Umfrage: Mehrheit befürwortet spezialisierte Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt
Von Dörthe Hein
Magdeburg - Einer Umfrage zufolge ist den Sachsen-Anhaltern die Behandlungsqualität wichtiger als die Nähe einer Klinik zu ihrem Wohnort.
In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) gaben 86 Prozent der Befragten an, bei einer planbaren aufwendigen Behandlung oder Operation ein Krankenhaus mit umfassender Erfahrung zu wählen, auch wenn dies eine längere Anreise erfordert.
13 Prozent würden sich für ein Krankenhaus entscheiden, das gut vom Wohnort aus zu erreichen ist, aber nicht auf die Behandlung spezialisiert.
Die Befragung ergab laut TK auch, dass die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt strukturelle Neuerungen bei Krankenhäusern unterstützt, die in der aktuellen Reform geplant sind.
79 Prozent der Befragten bewerteten das Vorhaben, komplexere Behandlungen künftig in hierfür spezialisierten Häusern zu bündeln, als "sehr gut" oder "eher gut".
21 Prozent stünden solchen Reformplänen kritisch gegenüber.
Klinikreform geplant
In Sachsen-Anhalt gibt es 44 Krankenhäuser an 53 Standorten. Damit auch künftig Menschen in dünn besiedelten Gebieten gut versorgt sind und Krankenhäuser möglichst wirtschaftlich arbeiten, will Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (64, SPD) noch vor der Landtagswahl im September die gesetzliche Grundlage für eine Klinikreform schaffen.
Die schwarz-rot-gelbe Koalition soll eine Änderung des Krankenhausgesetzes beschließen.
Das Ziel: Krankenhäuser kooperieren stärker und spezialisieren sich auf Behandlungen.
Außerdem sollen mehr Leistungen ambulant erbracht werden.
Für die telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa den Angaben zufolge im Februar 2026 insgesamt 1000 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Sachsen-Anhalt.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

