19,5 Prozent belegt die AfD Rang drei. Gefolgt von den Grünen mit 7,9 Prozent.

Die Freien Wähler verpassen momentan mit 4,2 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag, die Linkspartei verfehlt ihn mit 4,4 Prozent. Die FDP steuert auf ein vernichtendes Ergebnis zu und pendelt sich bei 2,1 Prozent der Stimmen der Wähler ein.

22. März, 22.55 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht keinen Grund für Wechsel der SPD-Spitze

Boris Pistorius hat Rufe nach einem Wechsel der SPD-Parteispitze als Konsequenz aus Wahlniederlagen seiner Partei zurückgewiesen. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur zugleich, dass er nicht nach weiteren Ämtern strebe. 

"Das ist ein sehr schlechtes Wahlergebnis, mit dem ich nicht gerechnet habe und das der großartigen Arbeit von Alexander Schweitzer und dem engagierten Wahlkampf vor Ort nicht gerecht wird", sagte Pistorius zum vorläufigen Wahlergebnis.

"Aber weder in der Partei, noch in der Koalition brauchen wir jetzt eine Personaldiskussion. Das wäre unverantwortlich und ich stehe dafür nicht zur Verfügung. Auch angesichts der Weltlage und der Herausforderungen, vor denen wir in Deutschland stehen, stehen wir vor anderen Problemen. Wir müssen uns auf unsere Regierungsarbeit konzentrieren", erklärte er weiter.

22. März, 22.36 Uhr: Gordon Schnieder strebt schwarz-rote Koalition in Rheinland-Pfalz an

Der CDU-Spitzenkandidat hat seine Absicht erklärt, nach dem Erfolg eine schwarz-rote Koalition bilden zu wollen.

"Wir werden in der demokratischen Mitte eine Koalition bilden", sagte Gordon Schnieder im ZDF-"heute journal". Und weiter: "Ich habe mit den Extremisten von rechts nie zusammengearbeitet, werde das nicht tun. Das hätte auch für den Einzug der Linken, auch für die radikale Linke so gegolten. Wir wollen Rheinland-Pfalz wieder nach vorne führen. Und ich bin überzeugt, dass das auch der politische Mitbewerber in den nächsten Tagen bei einer eigenen Analyse dann auch so sehen wird."

Gordon Schnieder (CDU) blickt bereits nach vorn.
Gordon Schnieder (CDU) blickt bereits nach vorn.  © Florian Wiegand/dpa

22. März, 22.18 Uhr: Niederlage in Baden-Württemberg Alexander Schweitzer zufolge als Rucksack

Die Zahlen lügen nicht - und sie sprechen eine deutliche Sprache. Der abgewählte Ministerpräsident Alexander Schweitzer sieht auch im Abschneiden der SPD in Baden-Württemberg einen Grund für seine eigene Schlappe.

"Die SPD-Niederlage in Baden-Württemberg wurde mir auch in den Rucksack gelegt", erklärte Schweitzer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Mainz am späten Sonntagabend. Die Sozialdemokraten hatten vor zwei Wochen in Baden-Württemberg mit lediglich 5,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt hinnehmen müssen.

22. März, 22.06 Uhr: Alexander Schweitzer fehlte laut Experte der Extra-Bonus

Für die Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sieht der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer letztendlich mehrere Gründe. Zum einen habe Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) "dieser Bonus" gefehlt, den seine Vorgängerin Malu Dreyer noch hatte, sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur.

Schweitzer habe keinen schlechten Wahlkampf gemacht und er sei sicher auch kein schlechter Kandidat. "Aber Malu Dreyer war sehr viel populärer als die eigene Partei und hat sie dann noch mitziehen können", sagte Arzheimer. Sie habe es vor den Wahlen geschafft, auf den letzten Metern noch aufzuholen. Bei Schweitzer habe der Amtsinhaberbonus nicht so gezogen.

Ein weiterer Grund habe "im bundespolitischen Umfeld" gelegen, sagte der Professor. Dieses sei ja derzeit nicht großartig. "Es war auch interessant, dass die Landespartei offensichtlich nicht wollte, dass Bundesprominenz groß im Wahlkampf irgendwie eine Rolle spielen würden." Und dann gebe es außerdem natürlich noch den Fakt, dass die SPD 35 Jahre im Land regiert habe.

Alexander Schweitzer (SPD) fehlte laut Politikwissenschaftler Kai Arzheimer "ein Bonus".
Alexander Schweitzer (SPD) fehlte laut Politikwissenschaftler Kai Arzheimer "ein Bonus".  © Boris Roessler/dpa

22. März, 22.02 Uhr: Jan Bollinger auf Platz drei in Neuwied

Der AfD-Spitzenkandidat hat dem vorläufigen Auszählungsergebnis zufolge in seinem Wahlkreis Neuwied 23,6 Prozent der Erststimmen erhalten. Bollinger landete den Angaben zufolge folglich auf dem dritten Platz.

Vor ihm liegen die Wahlkreiskandidaten von SPD (Lana Horstmann, 29,1 Prozent) und CDU (Jan Petry, 28,9 Prozent).

22. März, 21.59 Uhr: Gordon Schnieder gewinnt Direktmandat in Wahlkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz

CDU-Politiker Gordon Schnieder hat erneut seinen Heimatwahlkreis Vulkaneifel gewonnen.

Der 50-Jährige kam nach dem vorläufigen Ergebnis der Landtagswahl auf 52,6 Prozent der Wahlkreisstimmen. Auch bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 hatte sich der Eifeler das Direktmandat in dem Wahlkreis gesichert.

Es ist ein perfekter Abend für Gordon Schnieder (CDU).
Es ist ein perfekter Abend für Gordon Schnieder (CDU).  © Andreas Arnold/dpa

22. März, 21.55 Uhr: SPD will Tim Klüssendorf zufolge mehr Profil zeigen

Die SPD will sich nach den Worten von Generalsekretär Tim Klüssendorf in der Koalition im Bund stärker profilieren.

Eine klare Fokussierung sei seiner Partei noch nicht ausreichend gelungen, sagte er in der Elefantenrunde im ZDF. "Wir müssen auch mal links und rechts abweichen." Er sagte auch, die SPD müsse ihre "staatstragende Zurückhaltung ablegen."

Klüssendorf nannte als Beispiel etwa das Thema Bezahlbarkeit. Die Leute ächzten unter Inflation und Krisenbewältigung. "Natürlich müssen auch die ganz oben etwas beitragen, und das ist auch unser Punkt, den wir einbringen werden", sagte er.

22. März, 21.49 Uhr: Protest in Mainz nach AfD-Erfolg bei der Landtagswahl

Wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale haben linke Gruppierungen in Mainz gegen den Wahlerfolg der AfD demonstriert. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 70 Menschen an der Versammlung teil.

Die Demonstration sei störungsfrei verlaufen. 

Mit dem entsprechenden Motto "Man bekämpft Faschisten nicht, indem man ihre Forderungen übernimmt" sollte ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft gesetzt werden, hieß es auf der Demo am Sonntagabend. Zwischendurch wurden von den Menschen immer wieder Parolen wie "Ganz Mainz hasst die AfD" oder "Hoch die internationale Solidarität" gerufen.

Teilnehmer einer Demonstration protestierten gegen die AfD.
Teilnehmer einer Demonstration protestierten gegen die AfD.  © Philipp Rahn/dpa

22. März, 21.44 Uhr: AfD stärkste Kraft in Wahlkreis Kaiserslautern I

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die AfD im Wahlkreis Kaiserslautern I stärkste Kraft geworden.

Dem am Sonntagabend vom Statistischen Landesamt in Bad Ems veröffentlichten Zwischenergebnis zufolge kam die Partei dort auf 26,1 Prozent der Zweitstimmen. Sie lag damit knapp vor der SPD mit 25,5 Prozent sowie der CDU mit 20,8 Prozent.

Das Direktmandat ging an den SPD-Politiker Andreas Rahm, der laut Zwischenergebnis 27,7 Prozent auf sich vereinen konnte. AfD-Kandidat Tom Kotzian kam den Angaben nach auf 26 Prozent, während CDU-Bewerber Marc Fuchs 21,4 Prozent erreichte.

22. März, 21.40 Uhr: Spitzengremien der Bundesparteien beraten über Ergebnis der Landtagswahl

Die Spitzengremien der Bundesparteien kommen am Montag in Berlin zusammen, um über das Ergebnis bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zu beraten. Mit großer Spannung wird die Sitzung des Präsidiums der SPD erwartet.

Die Partei hat nach 35 Jahren ihre Rolle als stärkste Partei in dem Land an die CDU verloren. Die Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas kündigten an, sich einer Debatte über Kurs und Spitzenpersonal stellen zu wollen (PK Klingbeil 11.15 Uhr).

Bei der siegreichen CDU stellen sich nach den Gremiensitzungen Bundeskanzler Friedrich Merz und der erfolgreiche rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Gordon Schnieder den Fragen der Hauptstadtmedien. Das soll ab 13.30 Uhr der Fall sein.

Pressekonferenzen der Parteispitzen planen auch die Linke (13 Uhr), die Grünen (14 Uhr) und die FDP (16 Uhr).

Titelfoto: Florian Wiegand/dpa

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