Von Lukas Dubro
Halle (Saale) - Die Gottesanbeterin breitet sich in Sachsen-Anhalt immer weiter aus.
Im vergangenen Jahr wurde das Tier fast 8100 Mal gesichtet, wie das Landesamt für Umweltschutz (LAU) mitteilte. Demnach sind das so viele Beobachtungen wie nie zuvor – zum wiederholten Mal sei damit ein neuer Melderekord aufgestellt worden.
2024 seien beim LAU rund 5400 Meldungen zu dem Insekt eingegangen, 2023 waren es über 3300. Im Vergleich: 2021 waren es noch knapp 400 Meldungen gewesen.
Gottesanbeterinnen - die zur Ordnung der Fangschrecken zählen - seien inzwischen in weiten Teilen des Landes anzutreffen. Neben stabilen Vorkommen im Süden und in der Mitte Sachsen-Anhalts breitet sich die Art zunehmend auch im Norden und Nordwesten aus.
2025 habe es erstmals Hinweise bei Haldensleben, Klötze, Marienborn und in der Colbitz-Letzlinger Heide gegeben. Im Harz, im Nordharzvorland und in Teilen der nordwestlichen Altmark sei das Tier bislang nicht verbreitet.
Erste Sichtung 1991 in Magdeburg
Für den Sommer und Herbst 2026 erwartet LAU-Biologe Marcel Seyring eine weitere Ausbreitung, insbesondere in den Landkreisen Salzwedel, Börde und Harz. Sichtungen könnten der Behörde über ein Meldeportal im Internet oder per E-Mail gemeldet werden.
Die Europäische Gottesanbeterin gehört den Angaben nach zu den besonders geschützten Arten in Deutschland. Gottesanbeterinnen seien für Menschen harmlos. Sie seien nicht giftig, stechen und beißen demnach nicht. Die Tiere sollten nicht eingefangen werden. Nur wenn sie sich in Wohnungen verirren, können sie vorsichtig wieder ins Freie gesetzt werden.
Erstmals überhaupt gesichtet wurde eine Gottesanbeterin laut LAU 1991 in Magdeburg. Die erste stabile Population besteht seit 2004 am Geiseltalsee.