Halberstadt - Der Harz hat wieder ein Traditionsunternehmen weniger: Mit den Halberstädter Würstchen ist jetzt Schluss. Nach drei Insolvenzverfahren gibt es keine Rettung mehr für die Ost-Firma.
Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, am Dienstag war es dann fix: Die zuständige Insolvenzverwalterin gab bekannt, dass die Firma hinter den Würstchen, die Halberstädter Konserven GmbH (Halko), endgültig den Betrieb eingestellt hat und alle Angestellten entlassen werden.
Wie die Volksstimme berichtet, habe sich der Betriebsrat der Halko schon vor Wochen selbst aufgelöst und einige Beschäftigte inzwischen anderweitig eine neue Anstellung gefunden.
Viele Angestellte würden noch auf ihr Gehalt von Mai 2026 warten, da die Agentur für Arbeit die Zahlung von Insolvenzgeld bislang verweigere, schreibt das Blatt.
Die genaue Zahl der Betroffenen ist unklar. Zuletzt war von rund 150 Stellen die Rede, eine genaue Angabe zu den Beschäftigten im Unternehmen wollte Geschäftsführerin Silke Erdmann-Nitsch allerdings nicht machen.
Halberstädter Würstchen: Unternehmer-Familie stieg längst aus
Das Ost-Unternehmen aus der Harzstadt hatte bereits dreimal Insolvenz angemeldet. Die Eigentümer-Familie Nitsch wollte die Firma abgeben und hatte auch nach Investoren gesucht.
Ein neuer Sanierer wurde in den Vorstand aufgenommen und sogar neue Produkte entwickelt, die die Würstchen-Fabrik aus der Versenkung holen sollten - alles leider ohne Erfolg.
Die Räumlichkeiten, wo unter anderem die Produktion stattfand, werden jetzt an die Eigentümerfamilie zurückgegeben, hieß es. Offen ist, ob die Standorte künftig anderweitig vermietet werden.
Auch ist unklar, ob sich noch jemand für die Marke "Halberstädter Würstchen" interessieren würde. Die Namensrechte sind nicht Teil des Insolvenzverfahrens.