Freiberg/Erzgebirge - Der in Sachsen ausgewilderte Luchs Juno ist nach anderthalb Jahren wiederaufgetaucht.
Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Mittwoch mit.
Seit Anfang dieses Jahres gab es mehrere Hinweise auf einen Luchs zwischen Freiberg, Flöha und der deutsch-tschechischen Grenze des mittleren Erzgebirges.
Dort war das Tier unter anderem in Fotofallen getappt. Bei der Auswertung der Wildkamerafotos war eine ähnlich schwache Fellzeichnung wie die des Luchsmännchens Juno zu sehen. Junos Spur verlor sich vor etwa anderthalb Jahren im Forstbezirk Eibenstock im Westerzgebirge.
"Schließlich gab eine Luchsspur im Schnee bei Flaje, nahe der Grenze zu Sachsen, bei der auch eine Urinprobe gewonnen werden konnte, Gewissheit. Mithilfe einer genetischen Analyse konnte das Tier individualisiert werden: Es handelt sich eindeutig um das Luchsmännchen Juno, das am 18. März 2024 als erster Luchs im Rahmen des Projektes 'RELynx Sachsen' ausgewildert wurde", heißt es weiter.
Der letzte eindeutige Nachweis von Juno war das Bild aus einer Fotofalle aus dem Forstbezirk Eibenstock im September 2024. Dass der Luchs nach so langer Zeit wiedergefunden wurde, bedeutet eine kleine Sensation für alle Projektbeteiligten und für das Luchsmonitoring in Sachsen.
Zwei weitere Luchse sollen ausgewildert werden
Wieso der zweijährige Luchs abwanderte, ist unklar. "In der Regel bleiben Luchse dort, wo schon andere Luchse sind. In Junos Fall waren es die beiden ausgewilderten Luchsweibchen Alva und Nova, deren Territorien sich mit dem Territorium von Juno überlappten", so das Landesumweltamt Sachsen.
Seit dem Frühjahr 2024 wurden in Sachsen insgesamt sieben Luchse im Forstrevier Eibenstock des Westerzgebirges ausgewildert. Eines der Tiere wurde im November 2024 tot aufgefunden - Luchs "Anton" wurde offenbar von einem Lkw überfahren.
Das ist aktuell über die anderen ausgewilderten Tiere bekannt:
Luchsweibchen "Nova" ist Anfang 2025 nach Thüringen abgewandert, sie soll sich nach wie vor bei Jena aufhalten
"Alva" paarte sich im Frühjahr 2025 mit "Chapo" und brachte zwei Junge zur Welt, sie streift durch ihr Territorium in der Region Eibenstock, zuletzt tappte sie mit ihren beiden Jungtieren am 1. März in eine Wildkamera
"Chapo" hält sich ebenfalls großräumig in der Region Eibenstock auf, die letzte Fotofallenaufnahme stammt vom 9. März
"Charlie" hält sich überwiegend westlich von Sankt Joachimsthal auf dem Truppenübungsplatz Hradiště auf
"Freya" ist im vergangenen Jahr Richtung Zwönitz gewandert und hielt sich dort mindestens bis Ende Dezember in den Wäldern östlich von Zwönitz auf.
Im Spätsommer sollen zwei weitere Luchse ausgewildert werden.