Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahlforscher erwarten keine Überraschung

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Magdeburg - Ganz Deutschland blickt nach Sachsen-Anhalt: Morgen wird dort ein neuer Landtag gewählt. Es könnte ein Machtwechsel bevorstehen.

In Sachsen-Anhalt steht am 6. September die Landtagswahl an.
In Sachsen-Anhalt steht am 6. September die Landtagswahl an.  © Friso Gentsch/dpa

Kurz vor der Landtagswahl zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Die AfD liegt in der aktuellen Umfrage von Infratest dimap mit 42 Prozent weit vor der CDU. Für die Parteien dahinter wird es teilweise eng.

Die CDU kommt auf 22 Prozent, die Linke erreicht elf Prozent. Dahinter folgen SPD und Grüne mit acht beziehungsweise sechs Prozent. BSW und FDP müssten dagegen um den Einzug in den Landtag bangen. Das BSW liegt bei vier, die FDP bei drei Prozent.

Damit dürfte auch die Frage nach der künftigen Regierungsbildung spannend werden. Das derzeitige Bündnis aus CDU, SPD und FDP hätte in dieser Konstellation keine Mehrheit.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Welche Parteien könnten eine Mehrheit bilden?
Landtagswahl Sachsen-Anhalt Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Welche Parteien könnten eine Mehrheit bilden?

Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr im TAG24-Liveticker.

5. September, 8.34 Uhr - Hape Kerkeling: "Stimmen Sie auch für den MDR"

In seiner Dankesrede bei der "Goldenen Henne" wandte sich Entertainer Hape Kerkeling (61) direkt an die Menschen in Sachsen-Anhalt.

"Wenn Sie Ihre Stimme abgeben am Sonntag, dann stimmen Sie auch für den MDR, den Mitteldeutschen Rundfunk und seine Hörfunkwellen. Und falls Sie es nicht tun sollten, komme ich persönlich vorbei mit 'ner Taschenlampe und 'nem Mikro und sende alleine bei Ihnen", so der 61-Jährige.

Damit bezog sich er sich auf die Ankündigung der AfD, den Rundfunkstaatsvertrag und somit alle Programme des MDR in Sachsen-Anhalt kündigen zu wollen, sollten sie die Macht übernehmen. Der MDR selbst hatte darauf mit kurzzeitigen Sendepausen reagiert.

Entertainer Hape Kerkeling (61) appellierte in seiner Dankesrede bei der "Goldenen Henne" an die Wähler in Sachsen-Anhalt.
Entertainer Hape Kerkeling (61) appellierte in seiner Dankesrede bei der "Goldenen Henne" an die Wähler in Sachsen-Anhalt.  © Hendrik Schmidt/dpa

5. September, 8.28 Uhr: Forscher erwarten keine Wahlüberraschung wie in 2021

Große Wahlforschungsinstitute sind sich sicher: Bei der Landtagswahl am Sonntag dürfte es keine größeren Überraschungen geben wie in 2021.

Damals schnitt die CDU mit Reiner Haseloff (72) deutlich besser ab als zunächst in Umfragen erwartet und konnte sich gegen die AfD durchsetzen. Das lag aber auch an einem großen Mobilisierungseffekt in den Tagen vor der Wahl, den die Forscher derzeit nicht feststellen können.

Alle Hintergründe zu den Prognosen lest Ihr im TAG24-Artikel: "Wahlforscher einig: Wird es bei der Landtagswahl eine große Überraschung geben?"

4. September, 20.18 Uhr: Cem Özdemir stellt Souveränität von Sachsen-Anhalt bei AfD-Sieg infrage

Am Rande einer Veranstaltung der Grünen in Halle warnte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir vor einer AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt.

"Es geht darum, ob Sachsen-Anhalt weiterhin souverän ist, ob hier entschieden wird, was hier passiert oder ob man sich künftig die Genehmigung von Herrn Putin, von Herrn Trump, von Herrn XI oder von Herrn Erdogan einholen muss", so der 60-Jährige. "Es geht auch um die Souveränität Deutschlands, Europas. Das steht hier zur Wahl."

Cem Özdemir beim Wahlkampfabschluss der Grünen am Freitag in Halle.
Cem Özdemir beim Wahlkampfabschluss der Grünen am Freitag in Halle.  © Jan Woitas/dpa

4. September, 15.08 Uhr: BSW-Wahlkampfstand zerstört

Ein Wahlkampfstand des BSW in Magdeburg ist laut Parteiangaben nahezu vollständig zerstört worden.

Laut Polizei wurden im Zuge des Vorfalls keine Personen angegriffen. Die Ermittlungen laufen, ein Tatverdächtiger wurde gefasst. Ein BSW-Sprecher schilderte dagegen einen heftigeren Sachverhalt: "Im Zuge des Angriffs wurde auch ein unbeteiligter Mann zu Boden gestoßen, der zu diesem Zeitpunkt sein Baby auf dem Arm trug. Sowohl der Vater als auch das Kind blieben glücklicherweise unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon."

4. September, 14.54 Uhr: Keine neuen Fehler bei Briefwahl in Sachsen-Anhalt bekannt

Die Panne beim Versand der Briefwahlunterlagen in Sachsen-Anhalt bleibt vorerst ein Einzelfall.

Nachdem Halle an der Saale vor einer Woche den doppelten Druck von knapp 1200 Unterlagen gemeldet hatte, gaben die Kreiswahlleiter auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nun Entwarnung: Weitere Fehler dieser Art sind in den Landkreisen bisher nicht aufgetreten.

Bereits wenige Tage zuvor hatte es in Magdeburg eine ähnliche Panne gegeben, bei der 440 Wahlscheine doppelt verschickt wurden. Während AfD-Vertreter wiederholt Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Briefwahl in Sachsen-Anhalt äußerten, wies Landeswahlleiterin Christa Dieckmann Vermutungen über mangelnde Sicherheit oder Manipulationsgefahren zurück. Die betroffenen doppelten Unterlagen wurden laut Behörden umgehend für ungültig erklärt.

Nachdem es in Halle und Magdeburg zu einem Doppeldruck von Briefwahlunterlagen gekommen war, berichten andere Behörden nicht von Auffälligkeiten.
Nachdem es in Halle und Magdeburg zu einem Doppeldruck von Briefwahlunterlagen gekommen war, berichten andere Behörden nicht von Auffälligkeiten.  © Matthias Bein/dpa

4. September, 10.50 Uhr: Udo Lindenberg spricht sich gegen AfD aus

"Check bitte ganz genau, wo du dein Kreuz machst", fordert Udo Lindenberg bei Instagram seine Follower auf.

Er verstehe, dass viele die Schnauze voll hätten, aber: "Nimm die Sonnenbrille ab und schau dir genau an, was dir versprochen wird: nicht das Plakat, den Spruch, den Wut-Button - sondern das Programm. Weil da steht oft was ganz anderes als auf der Verpackung!!"

Als Beispiel nennt der Rocker unter anderem das Steuerthema: "'WIR SENKEN DIE STEUERN!' klingt super. Aber die Frage ist: für wen? Von den AfD-Steuerplänen profitieren vor allem die Reichen - mit einem Jahreseinkommen über 200.000 Euro!"

4. September, 10.37 Uhr: Wahl-O-Mat-Zugriffe erreichen Rekordzahl

Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde bereits mehr als eine Million Mal genutzt, wie die Bundeszentrale für politischen Bildung mitteilte.

Mehr als doppelt so viele Zugriffe wie noch bei der Wahl 2021! Damals hätten 431.000 User die Orientierungshilfe genutzt.

4. September, 10.14 Uhr: Wichtiger Wirtschaftsverband ruft zur Teilnahme an Wahl auf

"Bei der Landtagswahl wird darüber entschieden, welche wirtschaftliche Kraft Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren entwickeln kann", teilte der Vorstand des VDMA Ost gegenüber TAG24 mit. "Als Vertreter des Maschinen- und Anlagenbaus werben wir dafür, wählen zu gehen und die Zukunft des Industriestandorts aktiv mitzugestalten."

Der Maschinen- und Anlagenbau sei in Sachsen-Anhalt mit rund 60 Betrieben, mehr als 10.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro eine tragende Industriebranche. "Eine freiheitliche und marktwirtschaftliche Demokratie ist eine wesentliche Grundlage für einen starken und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort", betonte der Landesverband Ost des "Vereins Deutscher Maschinenbau-Anstalten".

Offenheit und internationale Zusammenarbeit sowie Fachkräfte aus dem In- und Ausland brauche es demnach unbedingt. Ein Umfeld, "in dem Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und Nationalität gerne leben und arbeiten sowie unterschiedliche Perspektiven in neue Ideen einfließen können", stärke die "Attraktivität Sachsen-Anhalts für Investitionen und Unternehmensansiedlungen".

4. September, 10.05 Uhr: Auch mit der Linken wird es in Sachsen-Anhalt weiter Abschiebungen geben

"Wo das Urteil steht, dass abgeschoben werden muss, das wird auch eine Linke nicht verhindern" - selbst bei eigener Regierungsverantwortung, erklärt Linke-Spitzenkandidatin Eva von Angern im ZDF-"Morgenmagazin".

Allerdings müsse man "einfach mal ganz ehrlich darüber reden, wie sehr wir diese Menschen brauchen", so von Angern. "Die Kinder, die gerade hier Deutsch lernen, die jungen Menschen, die gerade in der Ausbildung sind, die hier studieren: Wir brauchen all diese Menschen und wir brauchen sogar noch mehr."

Viele Menschen würden in Sachsen-Anhalt grade aktiv werden, erzählt die Linke-Politikerin. "Weil sie verstanden haben: Wenn wir Sachsen-Anhalt retten wollen, wenn wir unsere Vielfalt erhalten wollen, dann müssen wir das selbst machen." 

Die Debatte um Migration müsse sich ändern, macht Spitzenkandidatin Eva von Angern deutlich.
Die Debatte um Migration müsse sich ändern, macht Spitzenkandidatin Eva von Angern deutlich.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

"Es gibt keine Koalition mit Links, es gibt keine Koalition mit der AfD. Ich möchte idealerweise das Land aus der Mitte heraus führen. Ich kenne aber auch die Umfragewerte. Und deswegen lassen Sie uns doch bitte das Wahlergebnis abwarten", sagt CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im ZDF-"Morgenmagazin".

Doch notfalls mit den Stimmen der Linken zum Regierungschef wählen lassen? Das will Schulze nicht ausschließen, er bleibt vage. Der amtierende Ministerpräsident will Sachsen-Anhalt gerne weiter regieren. "Ich weiß, dass viele Menschen das auch wollen." Das derzeitige Regierungsbündnis (CDU, SPD, FDP) wird seine Mehrheit aller Wahrscheinlichkeit nach aber am Sonntag verlieren.

Sven Schulze bleibt vage: Wird er notfalls mit Stimmen der Linken Ministerpräsident? Er betont klare Grenzen, will aber das Wahlergebnis abwarten.
Sven Schulze bleibt vage: Wird er notfalls mit Stimmen der Linken Ministerpräsident? Er betont klare Grenzen, will aber das Wahlergebnis abwarten.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

4. September, 9.06 Uhr: SPD sieht "Licht am Ende des Tunnels"

Weniger Pessimismus wünscht sich indes SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann im ZDF-"Morgenmagazin". Bricht in Sachsen-Anhalt wirklich alles zusammen? Vielleicht sei die wirtschaftliche Situation "gar nicht so dramatisch".

"Wir haben Probleme, wie andere Länder auch. Wir sind in ein weltpolitisches Gerüst im Moment eingebunden. Da können auch wir nur wenig daran ändern, aber wir müssen uns dagegenstellen", so Willingmann.

Ein Licht am Ende des Tunnels: "Wir haben tatsächlich, was Wirtschaftswachstum betrifft, in diesem Jahr eine Verdoppelung des bisherigen Prognose-Ansatzes."

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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