Dampfzüge, Menschenmassen, Rettungsflieger: Pfingsten auf dem Brocken

Von Christian Grube

Wernigerode - Feiertag und Sonne – perfekt für eine Wanderung auf den Brocken? Das dachten sich am Pfingstsonntag offenbar viele Menschen.

Viele Menschen nutzten das gute Wetter, um den Brocken zu besuchen.  © Christian Grube

Kurz vor 10 Uhr ist auf dem Gipfel des Brockens vergleichsweise wenig los. Auf dem Weg nach oben sind bereits einige Wanderer und Radfahrer unterwegs, insgesamt bleibt die Stimmung aber noch ruhig. Nach und nach öffnen auch die Gastronomiebetriebe.

Das ändert sich um 10.39 Uhr, als der erste Dampfzug auf dem Gipfel eintrifft. Wie nach dem Öffnen von Schleusen strömen die Menschen auf das Plateau. Wir kommen mit einigen Besuchern ins Gespräch.

Warum man sich den Trubel antut? "Wir sind im Urlaub und fahren morgen nach Hause. Da wollten wir den Brocken nochmal angehen", sagt eine ältere Frau.

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Ob sie die vielen Menschen auf dem Gipfel stören würden, wird Petra aus Detmold gefragt. "Naja, es ist schon viel – gerade wenn die Bahn hochkommt. Aber was soll man machen?", sagt sie.

Ein anderer Besucher erklärt, er versuche, die Menschenmassen einfach auszublenden.

Noch voller wird es, als gegen halb zwölf der zweite Zug eintrifft. Viele Besucher haben sich die Fahrt 65 Euro kosten lassen.

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Bergwacht muss zum Notfall anrücken

Mitten im Trubel musste die Bergwacht zu einem Notfall anrücken.  © Christian Grube
Mit der Ankunft der ersten Brockenbahn des Tages wurde es laut.  © Christian Grube

Zur gleichen Zeit richten sich plötzlich alle Blicke nach oben: Ein Rettungshubschrauber dreht eine Runde um den Gipfel und landet neben dem Brockenbahnhof.

Die Bergwacht wurde zu einem Notfall gerufen und brachte eine ältere Frau zum Gipfel. "Herz-Kreislauf-Beschwerden", erklärt einer der Bergretter. Gerade bei älteren Menschen komme das in letzter Zeit häufiger vor.

Auch Knochenbrüche gehörten zum Tagesgeschäft der Bergwacht auf dem Brocken. Das Pfingstwochenende sei bislang aber nicht außergewöhnlich einsatzreich gewesen, heißt es im Gespräch.

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Auffällig sind vor allem die vielen Radfahrer. Schnaufend kämpfen sie sich die Brockenstraße hinauf. Schwieriger wird es allerdings bei der Abfahrt: Teilweise rücksichtslos geht es mit hohem Tempo im Slalom zurück ins Tal.

Das Tempolimit von 30 km/h scheint dabei eher als Empfehlung verstanden zu werden – selbst Autos werden überholt. Unfälle wirken da beinahe vorprogrammiert.

Ist eine Wanderung auf den Brocken also noch eine ruhige Angelegenheit? In weiten Teilen schon. Spätestens dort, wo sich unterhalb des Gipfels mehrere Wanderwege treffen, ist es mit der Ruhe allerdings vorbei.

Wer Natur und Stille genießen möchte, sollte eher die frühen Morgenstunden oder den Abend wählen.

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