Achtung Lebensgefahr! Trotz Dauerfrost warnen Städte vor dem Betreten von Eisflächen
Von André Jahnke
Leipzig - Nach tagelangem Dauerfrost sind zahlreiche Gewässer in Sachsen zugefroren, die Behörden warnen aber vor dem Betreten der Eisflächen.
Das Betreten der Tümpel, Seen, Flüsse und Weiher erfolge auf eigene Gefahr, teilte die Stadt Leipzig auf Anfrage mit. Stärke und Tragfähigkeit der natürlichen Eisflächen sind demnach nur schwer einschätzbar und selbst die dicksten Eisflächen gäben keine Garantie auf ausreichende Belastbarkeit.
Das Amt für Umweltschutz wies darauf hin, dass die Stadt Leipzig keine Haftung für Schäden, Unfälle oder den eventuellen Einsatz von Rettungskräften übernimmt. Die Verantwortung und die Kosten hat jeder selbst zu tragen, wie es weiter hieß.
Auch die Landestalsperrenverwaltung warnt vor dem Betreten von Eisflächen auf Flüssen, Talsperren und anderen Wasserspeichern im Freistaat. Durch die wechselnden Wasserspiegel sei das Eis nicht tragfähig, es bestehe Lebensgefahr.
Besondere Vorsicht mahnte Geschäftsführer Eckehard Bielitz bei der Sensibilisierung von Kindern an.
Eltern sollten ihren Kindern die Gefahren beim Betreten von Eisflächen immer wieder vermitteln und durch eigenes, richtiges Verhalten Vorbild sein, empfiehlt er.
Kälteschock, Atemnot und Kraftverlust: So gefährlich ist der Sturz ins eiskalte Wasser
In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden ist das Betreten der Eisflächen nur gestattet, wenn diese ausdrücklich freigegeben sind, betonte ein Stadtsprecher.
Natürliche Gewässer gelten demnach grundsätzlich als nicht sicher. Auch nach mehreren Frosttagen könne die Eisdecke ungleichmäßig dick sein sowie Schnee auf dem Eis, Strömungen, Pflanzenbewuchs oder Temperaturwechsel die Eisfläche schwächen.
Besondere Vorsicht gilt den Angaben zufolge an Uferbereichen, Ein- und Ausläufen sowie Brücken, da das Eis dort oft deutlich dünner ist.
Zudem sollte niemand allein aufs Eis gehen und besonders auf Kinder geachtet werden. Ein Sturz ins eiskalte Wasser führt schnell zu Kälteschock, Atemnot und Kraftverlust, was eine Selbstrettung erheblich erschwert.
Wer einbricht, sollte Ruhe bewahren, sich flach auf das Eis legen und in Bauchlage Richtung Ufer schieben und sofort den Notruf 112 wählen.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienst in Leipzig sollen bis Freitag die Temperaturen selbst tagsüber knapp unter dem Gefrierpunkt liegen. In den vergangenen Wintern sei es im Raum Dresden immer wieder zu Eiseinbrüchen gekommen, bei denen Menschen und Tiere gerettet werden mussten, betonte ein Stadtsprecher.
Solche Einsätze seien für alle Beteiligten lebensgefährlich und nur durch den schnellen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst glimpflich ausgegangen.
Titelfoto: Montage: Lutz Brose

