Wo und wie im Harz Walpurgis gefeiert wird

Von Maurice Dirker

Thale - Alle Jahre wieder versammeln sich Hexen und Teufel im Harz, um den Winter in der Walpurgisnacht auszutreiben. Im gesamten Mittelgebirge finden am Donnerstag zahlreiche Veranstaltungen und Feste statt.

Die Veranstaltungen richten sich an Jung und Alt. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Es dürften wieder Zehntausende Menschen in ausgefallenen Kostümen zu dem Spektakel strömen.

Wie andernorts, wo der Tanz in den Mai gefeiert wird, gibt es auch im Harz große Feste. Hinzu kommen in der Region aber auch Umzüge, Feuer und Theaterstücke.

Zu den Hochburgen zählen traditionell Schierke, Wernigerode oder Thale in Sachsen-Anhalt sowie Braunlage, St. Andreasberg oder Hahnenklee auf niedersächsischer Seite. Viele Orte werden dazu bereits Wochen vor den Feierlichkeiten mit Hexenpuppen und anderen schaurigen Dekorationen geschmückt.

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An den meisten Orten starten die ersten Angebote bereits früh am Tag. In Wolfshagen beginnt auf dem Festplatz Wolfshöhe schon am Nachmittag der Familientag, wie es vom Harzer Tourismusverband heißt.

Ebenso in Hahnenklee, Bad Grund oder Sankt Andreasberg. Angeboten werden etwa Kinderschminken, Spielstationen, Lagerfeuer oder in Wolfshagen auch ein Malwettbewerb. 

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Kreative und abwechslungsreiche Veranstaltungen

Gefeiert wird an gleich mehreren Orten im Harz. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

In Wernigerode ist kurz nach Mittag ein Sturm auf das Rathaus - ähnlich wie an Karneval - geplant. In Oberharz am Brocken gibt es am Nachmittag eine Lesung in der Baumannshöhle.

Mancherorts gehen die Feierlichkeiten wegen des sich anschließenden Wochenendes auch in die Verlängerung - etwa in Schierke bis zum 2. Mai. 

Eine große Theateraufführung gibt es traditionell in Braunlage. Dort wird jedes Jahr im Kurpark Goethes "Faust" aufgeführt. Den Abschluss bildet ein Feuerwerk. Vorher am Abend gibt es einen Umzug durch die Stadt. 

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Abseits der großen Party-Orte warten zudem einige kreative Walpurgisveranstaltungen auf die Besucher.

So ist etwa in Stiege erst eine Greifvogelshow geplant und anschließend eine Feuershow. Nach dem Sonnenuntergang hält dort der "Oberteufel" von einem Ruderboot auf dem örtlichen See aus zusammen mit seinen Hexen eine Ansprache.

Die meisten Angebote und Feiern sind kostenlos zugänglich - teilweise muss man dazu aber voll verkleidet sein.

Eigene Festplätze

Vielerorts wird mit aufwendigen Kostümen gefeiert. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Für die Partys gibt es an mehreren Orten eigene Festplätze. In Thale etwa wird auf dem Hexentanzplatz gefeiert. Dort sollen unter anderem Doubles der Band Coldplay und des Rappers Apache 207 auf der Bühne stehen, wie es vom Tourismusverband heißt.

Am Tag nach den Feierlichkeiten soll zudem die an dem Platz gelegene Walpurgishalle wieder öffnen. In dem tempelartigen Bau im altgermanischen Stil werden Kunstwerke zur Walpurgisnacht ausgestellt.

In Altenau finden die Feierlichkeiten wiederum im sogenannten Hexenkessel statt. Den Platz säumt etwa eine urige Hexenhütte, die unter anderem als Fotomöglichkeit dient.

Damit auch Besucher mit weniger Vorbereitung in die Menge passen, können vor Ort zudem passende Accessoires wie Masken, Hüte, Hörner und Besen gekauft werden, wie der Tourismusverband schreibt.

In Benndorf geht es mit der Dampflok zu den Feierlichkeiten.

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Heidnisches Frühlingsfest

Walpurgis geht ursprünglich auf heidnische Frühlingsfeste zurück. Später ließ die Kirche am 30. April den Geburtstag der heiligen Walburga feiern, der Schutzpatronin gegen Aberglauben und Geister.

Literarisch bekannt wurden die Feiern durch Goethe, der das schaurige Treiben in seiner Tragödie "Faust" festhielt.

Mittlerweile ist die Walpurgisnacht eine wichtige Veranstaltung für den Harzer Tourismus und die Bürger vor Ort.

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