117 Apotheken weg! Trotzdem Entwarnung für Sachsens Patienten?

Dresden - Eine Barmer-Studie entkräftet den Alarmismus vor drohenden Apothekenschließungen. Ist das Apothekensterben in Sachsen doch nicht so schlimm?

Ob der Weg in die nächste Apotheke ein weiter ist, ist abhängig von der körperlichen Leistungsfähigkeit der Kunden, sagt die Apothekerkammer.  © picture alliance / Ole Spata/dpa

Gab es 2011 im Freistaat noch 1002 Apotheken, sind es aktuell nur noch 885, also 117 weniger.

Fast zehn Prozent davon schreiben nach Angaben des sächsischen Apothekerverbands rote Zahlen, weitere 30 Prozent befinden sich den Angaben nach in wirtschaftlicher Schieflage. Gehen dem Freistaat die Apotheken aus?

Entwarnung gibt jetzt eine Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg).

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Die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Apotheke liege sachsenweit bei 1,6 Kilometern.

Damit liege der Freistaat nur marginal unterm Bundesschnitt (1,5), so die Auswertung.

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Auf Bundesebene wird derzeit ein Gesetzentwurf zur Apothekenversorgung diskutiert

Druck auf Apotheken vor Ort: Viele Kunden weichen zunehmend auf das Internet aus, um Medikamente zu bestellen.  © IMAGO/snowfieldphotography

Auf Bundesebene wird derzeit ein Gesetzentwurf zur Apothekenversorgung (ApoVWG) diskutiert, die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen für inhabergeführte Apotheken inklusive.

"Pauschale finanzielle Hilfen sind nicht gerechtfertigt", sagt Barmer-Landes-Chefin Claudia Beutmann (39) angesichts der Analyse.

"Die Aussage der Barmer reduziert die Apothekenversorgung auf reine Geodaten", kritisiert Sebastian Michael (46), stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes.

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Gerade ältere, chronisch kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen stießen bereits heute auf erhebliche Hürden durch fehlenden ÖPNV oder schlechte Infrastruktur, so Michael.

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