Apotheken-Streik am Montag auch in Sachsen: "Unser Protest richtet sich klar an die Politik"

Chemnitz - Es wird wieder gestreikt! Doch dieses Mal erheben die Apothekenteams in Deutschland ihre Stimme für eine bessere Finanzierung. Am Montag, dem 23. März, bleiben auch in Chemnitz und Zwickau sowie im Erzgebirge und Vogtland die Apotheken geschlossen.

Am 23. März findet ein bundesweiter Protest von allen Apotheken statt.  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Die Apotheken stehen unter immensem Druck. Während die Betriebskosten für Personal, Miete und Energie der Apotheken seit 2013 um durchschnittlich 65 Prozent gestiegen sind, wurde das Fixhonorar der Betriebe kein einziges Mal angepasst.

Die Konsequenz daraus ist ein stetiger Rückgang der Apothekenzahl. Seit 2013 mussten 20 Prozent aller Apotheken schließen.

Ende 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als im Jahr zuvor. Während 502 Apotheken ihre Türen schlossen, öffneten nur 62 neu.

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Die Zahlen sind ernüchternd. Deswegen ruft der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) am 23. März zu einem bundesweiten Protesttag auf.

"Ziel des Protesttages ist es, der Bundesregierung und den Regierungsfraktionen den dringenden Handlungsbedarf deutlich zu machen", erklärt der ABDA. Gefordert wird ein Honorar, das die wirtschaftliche Realität der Apotheken abbildet und ihre Zukunft sichert.

"Qualität und Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif" heißt das Motto der Protestaktion.

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Thomas Dittrich vom Sächsischen Apothekerverband: "Wir erwarten, dass die zugesagten Verbesserungen jetzt sofort erfolgen"

Bereits 2023 gab es einen bundesweiten Protest.  © Kristin Schmidt

Auch in Sachsen sind die Zahlen beunruhigend. Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes, berichtet von knapp 30 Prozent der Apotheken, die als wirtschaftlich gefährdet gelten – bereits acht Prozent schreiben rote Zahlen.

"Die Bundesregierung hat wirtschaftliche Anpassungen angekündigt, aber die Umsetzung lässt auf sich warten. Unser Protest richtet sich deshalb klar an die Politik. Wir erwarten, dass die zugesagten Verbesserungen jetzt sofort erfolgen", so Dittrich weiter.

Die Apotheken melden sich ebenfalls zu Wort und erklären ihre Teilnahme am Protesttag auf ihren Webseiten und in den sozialen Netzwerken. "Wir managen im Moment viele Lieferengpässe für Sie, dafür brauchen wir mehr Handlungsfreiräume und weniger Bürokratie."

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Die Neustädter Apotheke Schwarzenberg schreibt: "Mit dieser Aktion möchten Apotheken auf die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen der Arzneimittelversorgung aufmerksam machen. Ziel ist es, auch in Zukunft eine stabile und wohnortnahe Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen."

Am Montag bleiben somit die Apotheken deutschlandweit geschlossen, nur der Notdienst versorgt die Patienten. Eine Übersicht der Notdienst-Apotheken in Eurer Region findet Ihr unter: www.aponet.de/notdienstsuche.

Parallel zu den Schließungen wird es am Montag auch vier zentrale Kundgebungen in Berlin, München, Hannover und Düsseldorf geben.

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