50 Jahre alte Bierflasche bei Bauarbeiten gefunden: Dann entdecken Arbeiter Zettel darin

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Kamenz - Ein Prost aus der Vergangenheit! Bei den Bauarbeiten am Kamenzer Lessing-Museum wurde plötzlich eine alte Radeberger Bierflasche gefunden. Im Inneren: kein Bier, sondern eine 50 Jahre alte Botschaft von Handwerkern, die ihre Spuren für spätere Generationen hinterließen.

In der Flasche Radeberger Pilsner befand sich kein "kühles Blondes", sondern eine Botschaft.
In der Flasche Radeberger Pilsner befand sich kein "kühles Blondes", sondern eine Botschaft.  © Carsta Off

Entdeckt wurde die Flaschenpost von Bauarbeitern, die den Fund ans Museum übergaben. Am 21. April wurde die Flasche schließlich gemeinsam geöffnet.

"Man schaut bei einer Baustelle eigentlich nach vorn. Umso spannender ist es, wenn plötzlich eine Nachricht aus der Vergangenheit auftaucht", sagt Matthias Hanke (62) vom Lessing-Museum.

Der handgeschriebene Zettel erzählt von drei Männern, die 1976 in einer Feierabend-Brigade am Lessinghaus gearbeitet hatten.

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Darauf steht: "Tür und Fenster mauerten in mühseliger Kleinarbeit im Schweiße ihres Angesichts zu, die drei Laien im Maurerhandwerk".

Der Brief wurde in altdeutscher Schrift verfasst.
Der Brief wurde in altdeutscher Schrift verfasst.  © Carsta Off
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Matthias Hanke (62) und das Team des Museums freuten sich über den Fund.
Matthias Hanke (62) und das Team des Museums freuten sich über den Fund.  © Yvonne Künstler

Flasche lag seit 1976 verborgen

Die Wiedereröffnung des Museums ist im Rahmen der Kamenzer Lessing-Tage 2027 geplant.
Die Wiedereröffnung des Museums ist im Rahmen der Kamenzer Lessing-Tage 2027 geplant.  © imago/Sylvio Dittrich

Die Arbeit sei damals nach Feierabend erledigt worden, "um dem Lessing-Museum zu schönerem Aussehen zu verhelfen", heißt es in der Botschaft. Hanke erklärt: "Wegen der knappen Handwerkerkapazitäten in der DDR gab es damals solche Feierabend-Brigaden. Menschen mit handwerklichem Geschick haben zusätzlich solche Arbeiten übernommen."

Die Flasche lag seit 1976 verborgen – in einer Trennwand, die bei früheren Umbauten entstanden war und jetzt im Zuge der Sanierung zurückgebaut wird.

Klar ist aber: Die alte Bierflasche bleibt dem Museum erhalten und bekommt einen Platz in der Sammlung. "Wir sind begeistert über so viel Engagement", heißt es aus dem Lessing-Museum.

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Während die kleine Zeitkapsel eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt, entsteht am Lessinghaus gleichzeitig Neues.

Das Museum wird derzeit für rund vier Millionen Euro saniert und um einen Anbau erweitert. Geplant sind unter anderem neue Ausstellungsflächen, Barrierefreiheit durch einen Aufzug sowie moderne Besucherbereiche.

Titelfoto: Bildmontage: Carsta Off (2)

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