15 Jahre alter Fall: Hat Mörder Tony B. aus Weißwasser auch seine Mutter auf dem Gewissen?
Görlitz/Weißwasser - Im März wurde Verkäufer Tony B. (32) aus Weißwasser wegen Mordes aus Eifersucht an seinem Cousin (†30) zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Noch während des Prozesses kündigte Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu (63) weitere Ermittlungen an: Denn es gibt Hinweise darauf, dass Tony bereits 2011 zumindest an einem Mord beteiligt gewesen sein könnte.
An einem Sonntag, dem 29. Mai 2011, meldete sich der inzwischen verstorbene Hans-Joachim B., Vater von Tony, bei der Polizei und gestand den Mord an seiner Ehefrau Bärbel.
Er wurde wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt, kam nach drei Jahren frei und ist mittlerweile verstorben.
"Im Rahmen der Ermittlungen wurden Informationen bekannt, die darauf hindeuten, dass der Vater die Tat zum Schutze seines Sohnes auf sich genommen haben könnte", erklärt Polizeisprecher Kai Siebenäuger (46).
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Konkrete Abläufe trotz Geständnis des Vaters unklar
Konkret führten Zeugenaussagen während des März-Prozesses dazu, dass Oberstaatsanwalt Matthieu den 15 Jahre zurückliegenden Fall erneut aufrollen ließ.
Obwohl der Vater die Tat damals gestanden hat, sind die konkreten Abläufe weiterhin unklar.
"Es ist unsere Pflicht, wegen aller verfolgbaren Straftaten einzuschreiten, sofern zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen."
Die Kripo sucht daher Zeugen, die in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 2011 mit Tony unterwegs waren, sowie ehemalige Insassen, die 2011 in der JVA Görlitz oder 2014 in der JVA Waldheim mit seinem Vater Hans-Joachim einsaßen.
Hinweise an Tel. 035 81/46 85 000.
Titelfoto: Bildmontage: Polizei Sachsen, Ove Landgraf

