Digitalisierung und bessere Tarife: Das ändert sich ab August für ÖPNV-Kunden in und um Magdeburg

Magdeburg - Am Freitag hat der Regionalverkehrsverbund "marego" seine neuen Tarife vorgestellt, die ab August in und um Magdeburg in Kraft treten sollen.

ÖPNV-Fahrgäste in und um Magdeburg erhalten ab 1. August neue Tarife. (Symbolbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Stammfahrgäste von Bus- und Bahn werden es sofort merken: Die Zahl der Preisstufen hat sich reduziert. Statt bisher 14 gibt es dann nur noch sechs.

Zudem wird sich die Anzahl der Produkte und deren Kombinationen verringern. Laut "marego" gibt es rund 200 Fahrkartenarten mit etwa 11.000 möglichen Kombinationen.

Diese Schritte sollen mehr Übersicht in den Tarifen schaffen, welche für die Regionen Magdeburg sowie die Landkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis gelten.

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In den aktuell schwierigen Zeiten sei jedoch eine Preiserhöhung nicht zu vermeiden. Fahrgäste müssen mit durchschnittlich 3,9 Prozent mehr rechnen.

Auch das Gegenteil trete ein. Denn ein Drittel der angebotenen Fahrten werde zudem günstiger, teilte Marego-Geschäftsführer Marcel Czarnecki mit.

Viele zeitliche Angebote rentieren sich schon nach wenigen Malen. So soll sich das 24-Stunden-Ticket bereits ab der zweiten Fahrt lohnen.

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Neue Marego-Tarife ab August mit neuen Richtlinien

"marego"-Geschäftsführer Marcel Czarnecki präsentierte am Freitag die Tarifreform.  © Sarah Kossmann/marego

Hinzu kommen neu eingeführte Richtlinien und Bedingungen. So werden neue Mitnahmeregeln eingeführt, von denen vor allem Familien profitieren sollen. Konkret ist die Rede von bis zu drei Kindern (bis 14 Jahre), die kostenlos mitgenommen werden dürfen.

Außerdem werden ab 1. August Abonnements nur noch digital als Chipkarte oder Handyticket ausgegeben.

Ebenfalls geplant ist, dass für ausgewählte Produkte ein Digitalrabatt von 10 Prozent eingeführt wird. Dieser soll vor allem bei Karten für Kurzstrecken, Einzelfahrten und der 24-Stunden-Karte gelten.

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Mit den Änderungen möchte der Verkehrsverbund vor allem ein Angebot schaffen, das neben dem Deutschlandticket für viele Fahrgäste attraktiv erscheint.

Seit Bestehen des Deutschlandtickets sei der Verkauf von Monatstickets regelrecht eingebrochen, hieß es. Geschäftsführer Czarnecki beziffert den Rückgang der Verkaufszahlen auf 86 Prozent.

Auch die sonst beliebten Jobtickets haben einen Rückgang von 60 Prozent erfahren. Daher lege der Regionalverkehrsverbund seinen Fokus auf die 24-Stunden-Karte und eine persönliche Monatskarte.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht der neuen Tarifdetails bietet "marego" auf der extra dafür eingerichteten Webseite www.einfachankommen.info an.

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