Erstmalig! Archäologen machen spannende Entdeckung in Sachsen-Anhalt

Von Thomas Schöne

Halle - Durchbruch! Erstmals haben Archäologen römische Marschlager in Sachsen-Anhalt nachgewiesen.

Archäologen fanden in Sachsen-Anhalt Anhaltspunkte für römische Marschlager.
Archäologen fanden in Sachsen-Anhalt Anhaltspunkte für römische Marschlager.  © Jan Woitas/dpa

Die Lager bei Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld), Trabitz (Salzlandkreis) und Deersheim (Landkreis Harz) stammen aus dem frühen 3. Jahrhundert und liefern handfeste archäologische Belege für römische Truppenvorstöße in das Gebiet östlich des Rheins.

"Das sind die bislang nordöstlichsten römischen Lager in dieser Region", sagte Landesarchäologe Harald Meller. "Das Gebiet hatten die Römer bereits seit der Zeit des Kaisers Augustus (63 v. Chr.–14 n. Chr.) in ihre Expansionspläne einbezogen."

Ab 12 v. Chr. versuchte Rom, die Gebiete östlich des Rheins bis an die Elbe als Provinz Germania Magna in das Imperium einzugliedern. Legionen unter Feldherren wie Drusus und Tiberius stießen mehrfach bis in das Elbe-Saale-Gebiet vor.

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Archäologisch nachweisbar waren diese Vorstöße in Sachsen-Anhalt bislang vor allem durch Münzfunde und verstreute Hinterlassenschaften römischer Soldaten.

Unter anderem wurden römische Münzen aus dem 3. Jahrhundert gefunden.
Unter anderem wurden römische Münzen aus dem 3. Jahrhundert gefunden.  © Jan Woitas/dpa

Archäologische Funde weisen römische Militäroperationen nach

Auch Fibelfragmente aus Keramik wurden entdeckt.
Auch Fibelfragmente aus Keramik wurden entdeckt.  © Jan Woitas/dpa

Die neu entdeckten Marschlager belegen den Angaben zufolge, dass römische Truppen auch lange nach der Varus-Niederlage weit über den Limes hinaus operierten. Römische Marschlager waren hochstandardisierte, täglich errichtete Militäranlagen mit rechteckigem Grundriss, abgerundeten Ecken, charakteristischen Spitzgräben und Hindernissen.

Identifiziert wurden die Anlagen anhand von Luft- und Satellitenbildern, auf denen sich die typischen Grabenstrukturen deutlich abhoben. Dokumentiert wurden Spitzgräben von bis zu 1,8 Metern Breite und mehr als 1,5 Metern Tiefe.

Funde wie Fibelfragmente und Münzen untermauern die römische Herkunft der Anlagen. Zudem lag in Trabitz eine Denar-Münze des Kaisers Caracalla (188 bis 217). Radiokarbon-Daten sprechen ebenfalls für eine Entstehung der Anlagen zu Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus, hieß es weiter.

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"Der Archäologie gelingt hier der Nachweis römischer Militäroperationen des frühen 3. Jahrhunderts nach Christus, die sich aufgrund historischer Quellen nur schlecht nachvollziehen lassen", sagte Meller.

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt erhofft sich von den weiteren Forschungen neue Erkenntnisse zur römischen Militärstrategie und zu den römisch-germanischen Beziehungen im Mittelelbe-Saale-Gebiet.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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