Bitterfeld-Wolfen - Der Schock im Tiergehege Greppin (Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen) sitzt noch immer tief. Nach stundenlangem Ringen mit dem Tod hatte Pferd Ben schließlich eingeschläfert werden müssen. Schuld an seinem tragischen Schicksal waren rücksichtslose Besucher, die zahlreiche Hinweise ignorierten. Der Publikumsliebling wurde nur zwölf Jahre alt.
"Wir sind traurig, und wir sind wütend", schreiben die Tierpfleger in einem Statement bei Facebook. "Wieder einmal haben sich Menschen nicht an unsere Regeln gehalten. Trotz unzähliger Hinweisschilder in jedem Gehege wurde erneut illegal gefüttert – in großen Mengen, mit Brot."
Getroffen hatte es dieses Mal Pferd Ben. "Stundenlang haben wir versucht, ihn zu retten. Vergeblich. Er hat den Kampf verloren."
Wie die "MZ" berichtet, hatte das Pferd in seinen letzten Stunden unter starken Schmerzen gelitten. Immer wieder hätten die Mitarbeiter verzweifelt versucht, Ben zum Laufen zu bringen, damit sich die verknoteten Gedärme lösen.
Doch auch der Tierarzt konnte dem Haflinger nicht mehr zurück ins Leben helfen. Am vergangenen Mittwoch entschied man sich schließlich, dem Pferd weitere Qualen zu ersparen, nachdem sich sein Zustand in kurzer Zeit drastisch verschlechtert hatte.
Wenige Tage zuvor lernte Ben seine neue Partnerin kennen
Ben sei nicht "einfach nur ein Tier" gewesen, heißt es seitens der Mitarbeiter. "Er war Teil unseres Geheges. Teil unseres Alltags. Teil unserer Familie."
Besonders tragisch: Erst am vorangegangenen Wochenende hatte man Ben eine neue Stute an die Seite gestellt. Und nun das.
Eindringlich wird jetzt auf Facebook darum gebeten, sich an die Regeln des Geheges zu halten und die Tiere nicht eigenmächtig zu füttern.
"Wir erklären euch gern, wo und was gefüttert werden darf", schreiben die Tierpfleger. "Aber bitte niemals heimlich, niemals unkontrolliert und niemals in solchen Mengen. Jede Missachtung dieser Regeln kann Leben kosten. Wir hoffen, dass sein Tod nicht umsonst war."