Kita, Autos und Lagerhalle abgefackelt: Spuren im Schnee führen Ermittler zu Feuerteufel von Wittenberg
Wittenberg - In der Nacht auf den 3. Januar brannte eine Kindertagesstätte in der Lerchenbergstraße in Wittenberg. An der Einrichtung entstand ein Sachschaden in Höhe von knapp 500.000 Euro. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung ein. Als in der Nacht auf Mittwoch dann noch vier Autos sowie eine Lagerhalle in Flammen aufgingen, folgte die Polizei den Hinweisen eines Zeugen und stieß dabei auf Spuren im Schnee, die zum vermeintlichen Täter führten.
"Beim Erblicken des Funkstreifenwagens ergriff die Person umgehend die Flucht, konnte jedoch kurz darauf gestoppt und einer Kontrolle unterzogen werden", teilte Frank Pieper, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, mit. "Bei der Durchsuchung der Person konnten unter anderem mehrere Feuerzeuge, Einbruchswerkzeug und Betäubungsmittel aufgefunden werden. Es erfolgte die vorläufige Festnahme des Mannes."
In der Nähe fanden die Beamten zudem ein Damenfahrrad, mit dem der Zeuge den Feuerteufel hatte davon radeln sehen.
Im Zuge weiterer Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht gegen den 35-Jährigen aufgrund eines Vergleichs der Schuhabdruck- und Reifenspuren im Schnee mit denen an der abgefackelten Kindertagesstätte.
Am Mittwochmittag schlugen die Ermittler daraufhin zu und durchsuchten die Wohnung des Tatverdächtigen in der Berliner Straße in Wittenberg.
Drogen, Werkzeug und Diebesgut aus der Kita
"Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen konnten neben Gegenständen, welche zur Brandlegung dienen können, mehrere Gegenstände, welche eindeutig dem Eigentum der Kindertagesstätte in der Lerchenbergstraße zuzuordnen waren, aufgefunden werden", so Pressesprecher Pieper weiter. Außerdem fanden die Beamten 100 Gramm Crystal-Meth in der Wohnung.
Neben dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz steht der Mann damit laut Staatsanwaltschaft dringend im Verdacht, die Brände an mehreren Fahrzeugen, der Lagerhalle sowie der Kindertagesstätte gelegt zu haben. Letzteres habe er womöglich getan, um den vorherigen Einbruch in die Einrichtung zu vertuschen.
Die zuständige Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau stellte am heutigen Donnerstag Haftantrag gegen den Tatverdächtigen. "Nach Vorführung bei der zuständigen Haftrichterin am Amtsgericht Wittenberg verkündete diese am Nachmittag den Untersuchungshaftbefehl gegen den Beschuldigten und ordnete die Untersuchungshaft an", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Titelfoto: Leipzig FireFighter
