Von Daniel Josling
Magdeburg - Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Sachsen-Anhalt deutlich mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen als noch vor einem Jahr.
Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab, ist die monatliche Eigenbeteiligung im Land zum 1. Januar 2026 auf durchschnittlich 2720 Euro gestiegen. Das sind 277 Euro mehr als zum Jahresbeginn 2025 (2443 Euro).
Trotz des Anstiegs war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar im bundesweiten Vergleich nirgends niedriger als in Sachsen-Anhalt.
Zum Vergleich: Im Bundesschnitt lagen die Kosten bei 3245 Euro. Besonders teuer war die Pflege im ersten Jahr im Heim in Bremen mit durchschnittlich 3637 Euro im Monat und im Saarland mit 3601 Euro.
Dabei setzt sich die Eigenbeteiligung aus mehreren Bestandteilen zusammen: den Kosten für Unterkunft und Verpflegung, den Investitionskosten und den pflegebedingten Aufwendungen. Bundesweit verzeichneten laut vdek vor allem die pflegebedingten Aufwendungen den stärksten Anstieg - unter anderem wegen gestiegener Personalkosten.
Je länger jemand in einem Pflegeheim ist, desto stärker greifen allerdings Zuschüsse der Pflegekassen zur reinen Pflege. Damit sinkt die Belastung mit zunehmender Aufenthaltsdauer: Im zweiten Jahr im Heim liegt die Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt zum Jahresbeginn bei 2445 Euro, im dritten Jahr bei 2077 Euro und im vierten Jahr bei 1618 Euro, wie es hieß.
Appell an die Politik
Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner (61), sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. "Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen", sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.
Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.