LKA hält sich bedeckt: Katastrophenschutz-Sirenen im Visier von Cyber-Attacken?

Querfurt/Magdeburg - Am Freitag heulten in Querfurt (Saalekreis) von 19.01 bis 19.03 Uhr die Katastrophenschutzsirenen. Nach einem ähnlichen Vorfall in Halle (Saale) in der vorherigen Woche, bei dem seitens der Behörden von einem Hackerangriff ausgegangen wird, hat das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt auch in diesem Fall die Ermittlungen an sich genommen.

Ein Sirenenalarm hat am Freitagabend in Querfurt für Aufregung gesorgt. (Symbolfoto)
Ein Sirenenalarm hat am Freitagabend in Querfurt für Aufregung gesorgt. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa

"Nach bisherigen Erkenntnissen ist nicht von einem technischen Defekt auszugehen", hieß es am Montag lediglich seitens des LKA auf TAG24-Nachfrage, ob es sich bei dem Fehlalarm in Querfurt um einen Hackerangriff handelt. "Gleichwohl werden auch heute weitere Prüfmaßnahmen stattfinden, die auch dies zum Inhalt haben."

Das LKA stehe unterdessen in Kontakt mit der Stadt Querfurt sowie der Polizeiinspektion Halle, die zunächst ermittelt hatte.

Nach ersten Erkenntnissen handele es sich in Halle (Saale) und Querfurt "um zwei deutlich unterschiedliche technische Systeme zum Betrieb von Sirenen mit unterschiedlichen Betreibern", so das LKA.

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Ein technischer Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen sei demnach eher unwahrscheinlich. Laut Medienberichten war die Sirenenanlage in Querfurt erst im Mai 2023 in Betrieb genommen worden.

Landeskriminalamt ermittelt in alle Richtungen

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt hat in beiden Fällen die Ermittlungen an sich genommen. (Archivfoto)
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt hat in beiden Fällen die Ermittlungen an sich genommen. (Archivfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Ermittlungen, sowohl zu dem Vorfall in Halle (Saale) als auch zu dem in Querfurt, würden aktuell in alle Richtungen geführt. "Es werden alle erforderlichen Sicherungsmaßnahmen zur Beweissicherung vorgenommen", so das LKA.

Über die beiden genannten Vorgänge hinaus seien dem Landeskriminalamt keine weiteren Fälle "der Auslösung von Katastrophenschutzsirenen" in Sachsen-Anhalt bekannt geworden. Eine bundesweite Abfrage zu "gleich gelagerten" Fällen werde derzeit vorgenommen.

"Haben Sie bitte Verständnis, dass weitere Auskünfte aufgrund der aktiven Ermittlungen derzeit nicht möglich sind", so das LKA aus Magdeburg.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

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